Ist Schnelllesen Betrug? Beitrag zur Kritik an der Weiterbildungsbranche.

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Jenseits des Bildungswettbewerbs hei√üt es noch B√ľcher zu lesen

Mit den Anf√§ngen der privaten Bildungsmaschinerie in den 90ern glaubte man, dass Informationen vor allem schnell aufgenommen werden m√ľssen. Einzelne Savants wie Kim Peak, die tats√§chlich derart schnell Informationen lesen und verarbeiten konnten, begr√ľndeten daher die Hoffnung, dass wir geniale F√§higkeiten in uns entdecken k√∂nnen. Hiermit begann der Trend zur Schnelllese-Abzocke. Zuvor hatten bereits selbsternannte Bildungs- und Mentalstrategen Neuro-Linguistisches Programmieren,¬†Hypnotherapie, Suggestop√§die oder aus der amerikanischen Neugeist-Bewegung entsprungenes Positives Denken¬†propagiert. Die neuen Strategien, die sich aus dem Erfolg der empirischen Wissenschaften begr√ľnden sollten, wollte man nun auch in¬†der privaten Weiterbildungsbranche einsetzten.¬†Murphy als Gro√üvater dieser Bewegung setzte auf ‚Äěwissenschaftliche Gebete‚Äú, womit man¬†das gesamte Leben in eine positive Richtung lenken sollte. Man ersetzte Religion mit Pers√∂nlichkeitsentwicklung.

Die selbsternannten Motivationstrainer produzierten mehr Traum als Schaum, mehr Blasen als Substanz. J√ľrgen H√∂ller, nach eigenster Aussage Deutschlands teuerster Motivationscoach, verdiente Tagesgagen von 18.000 Euro und ging mit selben Gr√∂√üenwahn in die Pleite. Doch trotz mehr¬†Gl√§ubigern als Gl√§ubigen, kam H√∂ller¬†wieder zur√ľck. Eigentlich hatte die¬†„Branche, die die Welt nicht braucht […] ausgedient„, doch falsche Theorien sind wie Herpes und schlummern nur bis sie wieder ausbrechen.¬†¬†Dabei bediente sich die Branche der gleichen Kraft, die auch Trump zur Pr√§sidentschaft verhalf.¬†Tschakka-Markt-Schreier, Feuer- und Scherbenl√§ufer und Geistheiler werfen Rauch- und Rauschbomben bieten damit „geistige Schokoriegel“, die beruhigen. Im Zuckerrausch sind wir gl√ľcklich und werden fett auf der Couch. Empfehlenswert ist hier Kannings „Trilogie √ľber die menschliche Einfalt‚Äú. Uwe Kanning ist Wirtschaftspsychologieprofessor in M√ľnster und hat sich vor allem die fragw√ľrdige Motivationsbranche vorgenommen.

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W√§hrend das Feld der ehemaligen Motivationscoaches nun mehr und mehr Youtube und Instagrammer √ľbernehmen, bleibt pseudowissenschaftliche Selbstlernszene erhalten. Mehr und mehr Coaches bieten ihre Programme im Internet an.¬†

Im Zuge des Selbstentwicklungskults enstanden Programme, die dynamisches Lesen propagierten. Man nannte sie Speed-Reading, Alpha-Wellen-Lesen und Photo-Reading. Mit √ľberteuerten Seminaren wurden die Anbieter zu Million√§ren.¬†In dem ganzen Schaum von √ľbermenschlicher Motivation aber gab es auch wirkliche K√ľnstler und Begebungen. Kim Peak war tats√§chlich eine faszinierende Person. So las er B√ľcher in sekundenschnelle, wobei jeweils ein Auge eine Seite scannte.¬† Innerhalb einer Stunde konnte er so B√ľcher aufnehmen und las sich damit durch ganze Bibiliotheken.¬† Seine Behaltensrate lag bei 98 Prozent und so konnte er auch jede Stelle in Shakespeare zitieren. Da er sich aber bei Auff√ľhrungen nicht zur√ľckhalten konnte, die Schauspieler selbst bei kleinsten Fehlern zu korrigieren, war es ihm nicht m√∂glich die Drama im Theater zu konsumieren. Kim Peak aber bewies vor allem eins, n√§mlich dass Schnelllesen m√∂glich ist.

