Du musst dein Leben ändern, du musst Klavierspielen. Warum Persönlichkeitsentwicklung durch Musizieren am effizientesten ist.

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Im letzten Artikel sprachen wir ja bereits über die Frage der Persönlichkeitsentwicklung und bis zu welchem Alter dies möglich sein sollte. Nun ist natürlich klar, dass tägliche Routinen diese Veränderung am Besten bewerkstelligen, denn nach Studien der Duke University machen Gewohnheiten circa 40 Prozent unseres Tages aus (Habits: A Repeat Performance by David T. Neal, Wendy Wood, and Jeffrey M. Quinn). Sloterdijk, der uns als Gewohnheitstier sieht, spricht gar von 99,9 Prozent. Das Leben ist Wiederholung. Es gibt so gut wie nichts, dass wir nicht irgendwie eingeübt hätten: Laufen, Essen, sogar Schlafhygiene oder früh Aufstehen sind Dinge, die auf Autopilot funktionieren können. In diesem Sinne muss dauerhafte Entwicklung über Gewohnheiten geschehen.

Exp Wachstum

Auf einigen Seiten heißt es immer wieder, dass 1 Prozent Verbesserung pro Tag, am Ende eine 37-fache Selbststeigerung bedeute. Verbesserung soll also nicht täglich auf ein Maß festgelegt sein, sondern von Vorhandenem ausgehen. Dieses heißt auch im Fachjargon "Kaizen". Natürlich setzt es voraus, dass wir uns nicht in schlechte Verhaltensmuster zurückfallen lassen, und natürlich auch dass Wachstum in diesem Sinne keine Grenzen hat. Zunächst bleibt das Argument daher leer, denn Veränderung ist keine Formel, sondern eine sehr weit gefasste Aufgabe für ein gelungenes Leben. By MarianneBirkholz (Own work) CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Aber wie sich am besten verändern? Wir hatten ja hierzu im letzten Artikel den Fall eines Mörders besprochen, der nun nach 20 Jahren Veränderung ein Yoga-Studio in Stralsund leitet. Zu der Frage der Persönlichkeitsentwicklung gibt hier natürlich sehr viele Websiten, aber trotz der vielen Informationen Erfolg kommt von einem Gehirn, das leider sehr träge sein will. Veränderung passiert in kleinen Schritten täglich und die sind mit unter sehr schwer zu machen. Wir beginnen daher mal mit einem klassischen Argument: Gemäß Aristoteles muss nun, wer mutig sein will, sich Situationen aussetzen, die Mut erfordern (Nikomachische Ethik). Daraus könne wir analogisch ableiten: Wer besser sein will, muss sich Situationen aussetzen, die Verbesserung erfordern. Und wo können wir diese Verbesserung am ehesten herbeiführen? Auch hier schauen wir in die klassische Erziehungslehre. Nach Platon gehen zunächst der Körper und die musikalische Bildung dem Aufstieg aus der Höhle zur Sonne voran (die Sonne ist die Selbstaktualisierung nach Masslow’s Bedürfnispyramide siehe Artikel dazu hier), 

Ich denke nun auch, dass ein Musikinstrument zu erlernen, ein gutes Modell für die Selbstverbesserung darstellt. Warum? Sobald man geringfügiges Wissen erworben hat, kann man sich in Zirkeln engagieren, die es genau darauf anlegen, am Instrument besser zu werden und man kommt mit Menschen in Kontakt, die vielfältige Interessen haben, wobei es ihnen häufig um positive Charakterentwicklung geht (vor allem im klassischen Bereich). Aber bringen wir noch ein paar andere Daten ins Spiel:

Musik ist ein intellektuelles Gesamt-Work-Out

Bei der Persönlichkeitsentwicklung bedeutet ein Musikinstrument ein komplettes Work-Out für den gesamten intellektuellen Organismus. Die Vielschichtigkeit der Musikpraxis erreicht kein anderes Interesse. Musizieren hat Effekte auf die Gesundheit, wirkt zu Teilen wie ein physisches Training auf den Körper, verbessert die Intelligenz als auch die emotionalen Fähigkeiten. Wer sich also verbessern will, der sollte damit beginnen, ein Instrument zu erlernen und es auch möglichst früh seinen Kindern nahe legen. Natürlich entspricht dies nicht meiner gesamten Konzeption des Lernens, denn Lernen zeichnet sich durch ein komplexes Netzwerk von täglichen Routinen aus. Ich behaupte aber, dass Musik einer der zentralen Punkte unseres Lebens sein sollte. Warum?

