Schneller schreiben lernen, mehr erleben – Im Rausch der Geschwindigkeit

In diesem Artikel geht es darum, wie ihr das Zehnfingersystem erlernen k√∂nnt und welche Hilfen es hierf√ľr gibt. Ich stelle ein paar Instrumente vor, die euch dieses Lernen erleichtern. Leider habe ich noch kein gutes Monitorinprogramm entdeckt, dass euch konstant motiviert. Dar√ľber hinaus geht geht es auch um eine allgemeine Betrachtung der Steigerung von Geschwindigkeit, die wir alle in unserem Alltag anstreben, um dann aber noch mehr genie√üen zu k√∂nnen. Schneller arbeiten und noch mehr genie√üen, darum geht es.

F√ľr alle, die viel schreiben m√ľssen

Philosophen schreiben viel. Da ich schon sehr fr√ľh feststellte, dass ich auf eine Welt der Vielschreiber gekommen war, habe ich mir sehr fr√ľh angew√∂hnt, das Zehnfingersystem zu nutzen. Ich habe mit 18 ge√ľbt, Musikeranekdoten aus B√ľchern √ľber die Sommerferien f√ľr mein eigenes Archiv abzutippen. Damals wusste ich noch nicht, dass das Internet diese T√§tigkeiten √ľberfl√ľssig machen w√ľrde. Ich habe mir damals damit jedoch das Zehnfingersystem selbst beigebracht. Es gleicht dem Zehnfingersystem zu 100 Prozent. Ich folgte simpel der Idee, f√ľr die dieselbe Taste stets den selben Finger zu benutzen.

Vorteile vom Schnellschreiben

Zumeist kann ich Menschen nicht verstehen, die darauf bestehen, dass ihre Adlersuchtechnik in √§hnlicher Geschwindigkeit funktioniere wie das Zehnfingersystem. Ihr System ist dabei willk√ľrlich und ineffizient. Oftmals besteht ihr System aus einer einstudierten Gewohnheit, wobei diese einfach nicht abgelegt werden soll, da die eigene Philosophie auch irgendwie tr√§gt. Das Gehirn m√∂chte sich nicht unbedingt ver√§ndern, sondern bei alten Routinen bleiben. Die M√ľhe eines Ausweises der Vorteile eines Zehnfingersystems m√∂chte ich hier auch aus diesem Grund nicht machen, daher zitiere ich kurz und b√ľndig Wikipedia dazu:

„Gegen√ľber einer unsystematischen Schreibtechnik erlaubt das Zehnfingersystem eine Steigerung der Schreibgeschwindigkeit (Anschl√§ge pro Minute), die Senkung der Fehlerquote und eine ergonomisch g√ľnstigere Eingabetechnik. Ein weiterer Vorteil ist die M√∂glichkeit, das Ergebnis auf dem Monitor mitzuverfolgen bzw. beim Abschreiben nicht st√§ndig zwischen Textvorlage und Tastatur hin- und herschauen zu m√ľssen. Eine weitere Effizienzsteigerung bedeutet das Erlernen der Tastenkombinationenf√ľr die Programmbedienung am Computer, da dann nicht st√§ndig zwischen Maus und Tastatur gewechselt werden muss und die Tastatureingabe weitaus schneller ist als das Navigieren der Maus zu einem pr√§zisen Punkt auf dem Bildschirm.“

Monza at speed

Im Rausch der Geschwindigkeit By Dreaduk (Own work) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Wer sich tats√§chlich verbessern und im Sinne einer Philosophie steigern m√∂chte, dem brauche ich nicht die Vorteile runterbeten. Meines Erachtens besteht das Zingerfingersystem aus einer maximal ein- bis zweiw√∂chigen Umstellphase. Dann ist die Ursprungsgeschwindigkeit erreicht, und ab diesem Zeitpunkt wird das gesamte Schreibgeschehen produktiver. Als Philosophspare ich dadurch nicht unbedingt Zeit, aber ich nutze meine Zeit intensiver. Beim Schreiben ist es mittlerweile fast so, als w√ľrde ich die Gedanken auf das Blatt denken.