Auf Kim Peak basierte der Film „Rainman“, ein zu empfehlender Film, der √§hnlich wie andere Genie-Filme („Shine – Der Weg ans Licht“, „Hannibal“, „Good Will Hunting“ oder „A beautiful Mind“, um nur einige zu nennen):

√Ąhnliche Savant-Ph√§nomene bildeten die Grundlage, das Schnelllesen ‚photographisches Lesen‘ zu nennen. Hinzu zu der Genie-Euphorie kamen Ph√§nomene, dass Menschen Schl√§ge auf den Kopf erhielten und pl√∂tzlich F√§higkeiten entwickelten, die √ľbermenschlich schienen. So kann sich Orlando Sorrell an alles erinnern, was er seit dem Tag getan hat, an dem er mit einem Baseball am Kopf getroffen worden war:

Es ist nicht verwunderlich, dass im Selbsthilfemarkt Autoren wie Birkenbiehl, Buzan und sp√§ter auch H√ľther Karierre machten. Ihre Ans√§tze basierten immer auch auf der Verschw√∂rungstheorie, dass das normale, schulische Lernen uns prinzipiell unterfordern und krank machen w√ľrde. Im Gehirn br√§uchte nur ein Schalter gedr√ľckt werden und schon w√ľrden wir vor allem spielend lernen. Da Bildungskritik selten selbstkritisch war, konnte sich so auch viel Unfug in der Einbildungsbranche ausbreiten.

Gibt es Schnelllesen?

Bei alle dem stellt sich nun die Frage, ob es Schnelllesen wirklich gibt. Eines ist klar: Es gibt Menschen, die schneller lesen, und Menschen, die langsamer lesen. Eine Geschwindigkeit von 400 W√∂rtern pro Minute gilt als schnell, kann aber von noch ge√ľbteren Lesern auf 800 W√∂rter pro Minute gesteigert werden. Dabei gilt es immer, die Verstehensleistung beizubehalten. Das Problem dabei ist, dass Lesestoffe unterschiedliche Grade an Redundanz besitzen. Niemand liest einen hochkomplexen, unbekannten Stoff mit einer Geschwindigkeit von 800 W√∂rtern pro Minute. Die maximal m√∂gliche Lesegeschwindigkeit ist daher an das Verstehen gekoppelt. Bei einfachen Romanen ist es daher m√∂glich solch hohe Lesegeschwindigkeiten anzuvisieren.

Derweil gibt es auch dokumentierte Lesegeschwindigkeiten von 4000 W√∂rtern pro Minute, wobei das Textverst√§ndnis der Schnellleser fragw√ľrdig ist. W√§hrend ein Textverst√§ndnis von 50 Prozent bei den meisten Bildungstheoretikern nicht ausreicht umd von Lesen zu sprechen, feiert Buzan, ein Schnellleseverfechter, dieses Resultat. 50 Prozent bei weitaus wesentlich weniger Zeitaufwand sei ein Resultat.

Bei den Programmen, die f√ľr derlei Lesen vermarktet werden, beginnt jedoch die Scharlatanerie. Die Lesegeschwingikeiten wurden mit jeder neuen Methode in immer h√∂here Dimensionen gesteigert. Eine Phillipina behauptet sogar mit 80.000 Worten pro Minute zu lesen. Zum Vergleich: „Harry Potter“ w√ľrde man so in 15 lesen.

Gerade beim Photoreading fallen die Schnelleleser auf sich selbst herein. Wie bei anderen Selbstbetrugsformen zum Beispiel in der alternativen Medizin oder Verschw√∂rungstheorie betr√ľgen die Vertreter nicht wissentlich. Sie selbst glauben an ihre Methoden.¬†So unterzog sich die Photoreaderin einem Test, wobei sie zuvor ihr Textverst√§ndnis auf 4.5/5 bewertete. Die Resultate waren allerdings sehr schlecht, was f√ľr den Kruger-Dunning-Effekt spricht. Hier die Details:

The final task given to the PhotoReading expert was to read the three chapters from the textbook on Physiology in order to take an exam from a course that used that textbook. The question was simply: Would she pass the exam? The expert took 73 minutes to PhotoRead and read the three chapters of the textbook required for the test (i.e., 361 words per minute). She PhotoRead for 9 minutes the night before taking the test. The following morning, she read the text using various rapid reading and activation techniques. She then answered the questions. She completed the 6 true/false and 30 multiple choice questions, but did not attempt to answer the fill-in-the-blank or short-answer questions. Hence, comprehension performance on the conceptual questions was 0 percent. She answered 2 of 7 multiple-choice prior knowledge questions correctly (29%). Of the text relevant questions, she answered 4 of 6 true/false questions correctly (67%), and 8 of 23 multiple-choice question correctly (35%). This performance is extremely low and only slightly above chance level performance for these types of questions (i.e., 50% and 25%, respectively). In sum, she did not pass the exam. It is important to note that after PhotoReading the text (but before taking the test), she rated her understanding of the material as 4.5 on a 5-point scale (5 representing a good understanding). Moreover, she estimated that she would remember approximately 68 percent of the material for the test, with a grade of C+. This high level of confidence in terms of her text comprehension would have remained unshattered had she not then taken the test Рafter which she rated her comprehension much lower (i.e., 2) https://en.wikipedia.org/wiki/Speed_reading#Effect_on_comprehension

Was kann nicht funktionieren?

Zun√§chst ist unser Auge physikalisch begrenzt. Eine Fixierung kann einen Bereich so gro√ü wie etwa ein 2 Euro St√ľck fixieren und ben√∂tigt dabei eine Viertel Sekunde. Gro√üz√ľgig ausgelegt kommen wir dabei auf 20 Fixierungen pro Seite, was dann 5 Sekunden entspricht. Sch√§tzen wir 300 W√∂rter pro Seite sind das immerhin 60 W√∂rter pro Sekunde, was 3600 W√∂rtern pro Minute entspricht. Dies muss also eine biologische Grenze sein. Photoreading k√∂nnen wir also derart ausschlie√üen, es sei denn wir ver√§ndern die physikalischen Grundlagen.

Es gibt derweil noch eine Erg√§nzungstheorie, wonach die Seite mit einem schwingenden Muster gelesen wird und das Gehirn √§hnlich wie bei einem Bild redundante Informationen selbst ausf√ľllt. In jedem Fall geht es darum, die Aufnahmef√§higkeit an die Sehgeschwindigkeit anzupassen.

Bei klassischen Schnelllese-Modellen fixiert man sich auf zwei Komponenten, um dem biologisch-m√∂glichen Tempo n√§her zu kommen. Zum Ersten ginge es darum Regressionen zu vermeiden, also R√ľckspr√ľnge im Text. Zum Zweiten w√§re es n√∂tig, die Subvokalisation im Kehlkopf, das unmerkliche Mitschwingen des Kehlkopfs w√§hrend des inneren Sprechens im Kopf, zu reduzieren. Tim Ferriss beruft sich noch auf einen dritten Ansatz, n√§mlich die Blickspanne des Auges zu erweitern, was prinzipiell aufgrund der Physiognomie des Auges unm√∂glich ist. Auch Regressionen und Subvokalisation schrittweise zu reduzieren ist falsch.

Regression ist eher ein Zeichen, dass nicht richtig und konzentriert gelesen wird. Durch etwa rhythmisches Schwingen eines Metronomens und der best√§ndigen Neufixierung wird dieses Problem nicht gel√∂st, sondern verschlimmert. Man liest immer mehr entgegen der Tatsache, dass man nicht versteht. Die Lesegeschwindigkeit orientiert sich zun√§chst an der Verstehensgeschwindigkeit, ist diese nicht gegeben, verbessert sich da auch nichts. Wir k√∂nnen zwar rhythmisch lesen, jetzt zwingen wir uns jedoch trotz mangelndem Verst√§ndnisses, weiter zu r√ľcken.

Bei der Unterdr√ľckung der Subvokalisation f√ľhrt dies im Weiteren zur Beeintr√§chtigung der sogenannten Tonschleife. Die Tonschleife wird bei Kindern im Grundschulalter ausgepr√§gt. Normalerweise w√ľrden die Augen n√§mlich nach verschiedenen Aufmerksamkeitsinteressen √ľber den Horizont springen, aber niemals geordnet einen Satz in einem Buch verfolgen. Um dieses zu trainieren, lesen Kinder zun√§chst laut und mit dem Finger. Sobald sich eine Tonschleife im Kopf gebildet hat, werden die Augen √ľber das innere Lesen gesteuert. Der Einsatz des Fingers ist nicht mehr n√∂tig. Unterdr√ľckt man die Subvokalisation kann es zu einer Entkopplung von Tonschleife und Augenbewegung kommen. Die Folge sind Lesest√∂rungen.