Ich selbst spiele seit vielen Jahren Klavier und werde regelmäßig gefragt, ob ich professioneller Pianist sei. Das verneine ich immer mit einem schüchternen Lächeln, aber ungeachtet der sozialen Ehrung und persönlichen Eitelkeit muss ich sagen, dass mich das Musizieren zu einem besseren, vor allem ausgeglicheneren Menschen gemacht hat, und dass es mir womöglich am Meisten im Leben gegeben hat, noch mehr als meine Profession, die Philosophie. Zudem habe ich so viele Freunde durch die Musik kennengelernt wie zum Beispiel meinen besten Freund Kiril Stankow. Nach Maslows Bedürfnispyramide erfüllt Musik alle Punkte und kann uns, wenn wir es denn erlernen, bis zur Selbstaktualisierung bringen. Schauen wir uns aber auch ein paar Studien hierzu an.

Woher wissen wir, was uns intelligenter macht?

Die letzten 20 Jahre bedeuten eine wissenschaftliche Revolution. Da Daten nun mittels des Internets geteilt werden, hat sich ein dichtes Netz von Studien ergeben, wonach nun der Einfluss von Musik auf die Bildung genauer bestimmt werden kann. Auch die Neurowissenschaft hat hierauf starken Einfluss genommen. Bevor sich diese beiden Felder entwickelt hatte, war dieser Einfluss von Musik oftmals nur sehr ungenau bestimmt. Im Folgenden werde ich die wesentlichen Fakten des Einflusses des Musizierens auf unsere Intelligenz darlegen und mit zunehmender Komplexität auflisten. Ich empfehle dabei, soweit zu lesen, wie es sinnvoll erscheint, es ansonsten als gute Basis für Argumente zu nutzen. Zu den Konsequenzen komme ich weiter unten. Reicht also die Geduld nicht aus, um sich durch die detaillierten Ergebnisse zu wühlen, empfehle ich ruhig zum Ende vorspringen.

Kurzfakten:

