Links: Emotionales Lernen, der Neuroforscher Manfred Spitzer, Mindfuckmovies und Vergessen zu Zeiten des Internets

In diesem Artikel will ich nur ein paar Themen verlinken, die ich in Zukunft weiter ausarbeiten will. Hier also ein paar Links zur VerknĂŒpfung von Lernen und Emotion, zum gesenkten Standard der Zensuren in Sachsen-Anhalt, zum Bulimielernen, ein paar Mindfuckmovies, sowie noch ein Link zu einer Studie, wie das Internet unsere MerkfĂ€higkeit beeinflusst. Titelbildnachweis: By nattu [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Aus einer Diskussion mit Andreas Giermaier ist die Frage entsprungen, inwiefern wir positive Emotionen brauchen, um zu lernen. Anstatt nur mit PlausibilitĂ€t zu argumentieren, zeigt Manfred Spitzer anhand einer Studie, dass Lernende mit positiven Emotionen tatsĂ€chlich mehr aufnehmen. Dies Argumentation halte ich fĂŒr wirklich fundiert.

Die Frage ist nun, ob sich diese Ergebnisse auf alle Lernmodelle ĂŒbertragen lassen. Ist dies nur war fĂŒr Erinnerung oder lernen wir auch Tanzen, Rechnen und Klavier besser, wenn wir positiv motiviert sind? Eine weitere Frage ist, wie effizient der Professor positive Laune verbreiten kann. Bei Comedians wie Mario Barth fĂŒhlen wir uns schließlich auch wohl, aber wie steht es mit dem VerhĂ€ltnis von Witzen und Inhalten?

Zensuren, Bullemielernen und Bildungsreform

In Sachsen-Anhalt dĂŒrfen nun die SchĂŒler mit 40 Prozent ihr Bestehen feiern. Das Land senkt den Anspruch fĂŒr eine 4 von 51 Prozent auf eben diese Kennziffer.

So weit so gut! Das Problem sind allerdings nicht die Fragen nach gesenkten Zensurenstandards, sondern die Motivation zum individualorientierten Lernen. Es geht nicht darum, Wissen fĂŒr Klausuren zu lernen, sondern tatsĂ€chlich um eine Lebensorientierung. Da Lehrer aber zumeist nur an der Vermittlung von Inhalten, selbst diese aber kaum angewendet haben, steht zumeist nur die Inhaltsreproduktion im Mittelpunkt.

Bored

Langeweile hilft selten beim Lernen. By GRPH3B18 (Own work) CC-BY-SA-3.0

HĂ€ufig gebrauchen wir nun in diesem Zusammenhang den Begriff des Bulimielernens, was beschreiben soll, wie wir kurzfristig Informationen tanken, um sie dann möglichst in der Klausur zu reproduzieren. Gerade fĂŒr kreative Arbeiter erscheint dies wie eine Qual. Spitzer stellte daher bereits in seinem Beitrag dar, wie wichtig im Gegensatz das „generative Lernen“ ist, das heißt ein Modus, in dem wir vor allem das Wissen produzieren. Es geht somit nicht um das kurzfristige Lernen, sondern um die langfristige Produktion von Wissen. Die Frage ist nun, wie wir dieses umsetzen. Ein guter Beitrag zu den modernen Anforderungen findet sich hier: http://www.freitag.de/autoren/geld-und-glueck/das-ende-des-bulimischen-lernens

In dem Artikel heißt es, dass die nötigen MethodenbaukĂ€sten aus dem PĂ€dagogiklabor nur so rumliegen. Derzeit ermangle es nur an dem Personal, was sich der pĂ€dagogischen Front auch öffne.

Mindfuckmovies

Wer sich langweilt, aber dennoch keine Kraft zur AktivitĂ€t hat, dem seien Filme empfohlen, bei denen sich der Geist ausruht und doch ĂŒberrascht wird. Die sogenannten Mindfuckmovies sind schwer zu finden. Eine Liste allerdings gibt es hier: http://www.listal.com/list/mindfuck-xiceser

Mein Favorit ist natĂŒrlich Inception, wo die SphĂ€ren der RealitĂ€t ĂŒbereinandergelagert werden und Wissen unklarer ist als in der Matrix:

Die Reise in unser Selbst war schon immer weiter als die Reise zu den Sternen.

PET-image

Unser Gehirn braucht TÀtigkeit und nicht PassivitÀt By Jens Langner (http://www.jens-langner.de/) (Own work) Public domain

SchwÀcht das Internet unser GedÀchtnis?

Nach Aussage von Betsy Sparrow werde wir intelligenter und intelligenter, so dass Intelligenztests stets neu normiert werden mĂŒssen. Dass wir uns heute also weniger Dinge merken, muss nicht bedeuten, dass wir dĂŒmmer werden. Nach Aussage von Sparrow merken wir uns jedoch eher, wo wir Informationen finden, als dass wir sie auswendig lernen, wenn der Speicherort zugĂ€nglich ist. Dies zeigt nun ein Experiment, das in diesem Zusammenhang durchgefĂŒhrt wurde.

LĂ€sst das Internet uns also doch dĂŒmmer werden? Die Frage ist ja auch, wie weit die direkte Kenntnis aus dem GedĂ€chtnis unsere Geschwindigkeit erhöht, Probleme zu lösen. Wer alles erst nachschlĂ€gt ist doch langsamer oder?

Betsy Sparrow aber mahnt, dass wir nicht sofort das Internet verteufeln sollen. Es muss beispielsweise nicht bedeuten, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne geringer geworden ist, sondern es kann sein, dass uns das Internet diese geringe Aufmerksamkeitsspanne besonders bewusst macht oder dass wir eine spezielle FĂ€higkeit nutzen, die wir entdecken, nĂ€mlich effizient Aufmerksamkeit zu verwenden. Im Falle des Lernens erscheint es, dass wir das Internet symbiotisch nutzen. Wir merken uns weniger und sind eher kreativ. Sparrow stellt auch fest, dass das wirkliche GedĂ€chtnis nicht die einzelne Information, sondern die Vernetzung ist. Die Frage ist daher, fĂŒr welche Bereiche wir heute noch stupides Wiederholen benötigen. Es scheint eher wir sollten generativ tĂ€tig sein.

Ich hoffe der Artikel war nĂŒtzlich und hat einige interessante Informationen zusammengetragen, wenn ja dann bitte teilen. Außerdem added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natĂŒrlich auch vorhanden sowie eine Pinterestwall zum Thema Lernen. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben, wenn ihr mal gemeinsame Projekte im Sinn habt. Ach und teilen, wĂ€re auch nett, damit ich das hier nicht immer nur fĂŒr mich schreibe.

Norman Schultz

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