Andere Ansätze

Die Michelmanns behaupten dennoch, dass es echtes Schnelllesen gibt und dass es erlernbar sei. Hierbei gehe es darum, die Lesest√∂rung durch ein gezieltes Training zu umgehen. Im ersten Schritt gehe es darum, mit sehr hohen Lesegeschwindigkeiten einzusteigen, um die Tonschleife nicht zu besch√§digen. Man beginnt sofort mit dem optischen Lesen. Dann wird bei hohen Geschwindigkeiten mit dem Finger eine Schleife √ľber den Text ausgef√ľhrt. Der Fokus liegt danach darauf episodisches, bildliches Verstehen zu erreichen. Anhand von einfacher Literatur versucht man, einen Erlebnisstrom zu generieren. Um diesen nachtr√§glich bewusst zu machen, werden Textbilder erstellt. Textbilder sind eine sehr lohnende Methode, die auch in ihrem Buch „Effizient Lesen“ nachvollzogen werden kann.

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Stellen sich dann die ersten Erfolgserlebnisse ein, wird die Geschwindigkeit von 12.000 Wörtern pro Minute auf 4.000 Wörter reduziert. Hierbei festigt sich dann der Erlebnisstrom.

Durch die Methode des Schwingfingers werden die Augen gef√ľhrt. Nach dem Training beherrscht man zwei Lesemethoden: das tonale Lesen und das optische Lesen mit Hilfe des Schwingfingers.¬†Ob diese Methode funktioniert ist unklar, da es keine genauen Studien gibt. Die Michelmanns zitieren mehre erfolgreiche Sch√ľler. Die Methode selbst ist plausibel.

Weitere Forschung

Die tats√§chliche Forschung zu diesem Thema ist sehr d√ľnn. Endlich hat sich Prof. Dr. Ralph Radach dieser Sache angenommen. Vor allem konzentriert er sich zuerst auf die sogenannte Trade-Off-Hypothese. Diese besagt, dass mit zunehmender Geschwindigkeit, das Textverst√§ndnis abnehme. Dies konnte in einem ersten Experiment widerlegt werden. Tats√§chlich fand Radach einen Schnellleser, der seine Verstehensleistung trotz hoher Lesegeschwindigkeit nur unwesentlich reduzierte:

„Es zeigte sich, dass die Lesegeschwindigkeit von 411 W√∂rtern pro Minute beim schnellen Normallesen auf 572 W√∂rter pro Minute beim optischen Zeilenlesen und 939 W√∂rter pro Minute bei Fl√§chenlesen anstieg (Abb.¬†2). Dabei lag die Verst√§ndnisleistung in den beiden ersten Bedingungen klar √ľber den Vergleichsdaten der Kontrollgruppe, in der dritten knapp darunter. Besonders interessant sind die Ergebnisse einer Begleituntersuchung, in der Sequenzen von jeweils drei Buchstaben f√ľr sehr kurze Zeit (50 Millisekunden) in verschiedenen Distanzen vom Fixationspunkt pr√§sentiert werden. Hier zeigte der Proband eine ausgezeichnete Leistung, vor allem beim schnellen Erkennen von Strings, die tats√§chlich in W√∂rtern der deutschen Sprache vorkommen. Insgesamt ergibt sich das Bild einer Person mit √ľberragender Expertise durch jahrelange Optimierung, unter anderem¬† auf der Grundlage extrem effizienter visueller und orthographischer Verarbeitung sowie allgemein sehr hohem mentalen Tempo.“

Radach hat also eine Person gefunden, die mit ungef√§hr 1000 W√∂rtern pro Minute liest. F√ľr ein normales Suhrkamp-Buch mit 300 Seiten und 300 W√∂rtern pro Seite w√ľrde er also ungef√§hr 90 Minuten ben√∂tigen, w√§hrend eine normale Person mit 250 WpS ungef√§hr 6 Stunden ben√∂tigen w√ľrde. Die Frage ist nun, ob ein derartiges Lesen trainierbar ist. Mit seinem Trainingsansatz begeht Radachgerade jenen Fehler, den die Michelmanns kritisieren. Er steigert die Lesegeschwindigkeit durch die Unterdr√ľckung von Regressionen und einer Unterdr√ľckung der Subvokalisation. Genau jenes, was langfristig zur Sch√§digung der Leseschleife f√ľhren kann.