  1. Musizieren hilft bei feinmotorischer Entwicklung, emotionaler Entwicklung Aufmerksamkeit, Angstmanagement, emotionaler Kontrolle (Studie, Magnetic Resonance (MRI) Study of Normal Brain Development)
  2. Nach einer MIT Studie ist der Cerebral Cortex von Konzertpianisten 30 Prozent größer als der von anderen Menschen, die als intellektuell bezeichnet werden (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  3. 75% aller Manager im Silicon Valley hatten Instrumentalunterricht als Kind (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  4. Lesen bedarf verschiedener Fähigkeiten wie Rhythmus und Zählen, was insgesamt der mathematischen Fähigkeit helfen kann. So zeigen Studien auch , dass Musikschüler häufiger besser in der Schule sind (Quelle: Friedman, B. (1959) An evaluation of the achievement in reading and arithmetic of pupils in elementary schools instrumental classes. Dissertation Abstracts International, 20, pp.s 3662-3663.) http://www.effectivemusicteaching.com/articles/directors/18-benefits-of-playing-a-musical-instrument/
  5. Musizieren verbessert Testscores, (nach Studien der University Texas und Georgia gibt es signifikante Korrelationen zwischen der Anzahl der Jahre, in denen ein Musikinstrument gespielt werde und den akademischen Leistungen in Mathematik (University of Sarasota Study, Jeffrey Lynn Kluball; East Texas State University Study, Daryl Erick Trent) 
  6. Ebenso verbessert Musizieren die Sprachfähigkeiten  (Quelle weiter unten)
  7. Musizieren kehrt Stress auf der molekularen Ebene um. Zitat: “It can reverse stress at the molecular level.” (Studies conducted by Loma Linda University School of Medicine and Applied Biosystems; Medical Science Monitor) 
  8. Musizieren beeinflusst unsere Hormone positiv.  Zitat: “[…] group keyboard lessons showed significantly higher levels of HgH than the control group people who did not play.” (University of Miami) Quelle: http://www.laphil.com/sites/default/files/media/pdfs/shared/education/yola/susan-hallam-music-development_research.pdf
 Konkretere Fakten Argumentationen nach: The power of music: its impact on the intellectual, social and personal development of children and young people” von Susan Hallam, Institute of Education, University of London Executive
Da Klavierspielen eine sehr komplexe Fähigkeit ist, hat es positive Effekte in vielen Bereichen. Wichtig ist festzuhalten: Einige Fähigkeiten werden von unserem Gehirn auch automatisch für andere Bereiche genutzt, andere Bereiche bedürfen Reflexion. Viele Lernprozesse laufen allerdings unbewusst ab und hier ist es wichtig, eine gute Strategie zu haben und nichts erzwingen zu wollen. Aus diesem Grund ist auch ein gutes, kritisches Coaching wichtig.
Im Folgenden finden sich einige Fakten, die ich nach Hallam zusammengetragen habe. Das Dokument ist wirklich sehr dicht und weist viele Studienergebnisse nach. Um das ganze noch detaillierter anzugehen, empfehle ich, dort nachzuschlagen (der Text ist allerdings auf Englisch)
Wir trainieren mit Musik auch unsere Sprache
Nach Hallam teilen Wahrnehmung, Sprache und Lesefertigkeiten sowie Musik viele Prozesse und wirken daher wechselseitig aufeinander ein. Aktives Musiktraining erhöhe daher die Aufnahmebereitschaft im linguistischen Bereich. 8-jährige mit nur 8 Wochen musikalischem Training zeigten hier bereits Verbesserung in der Wahrnehmung mit Kontrollgruppen. Was trainiert werde ist die “phonemische Bewusstheit”.
Ich kann dies aus meiner persönlichen Erfahrung bestätigen, ich bekomme immer wieder Komplimente für meine sehr korrekte Aussprache im Chinesischen, sicher auch ein Resultat meiner musikalischen Ausbildung.
Hallam argumentiert weiter: Ein Instrument zu erlernen, verbessert die Fähigkeit Wörter zu erinnern durch eine Vergrößerung der linken “cranial temporal regions”. Musikalisch trainierte Teilnehmer konnten so 17% mehr verbale Informationen aufnehmen. Auch hier kann ich auf meine persönliche Erfahrung zurückkommen, da mir bereits nach meinen ersten Aufenthalten in Amerika eine sehr gute Englische Sprachfähigkeit bescheinigt wurde und das obwohl ich in der Schule wirklich nicht zu den großen Leuchten gehörte. Ich denke, dass mich vor allem hier die Musik positiv beeinflusst hat.
Musiker sind größer UND intelligenter 
Desweiteren konnte in 15 Studien festgestellt werden, dass es eine starke vertrauenswürdige Verbindung (‘strong and reliable)’ von 2,54 cm Körpergrößenunterschied zu Gunsten der Musiker gäbeNach einer Studie die Theater- mit Musikunterricht verglich, hatten die Schüler der Theatergruppe einen durchschnittlich höheren IQ um 4,3 Punkte, während Kinder der Musikgrupe um 7 Punkte höher abschnitten. Zwei national repräsentative Studien in den USA mit 45.000 Kindern konnten weitere Zusammenhänge verdeutlichen: Höhere Kreativität, besonders wenn das Spielen des Instruments Improvisation enthielt – erhöhter Selbstwert, Durchhaltevermögen, um Frustrationen zu überkommen, und Selbstdisziplin sind nur einige der Ergebnisse. Im Weiteren hat die Teilnahme in Musikgruppen Freundschaften gefördert, soziale Fähigkeiten, soziales Netzwerken, Teamwork, einen Sinn der Dazugehörigkeitund erhöhte Konzentration. Und auch hier muss ich sagen, die meisten meiner Freunde in Pittsburgh kommen aus dem musikalischen Umfeld.
Musizieren wirkt schnell
Der Einfluss von Musik macht sich zudem sehr schnell bemerkbar. 25 Minuten Musiktraining für 7 Wochen ergab bereits höhere Gehirnaktivität bei 4 bis 6 jährigen. Nach Haley (2001) zeige sich, dass Studenten, welche vor dem vierten Schuljahr mit Musizieren begannen, bessere Resultate in Musik aufwiesen; insbesondere die Tasteninstrumente schnitten hier besser ab 
Auswirkungen auf die Schulleistung: Es sind nicht nur die besseren Schüler, die ein Instrument lernen, sondern das Musizieren macht sie besser.
Nach einer Studie von Morrison (1994) von 13.000 Studenten zeigte sich, dass High-School-Students bessere Noten in Matehmatik, Geschichte und anderen Wisssenschaften hatten. Natürlich ist die Frage, die sich den wissenschaftsgeneigteren Lesern aufdrängt, ob der Einfluss nicht durch die Musik, sondern durch die Eltern kommt oder aber, ob bessere Schüle eher dazu tendieren ein Instrument zu lernen. Hierzu wurde eine Studie durchgeführt: Nach Southgate and Roscigno  (2009) ist das Engagement in Musik zwar von den Eltern abhängig, aber auch nachdem der Einfluss der Eltern einbezogen wurde, zeigen sich immer noch die positiven Einflüsse von Musik.
 