Hinter dem Zehnfingersystem verbirgt sich also ein einender Grund, der daher auf eine Zehnfingersystemphilosophie schließen lässt. Es geht genauer um Effizienzphilosophie und damit um die Frage der Berechtigung dieser: Warum eigentlich immer schneller? Bevor ich diese Frage aber beantworte, noch ein paar hilfreiche Anmerkungen zur Geschwindigkeitssteigerung (auch wenn ihr das Zehnfingersystem bereits beherrscht).

Bei Facebook habe ich derweil eine gute Applikation gefunden, wo ihr eure Schreibgeschwindigkeit messen könnt. Ich habe hier 100 Wörter die Minute geschafft, was ca. 500 Anschläge die Minute sind. Ihr könnt einfach auf das folgende Bild klicken und eure Geschwindigkeit vergleichen. (Das folgende ist kein Affiliate Link):

Typing Test Score

Mit Sicherheit l√§sst sich ein bisschen mit diesem Programm auch √ľben. Leider ist der Wortschatz aber sehr gering und das √úben der Gro√ü- und Kleinschreibung sowie extra Zeichen entf√§llt fast. Dennoch zeigt es euch ungef√§hr euren Stand.

Alternative: Diktiersoftware?

Ich hadere mit einer absoluten Empfehlung zum Zehnfingersystem (obwohl es eigentlich schnell erlernt wird), denn die Spracherkennungssoftware ist einfach zu fortgeschritten (Wenn ihr allerdings als Journalist in Pressekonferenzen oder als Philosophiestudent in Vorlesungen sitzt, sieht das mit Sicherheit anders aus, da ihr dort ja nicht sprechen d√ľrft). Wenn ihr also keine Zeit habt, um das Zehnfingersystem zu erlernen, dann holt euch einfach ein Diktierprogramm. Schon jetzt macht das Programm „Dragon“ das Zehnfingersystem nahezu √ľberfl√ľssig:

Dieses Dragon nutzt meine Philosophieprofessorin (Claudia Bickmann) und sie beantwortet damit schnell diverse E-mails auf verschiedenen Wegen und spart sich damit viel Zeit. Die Applikation verwendet sie auch f√ľr ihrem I-Phone. Da wir wom√∂glich durchschnittlich mit einer Geschwindigkeit von gesch√§tzten 200 W√∂rtern pro Minute sprechen, w√ľrde dies bei mir eine Erh√∂hung um mehr als 100 Prozent bedeuten. De facto schreibe ich ja mit sch√§tzungsweise 70-80 W√∂rtern pro Minute.

Im Moment z√∂gere ich noch mir dieses Programm f√ľr den doch sehr stolzen Preis von √ľber 100 Euronen zuzulegen, da ich in Amerika studiere und hier auf englische Software angewiesen bin. Zumindest aber k√∂nnte es mich mit meinem Smartphone vers√∂hnen, denn dort E-mails zu schreiben, ist f√ľr einen, der das Zehnfingersystem gew√∂hnt ist, ein absoluter Pain-in-the-Ass. Jawohl ich leide am Wurstfingersyndrom. Von 100 W√∂rtern pro Minute auf vielleicht 10 pro Minute herunterzufallen, f√ľhlt sich an wie ein Sturz aus dem f√ľnften Stock.¬†¬†Und dann noch Umlaute. Extrem kompliziert: wie ein Fu√üg√§nger, der in einer belebten Stra√üe pl√∂tzlich vor einem stehen bleibt.

Hier mal jemand, der es auch auf dem Smart-Phone geschafft hat, schnell zu schreiben (achtet mal auf die komplizierte Schreibweise eines Umlauts).

Mit meinen 500 Anschl√§gen pro Minute geh√∂re ich zum h√∂heren Range der Schnellschreiber, obwohl dies noch keinesfalls optimal ist. Die Fehlerquote ist bei mir sehr niedrig. Rein physisch sei wohl eine Anschlagrate von 750 Anschl√§gen nicht √ľberschreitbar. Dennoch gibt es einige interessante L√∂sungen, die hier noch ein paar Nanosekunden herausholen sollen.