Als Ergebnis des Trainings kam es zu drastischen Ver√§nderungen der gemessenen Blickbewegungen, wobei in der Trainingsgruppe eine starke Abnahme der Regressionen die Wirkung des akustischen Feedbacks sehr √ľberzeugend dokumentierte. Das Lesetempo am Ende des Trainings betrug in etwa das Anderthalbfache bis Doppelte der Ausgangswerte. Dabei wurde √ľber die Trainingssitzungen bis zur abschlie√üenden Testung im Durchschnitt das gleiche Niveau im Leseverst√§ndnis beibehalten. Entgegen unserer Erwartung trat hierbei kein Gruppenunterschied auf, es gab also keinen Vorteil spezifischer Speed-reading-Techniken gegen√ľber einem allm√§hlichen, relativ kleinschrittigen Training des konzentrierten Lesens bei gleichbleibendem Verst√§ndnis.

Zwar werden Lesegeschwindigkeiten gesteigert, die Frage aber bleibt, ob dies zur Sch√§digung des Lesens selbst f√ľhrt. Vielleicht ist es √§hnlich wie beim falschen Muskeltraining, wo sich zwar Muskeln aufbauen, aber gleichzeitig die Gelenke gesch√§digt werden. Die Michelmanns behaupten ja, von der Tonschleife zum Bildverstehen zu springen und dabei beide Leseformen durch das gezielte Einsetzen des Fingers zu erhalten.

Schnelllesen und der Boom

Der Boom der 90er und der fr√ľhen 00er ist verpufft. Die damalige Hoffnung auf die genialischen Lesebestien ist wom√∂glich unbegr√ľndet. Effektivit√§t wird in normalen Berufen nicht durch hohe Lesegeschwindigkeiten gesteigert. Es kommt immer noch auf die pr√§zise Auswahl der richtigen Texte an. Recherchemethoden sind hier bedeutender. Danach muss ein intensives Studium der Informationen erfolgen und dann kommt noch Disziplin hinzu.

Wesentlich ist, dass wir bei Verschw√∂rungswissen oder ‚gepflegtes Halbwissen‘ zur Ausbildung von falschen Theorien f√ľhrt. Hiervon sind auch gro√üe Magazine nicht befreit. Selbst die Zeit h√§ngte sich einst unkritisch an den Boom. Hier zwei Beispiele:

Besser als die Zeit gehen andere Journalisten vor und schwören von den Schnelllesern ab:

Zwar entlarven sie hier die Versprechen der Selbstverbesserungs-Industrie, Einzelphänomene wie Kim Peak nehmen sie jedoch nicht in den Blick. Das ist schade.

Buchclub – Lesen (Dorian Gray)

Wirkliches Lesen ist wesentlich interessanter. Wie ich in einem anderen Artikel verwiesen habe, kann Lesen womöglich intelligenter machen und verbessert dramatisch unsere linguistischen Fähigkeiten:

Macht Lesen intelligenter? Vom Wert des Lesens f√ľr die Intelligenz und f√ľr unser Leben sowie eine Kritik von Kehlmanns Roman „Ruhm“

Aus gleichem Grund ist auch der Buchclub mit Simon und Niels interessant. Simon ist ein Spinner mit seri√∂sen Interessen (gleiches gilt auch f√ľr Niels). Die Sendung liefert mir immer genau das, was ich brauche: Unterhaltung mit Haltung wie Brecht sagen w√ľrde. Schaut rein, es lohnt sich.

Was mir an Rocket Beans gefällt ist, dass es eben sehr persönlich ist. Auch die neueste Folge zu den sogenannten Pen-und-Paper-Abenteuern ist intellektuelle Humorschule:

Ich hoffe, der Artikel war informativ und interessant. Wenn ja, dann teilt ihn doch. Wenn ihr mir weiter folgen wollt, dann added die¬†Facebookgruppe¬†zu eurer Interessensliste. Wenn ihr wirklich keine Beitr√§ge verpassen wollt, dann solltet ihr in den¬†E-mail-Verteiler (bei Facebook kommt ja nicht mehr alles an).¬†Ein¬†RSS-Feed¬†ist nat√ľrlich auch vorhanden. Ansonsten k√∂nnt ihr mich gerne anschreiben oder einen Kommentar hinterlassen. Ansonsten wenn ihr wirklich helfen wollt, empfehlt diesen Blog weiter, befreundet mich oder klickt mal auf die Amazon-Links.

So soll ich wohl aussehen, wenn ich alt bin. Kompetenz-Level +100

Dr. Norman Schultz

Mainz, Juli 2019

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