Musik ist die höchste Form der Kunst
Musik im Vergleich mit Visual Art führte zu höherer Kreativität. Umso höher die Anzahl der Musikstunden, desto höher war die Kreativität (Hamann et al., 1991). Andere Studien betonen auch den Bezug zum kritischen Denken (NACCCE, 1999). Gerade Improvisation half signifikant beider Entwicklung des Kreativen Denkens. Broh (2002) zeigte ebenso, dass Musikschüler mehr mit ihren Eltern und Lehrern reden. Auch die Eltern sprachen vermehrt mit befreundeten Eltern. Das resultierende höhere Selbstwertgefühl war auch assoziiert mit größerem Erfolg in der Schule. In Studien aus der Schweiz fand man heraus, dass eine Erhöhung des Musikunterrichts keine negativen Effekte in Sprachen oder Lesefertigkeiten hatte, gegeben durch die reduzierte Stundenzahl in den anderen Bereichen.
Zäsur: Es gibt hier derartig viele Resultate und wir überspringen die emotionalen Einflüsse, dazu kommen wir nämlich noch am Ende. Interessant sind aber auch die Effekte auf physische Entwicklung und Gesundheit, sowie das Glücksempfinden.
Mit dem Musizieren verbesserte sich auch das Werfen, Fangen und Springen. vor allem wenn Kinder in Programmen teilnahmen, die Rhythmus enthielten. Bekanntermaßen ergeben sich aus dem Singen viele positive Einflüsse auf die Lungenfunktion, aber auch das Wohlebefinden, Entspannung und soziale Kontakte verbesserten sich (Clift and Hancox, 2001). Clift und Hancox fanden auch positive Ergebnisse für das Immunsystem und das Herz heraus. Clift et al. (2008)
Nach Parr (1985) würde Musizieren auf das Herz wirken wie ein flotter Spaziergang. Die Sterblichkeitsraten in Gesellschaften, die sich stärker auf Musik konzentrieren, sind angeblich sogar geringer. (Bygren, Konlaan & Johnansson, 1996; Konlaan, Bygren and Johansson, 2000; Johansson, Konlaan and Bygren, 2001; Hyyppa and Maki, 2001). Und das Musik der Entspannung hilft, brauchen wir wohl nicht erwähnen. Mir sind auch noch Dokumentationen im ‘Ohr’, die betonten, dass aktive Musiker seltener zu Alzheimer neigten, oder dass Alzheimer hier besser kompensiert werden konnte. Wen das alles nicht überzeugt, der kann sich das folgende Video anschauen (und dabei gleich ein bisschen English lernen).
Dies sind also die bisherigen Effekte des Musizierens und die Studien (auch wenn mitunter nicht ganz klar) legen nah, dass Eltern, die ihren Kindern, die besten Chancen ermöglichen wollen, auch über die richtige musikalische Ausbildungen nachdenken sollten. Der beste Grund aber, warum wir Musik machen sollen, ist nicht der Leistungsanspruch. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Musik Menschen zusammen bringt, Menschen, die Sinn in einer produktiven Tätigkeit finden. In der Musik kann man Freunde finden, das ist mir in meinem Leben häufig geglückt. Hierbei geht es nicht unbedingt darum, der Beste zu sein und wie oftmals beim Sport darum, sich hervor zu tun, sondern sich mit anderen gemeinsam an einem großen Werk zu versuchen. In diesem Sinne verspricht Musik einen idealen Beginn in der Persönlichkeitsentwicklung. Aber auch dies sind nur extrinsische Gründe, der einzige Grund, den ich anmerken kann: Es macht mir Spaß am Klavier zu sitzen und zu üben, zu sehen, wie ich mich verbessere und von Zeit zu Zeit, Musik, die ich selbst produziere zu genießen. Es macht mir auch Spaß, dieses weiterzugeben. In Pittsburgh habe ich einen Hochzeitsmarsch komponiert, der nun auf immer mehr Hochzeiten gespielt wird. Das ist schön und letztes Wochenende habe ich auf einer Talentshow gespielt, wonach mich viele Leute danach auf das Stück angesprochen haben und sehr begeistert waren. Und es geht noch sentimentaler: Eine meiner Freundinnen weint gerne, wenn sie Klaviermusik hört :)
Und wie geht es jetzt weiter? Es beginnt wohl damit, ein Musikinstrument zu kaufen, einen engagierten, guten Musiklehrer zu finden und auch seine Kinder zum Musikunterricht anzumelden. Klavier ist übrigens meine Empfehlung, weil es in allen Musikbereichen integrierbar ist, Flexibilität ermöglicht und vor allem auch immer eine Tür zum klassischen Bereich aufhält (es ist allerdings kein Muss). Gitarren sind transportabler, aber neuste Stage-Pianos sind auch leicht woanders unterzubringen und haben noch sehr hohe Qualität. Natürlich sind Klaviere teuer, hier in Pittsburgh habe ich mir jetzt gerade erst ein Yamaha P-45 gekauft, nachdem unser Klavier abgeklappt ist (spart auch die 200 Dollar stimmen jährlich und an Flügeln kann ich an der Uni üben).

Das ist E-Piano sehr günstig, hat ein paar Limitierungen im künstlerischen Ausdruck, aber das Preisleistungsverhältnis ist unschlagbar. Für Anfänger kann es meines Erachtens keine andere Empfehlung geben, denn nach 3 Jahren ist das Geld schon wieder drin, weil man es nicht für das Stimmen eines Klavieres ausgegeben hat. Ich setze mich mal hin und werde einen Artikel über E-Pianos schreiben, denn auch unter Profis sind diese noch sehr unterschätzt.