Die philosophische Frage stellt sich nat√ľrlich, was aus der letzten Geschwindigkeit herausgequetscht werden soll. Warum noch einen Ticken effizienter werde, warum hier noch etwas eine Sekunde schneller machen? Nun der Grund f√ľr den Geschwindigkeitsrausch ist simpel: Erst wenn ich versuche, alles effizienter zu machen, so gehe ich sicher, dass die Minute, die ich dort spare, nicht genutzt wird, um sie in einem anderem Arbeitsprozess zu vertr√∂deln. Es n√ľtzt in der Philosophie einer Selbststeigerung nicht nur eine F√§higkeit zu optimieren, weil unser Wesen so verfasst ist, dass wir es dementsprechend an anderer Stelle dann vertr√∂deln. Wir sollten daher nicht eine F√§higkeit erlernen, sondern generell eine konsequente Selbststeigerungsphilosophie in den Blick nehmen.

Warum aber eine Selbststeigerungsphilosophie? Auf Effizienz will ich nat√ľrlich nicht alles trimmen, sondern die Effizienz dient, um schlie√ülich dem EINEN den richtigen Platz zu verschaffen: Dem Selbst. Machen wir diese Selbststeigerungsphilosophie im Geschwindigkeitsrausch mal an einer Geschichte deutlich:

Nach einer Geschichte aus dem dritten Buch des Philosophen Sua Ten gelang es vor zwei Tausend Jahren einem chinesischem M√∂nch seiner Hinrichtung durch den Scharfrichter zu entkommen. Als das Schwert begann seinen Hals zu durchtrennen, befand sich der M√∂nch bereits in tiefster Meditation. In dieser Meditation schaffte er immer mehr Gedanken in einem Moment zu denken, so dass die Zeit um ihn herum immer langsamer wurde, bis sie schlie√ülich stehen bliebt. Schlie√ülich sch√∂pfte und nutzte er die Sekunden derart, dass die Zeit f√ľr ihn unendlich und er selbst ein Selbst wurde. Heute noch zwei Tausend Jahre sp√§ter ist dieser M√∂nch nie gestorben, obwohl er gestorben ist.

Dog galloping slow motion

Die Schnelligkeit als Selbstzweck - By Photos made by Eadweard Muybridge Animation by User Waugsberg Public domain, via Wikimedia Commons

Effizienzphilosophie nimmt daher eines in den Blick: Uns selbst. Wir wollen mehr Zeit, weil es letztlich um uns und die Menschheit geht und dies sollte jedem beim Steigerungsversuch klar sein. Ihr arbeitet schneller, um noch mehr genießen zu können. In der absoluten Geschwindigkeit schließlich liegt die absolute Ruhe

Noch zum unsystematischen Abschluss ein paar Gedanken, die nicht mehr passen, aber auch nicht vorenthalten bleiben sollen: Im Ausland gibt es einen guten Witz: Warum haben die Deutschen keinen Humor? Weil es nicht effizient genug ist. Effizienz aber ist in vielen Bereichen unerl√§sslich, so im Ego-shooter-Sport. Dies f√ľhrt dann soweit, dass eigens Tastaturen daf√ľr angefertigt werden und die Spieler effizientere Tastsystem entwickeln. Eine derartige Tastatur mal im Folgenden Video und im Sinne einer Selbststeigerungsphilosophie bis demn√§chst und denkt daran: Jede Sekunde z√§hlt.

So ich hoffe, der Beitrag war unterhaltsam und gleichsam informativ. Wenn ja, dann z√∂gert nicht und abonniert.¬†Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann¬†added mich doch bitte bei¬†Google+, abonniert mich per¬†E-mail¬†oder tretet der¬†Facebookgruppe¬†oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist nat√ľrlich auch vorhanden sowie eine¬†Pinterestwall zum Thema Lernen.Norman Schultz
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