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Frohe Weihnachten, Norman Schultz, Pittsburgh, Dezember 2015

Nie wieder ein Fenster öffnen – Mit den richtigen Pflanzen weniger krank sein und produktiver werden

In diesem Artikel geht es um Pflanzen, die als gute Luftfilter, ein ideales Arbeitsklima erschaffen. Wer mein unendliches Gelaber zu, wie, warum und weshalb nicht ertragen kann, der kann hier direkt zu den Informationen, um welche Pflanzen es sich handelt. Ansonsten gibt es im Folgenden ein paar Argumente für Pflanzen im Zimmer und wie ich zu meinen grünen Freunden gekommen bin.

Grib skov

Für mehr grüne Lunge

Einmal Luftfilter bitte

Im Saturn haben mir die Verkäufer ja schon so vieles erzählt. Ich wollte mal ein Diktiergerät kaufen und erklärte die Funktionen, worauf der Mitarbeiter mir mit felsenfester Überzeugung versicherte, dass es so etwas nicht geben würde.

Nun, nehmen wir nun mal folgendes Szenario an. Ich gehe zu Saturn und sage, dass ich etwas mit folgenden Eigenschaften haben möchte:

1) Es soll für ein gutes Raumklima sorgen und Schadstoffe aus der Luft filtern

2) kostensparend arbeiten möglichst in der Energieklasse A+++

3) pflegeleicht sein und auch nicht so schnell kaputt gehen

4) und, alles in allem vielleicht für unter 100 Euro zu haben sein und sich am besten vermehren

Nun, tatsächlich ich bin jetzt unter die Sauerstoffproduzenten gegangen und lasse mir in meinem Zimmer gesunde Luft einfach wachsen. Es geht um Hauspflanzen, die die Luft säubern. Ich selbst habe mir kürzlich Pflanzen gekauft und haben das Sauerstofflevel in meinem Kabuff derart erhöht, dass ich schon seit fünf Tagen kein Fenster mehr geöffnet habe und es womöglich auch nie wieder muss. Ich sage nur: Fukushima soll kommen! Und nachdem wir den Waldbestand in den letzten 10 Jahren um 1,5 Millionen Quadratmeter kostensparend reduziert haben (eine Fläche größer als Deutschland), ist es wohl an der Zeit, sich ein eigenes Klima zu bauen.

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Bogenhanf gibt nachts Sauerstoff

Aber Ernst bei Seite: Pflanzen verbessern das Raumklima und die richtigen Pflanzen filtern giftige Stoffe und geben jede Menge Sauerstoff selbst bei schlechten Lichtbedingungen. Doch nicht nur das, einige tun das selbst nachts.

Warum ich das aber hier bespreche? Nun, es verbessert unsere Lebensqualität und so letztlich auch unsere Arbeitsleistung. Dies sei, so heißt es auf allen Seiten, die ich dazu lese, wissenschaftlich belegt. Nur die Quelle zu den “wissenschaftlichen” Studien nennen sie leider recht selten, daher reicht uns an dieser Stelle heute mal ein bisschen Plausibilität: Da frische Luft mehr Sauerstoff bedeutet und unser Gehirn Sauerstoff mag, muss das gut sein. Es heißt zudem, dass die Innenluft 2 bis 5 mal schlechter als draußen ist, so dass wir draußen prinzipiell besser arbeiten. Warum also nicht das Draußen nach Innen holen?

Nun bleibt die Frage, ob es Pflanzen gibt, die unsere folgenden Kriterien tatsächlich erfüllen:

  1. Möglichst pflegeleicht, weil wir ohnehin wenig Zeit haben und sie uns auch aus Effizienzgründen anschaffen
  2. Die Pflanze sollte selbst bei schlechten Lichtbedingungen Sauerstoff produzieren, wenn möglich gar nachts
  3. Die Pflanze sollte Giftstoffe filtern.
  4. Sie sollte relativ günstig sein.
Bei dieser Kombination würde uns jeder Saturnmitarbeiter auslachen, denn so etwas gibt es schließlich nicht. Ich meine, wenn Diktiergeräte technisch nicht möglich sind, dann müssen Pflanzen wohl ein Wunder Gottes sein. Aber entgegen aller Erwartung, Pflanzen können tatsächlich Sauerstoff produzieren und das nicht einmal, wie viele denken, in minimalen Mengen.
Übrigens habe ich tatsächlich lange Zeit gedacht, dass Pflanzen in der Regel nur zu dekorativen Zwecken am Fenster stehen oder dass Pflanzen bei einigen von uns soziale Qualitäten für Besucher vortäuschen sollen. Klar, wir haben uns schließlich aus Herzenswärme entschieden einer armen Adoptiv-pflanze ein Zuhause zu geben. Ich dachte auch, dass andere von der beherzteren Natur gerne jemanden zum Reden haben, jemand, der nicht widerspricht und sie auch nicht auslacht, wenn sie mal wieder weinen, weil Flipper gestorben ist. Ungeachtet dieser Tatsachen, doch es gibt einige Pflanzen, die richtig Sauerstoff produzieren und um meiner Rumrederei ein Ende zu machen um diese geht es hier:

Pflanzen, die Saures geben (also stofflich meine ich)

Haha, ich weiß, schlechter Witz. Nun es liegt nicht am Sauerstoffmangel, seitdem ich fünf der folgenden Pflanzen hier zu stehen habe, ist die Luft in meinem Zimmer tatsächlich wesentlich frischer. Bevor wir aber zu den Fakten kommen, hier mal ein Video aus der Abgasnation Indien, wo die Pflanzen nun in Büroräume zu Wellnesscenter umfunktionieren.

Also die Daten mal zusammengefasst. Es geht um die: 1) Areca Palm, 2) Mother-in-Law’s Plant (Bogenhanf), und 3) die Money Plant (ich glaube dabei handelt es sich um die “Efeutute“)

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6 mal Bogenhanf und ihr müsst nie wieder ein Fenster öffnen

Nach dem Video zu urteilen werden ungefähr 6 bis 8 dieser Gefährten pro Person benötigt (zu anderen Daten kommen wir weiter unten). In dem vorgestellten Bürogebäude sind es daher 1200 solcher Pflanzen auf 300 Leute. Als Resultat der Pflanzen geht der Blutsauerstoff mit einer Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent um ein Prozent nach oben, wenn man sich mehr als 10 Stunden in dem Gebäude aufhält. Wenn ich es im Weiteren richtig richtig verstanden habe, gab es zudem 52 Prozent weniger Augenreizungen, 43 Prozent weniger Kopfschmerzen und 9 Prozent weniger Asthma. Aber kommen wir mal zu den Pflanzen im Einzelnen.

In anderen Quellen heißt es zudem, dass der Anblick von Pflanzen die Kreativität um 20 Prozent steigern könne (Quelle). Zudem tragen Pflanzen der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei, was die Staubkonzentration in der Luft vermindert und die Schleimhäute feuchter hält, so dass Krankheiten seltener sind.


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Einer der besten Sauerstoffliferanten, die Arecepalme

Die besten Pflanzenfilter

1) Die Arekapalme 

entfernt Toluen und Xylen. Nun, ich weiß zwar nicht, was diese Stoffe bedeuten, aber ich möchte sie gerne nicht in meinem Zimmer haben. Darüber hinaus wandelt die Pflanze signifikante Mengen an CO2 in Sauerstoff um. Vier schulterhohe Pflanzen würden Sauerstoff für einen ganzen Tag produzieren. Das gute, die Arekapalme verträgt kein direktes Sonnenlicht, das heißt ihr könnt der Palme auch ruhig ein schattiges Plätzchen zuweisen.

2) Die Efeutute

Die Efeutute (epipremnum aureus) erreicht einen CO2-Abbau von 75% und baut dabei auch Benzol (90 Prozent innerhalb von 24 Stunden) und Formaldehyd ab (einige Stoffe, die sich gerne in Büroräumen sammeln und auch aus einigen Klebstoffen ausdünsten) (Quelle).  

3) Bogenhanf

Bogenhanf (Sansevieria) produziert vor allem nachts frischen Sauerstoff. Zudem ist die Pflege äußerst leicht und seltenes Gießen tut dieser Pflanze einen Gefallen. Sie mag es vernachlässigt zu werden (dies gilt übrigens auch für die anderen Pflanzen). Wem es allerdings um die psychisch stabilste Pflanze dieses Planeten der kann sich mit der so genannten Idiotenpalme begegnen, denn selbst Idioten können sie nicht umbringen. Es handelt sich um die:

Chlorophytum comosum

Grünlilien sind unkaputtbar

4) Grünlilie

Die klassische Grünlilie (Chlorophytum Elatum) reduziert nach Studien den Kohlenstoffdioxidgehalt um 96 Prozent (Ich vermute, dass sich ähnlich der NASA-Studie hierzu um einen Raum mit erhöhter Konzentration handelt (Quelle). Im Film “Gravity” glaube ich übrigens diese Idiotenpalmen auf der chinesische Raumstation entdeckt zu haben.

In anderen Quellen heißt es:

“Die Grünlilie, eine beliebte Ampelpflanze, schafft es beispielsweise, den Formaldehydgehalt einer geschlossenen Kammer (der 10mal höher als in normaler Wohnraumluft war) innerhalb von 24 Stunden um 86 Prozent zu reduzieren.”

5) Sprossen

Wer darüber hinaus noch viel Sauerstoff in seine Umgebung pumpen will, der könnte zusätzlich noch Sprossen anbauen: Buchweizen, Sonneblumen und Erbsen sollen hierbei sehr effizient sein. Insgesamt müssen wir aber wohl sagen, dass eine Vielzahl von Pflanzen unterschiedlich vorbeugt, als Anfängerpflanzen sind allerdings Grünlilie, Bogenhanf und Efeutute sicher unschlagbar.

Epipremnum aureum vine

Reduziert viele giftige Stoffe, die Efeutute

Wieviele Pflanzen brauchen wir nun für ein optimales Klima?

Die Nasa empfiehlt circa 15-18 Pflanzen bei 1800 Squarefoot. Das müssten umgerechnet ungefähr 170 Quadratmeter sein. Nehmen wir also eine normale Singelbude von sagen wir 30 Quadratmetern, so sollten 3 – 4 dieser Pflanzen ihren Platz finden. Ihr müsst also nicht alles überfrachten. Wenn ihr allerdings noch bessere Effekte wünscht, so kann eine weitere Begrünung nicht schaden.

Alles in allem muss nun niemand etwas überstürzen. Ich habe begonnen, ein paar dieser Pflanzen zu kaufen und züchte nun verschiedene Ableger, das spart ein wenig Geld und es macht Spaß. Ich hatte lange Zeit keine Pflanzen, weil ich viel umgezogen bin, immer in verschiedenen Städten studierte und viel reiste, nun da ich in Pittsburgh ein langfristiges Stipendium habe, finde ich, dass es sich lohnt damit zu beginnen. Falls ich dann wieder nach Deutschland ziehe, so habe ich auch gute Abschiedsgeschenke. Zu Weihnachten verschenken eignen sich die Grünlilien wohl auch als Geschenke (wie wohl auch die anderen Pflanzen). Gerade mit einer beigefügten Notiz über die verschiedenen Funktion könnte sich so mancher Bürohocker freuen. 

Snake plant

Auch Schwiegermutterzunge genannt, Bogenhanf

Weitere Informationen

Tabelle einiger Pflanzen, die giftige Substanzen filtern: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_air-filtering_soil_and_plants

Die NASA Clean Air Study, die angefertigt wurde, um die Reinigung von Weltraumstationen zu untersuchen. Neben der Absorption von Carbondioxide und Sauerstoffproduktion (Oxygen), eliminieren diese Pflanzen BenzeneFormaldehyde und Trichloroethylene.

Die Top 10 der NASA-Studie:

Infoblatt von “Gesundes Österreich” mit einigen Gründen, was für Pflanzen im Haus und Büro spricht

Hier sind einige Links zu Amazon (Affiliate Links). Ich habe mal ein paar nachgeschlagen, die es günstig gibt. Ich habe meine Pflanzen auch über Amazon ersteigert, allerdings von der amerikanischen Seite. Ich habe mir 2 Grünlilien besorgt, die wirklich wundersam wachsen, einen Bogenhanf, eine Efeutute und noch einen Philodendron. Die Qualität war gut im Vergleich zum Preis und ich sehe das auch als Investment in viele Ableger, denn die Pflanzen wachsen sehr schnell.





Nun da sind ein paar günstige, also auch größere dabei, je nach Wunsch. Ich selbst habe mir eher kleinere um die 10 Euro geholt und werde über Weihnachten anfangen umzutopfen und erste Aleger produzieren. Wenn ihr mir weiter folgen wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz

Pittsburgh

Titelbildnachweis: Ireen Trummer (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wer war der intelligenteste Mensch der Welt, was ist Intelligenz und können wir sie steigern?

Zur Intelligenzsteigerung heißt es, dass selbst das Universum als gigantisches Gehirn  in eins genommen, hätte dann noch immer eine Grenze (Quelle: Artikel über die intellgentesten Menschen der Welt). In diesem Artikel geht es nicht um die Grenze des Universums aber um die äußere Grenze der menschlichen Intelligenz und eine etwaige Intelligenzsteigerung. Dabei schauen wir einerseits auf die intelligentesten Menschen ALLER ZEITEN, aber kümmern uns auch um die weniger ironische Frage, warum Menschen, die doch auf ihre Intelligenz so stolz sind, gleichzeitig so dumm sein können. (Titelbildnachweis: Public domain)

Katarrhaktes ouroboros

Das Universum,als gigantisches Gehirn. Was ist die Grenze der Intelligenz? (By Katarrhaktes (www.katarrhaktes.com CC-BY-3.0 Wikimedia Commons

Jawohl wir sind dumm und glauben doch die Welt sei wie die Aufgabe eines Intelligenztest leicht “berechenbar”. Doch vielleicht ist die Welt nicht lösbar. Vielleicht ist die Welt nicht durch ein geheimes Zahlenband verbunden. Bevor wir also zur Intelligenzsteigerung kommen stellen wir zunächst die Frage: Wohin reicht also überhaupt unsere Intelligenz?

Wer sich schon einmal in einen Intelligenztest vertieft hat, der bemerkt schnell, dass die Aufgaben eigentlich sehr einfach sind (Wer das noch nicht hat, ich habe hier ein paar Intelligenztests  zusammengestellt wie auch eine etwas genauere Auswertung von einigen Intelligenztests vorgenommen. Weitere sollen noch folgen). Das Paradoxe ist nun: Selbst bei einfahcen Intelligenztests scheitern wir mit unserer Intelligenz und die Welt ist wesentlich komplexer.

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Wenn ein Fuchs in ein Buch hineinschaut, kann dann ein Gelehrter herausblicken? By Master of Catherine of Cleves, Public domain,

Warum wir so blöd sind
Wir scheitern in Intelligenztests und bemerken oftmals später die verblüffende Einfachheit der gestellten Aufgaben. Um dies zu demonstrieren hier ein Beispiel:

“Versuchen Sie die folgende Frage zu beantworten, bevor Sie weiterlesen. Jack schaut Anne an, aber Anne schaut George an. Jack ist verheiratet, aber George nicht. Schaut eine verheiratete Person eine unverheiratete an?”

a) Ja      b) Nein    c) Kann nicht entschieden werden

Über 80 Prozent der Menschen beantworten diese Frage falsch. Falls Ihre Antwort war, dass die Frage nicht entschieden werden kann, gehören Sie zu auch zu ihnen. (Wie ich.) Die korrekte Antwort ist: Ja, eine verheiratete Person schaut eine unverheiratete an. http://giordano-bruno-stiftung.ch/blog/warum-kluge-menschen-dumme-dinge-tun/

Obwohl die Aufgabe meisterbar ist, ist es uns in irgendeiner Weise unangenehm logisch zu denken. Wir sparen Energie und fahren unsere Kapazitäten nicht hoch. Wir haben ein Denkorgan, aber intelligent sind wir deswegen noch lange nicht. Wir müssen also lernen, im Richtigen Moment unsere Kapazitäten zu nutzen.

Keulemans common fox

Fuchsintelligenz By Mivart, St. George Jackson, 1827-1900 Public domain, via Wikimedia Commons

Doch halt, selbst wenn wir dies tun, könnte es sein, dass Menschen von Natur aus dumm sind und wir eigentlich nicht unsere Intelligenz messen, sondern nur Potentiale zwischen den Menschen, nämlich ihre Dummheit. Das heißt, wir geben den Wert für die Intelligenz immer nur relativ zur Durchschnittsblödheit an.

Nun aber genug mit dem Menschheitsbashing. Kommen wir zur Frage: Was testen denn nun Intelligenztests?

Was Intelligenztests messen – Zum Problem der Mustererfassung

Was testen Intelligenztests? Nun Intelligenztests messen, was Intelligenztests messen. So kommentieren es zumeist Menschen, die ihr Ressentiment nicht zügeln können. Sie haben einen Argwohn auf Menschen, die besser sind und machen die Ergebnisse von Intelligenztests schlecht. Im Bild-Intelligenztest (der wahrlich nur von Bildlesern gemacht werden sollte) kommentiert dann zum Beispiel ein Nutzer:

Ich habe mein Vermögen ohne Abi und Studium gemacht. Bin ich jetzt blöder als ein Professor? Ist mir eigentlich wurscht. Lieber ein reicher Blöder als ein armer Akademiker. Es lebe der gesunde Menschenverstand. (Quelle: Bild)

Ganz kurz: Ja, der Herr ist blöder als ein Professor. Was der Kommentar aber demonstriert, ist dass unsere Gesellschaft wie eine Lotterie funktioniert und dies mag gar für akademische Bereiche gelten. In der Regel interessieren uns nicht die Intelligenten, sondern die Erfolgreichen. Erfolgreich ist aber nur jemand, der sich durchsetzt und nicht unbedingt jemand, der intelligent ist. Unter Umständen bekommen die Erfolgreichen ihren Erfolg auch durch das Geburtsglück zugesprochen. Wir müssen schon in einer ersten Welt geboren sein, um aufsteigen zu dürfen oder besser gesagt, die Klasse halten zu dürfen.

Univers flammarion 1888 nach Fabris

Der Griff nach der Wirklichkeit, By Sergio Fabris (Own work), CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Aber nochmal: Was testen dann Intelligenztests, wenn sie keine Aussage über Erfolg machen? Die Antwort ist schlicht: Intelligenztests testen die Fähigkeit Muster zu erkennen.

Ist es uns aber eine Hilfe Muster zu erkennen? Offenbar nicht, denn es führt nicht unbedingt zum Erfolg oder es ist keine notwendige Voraussetzung für Erfolgt. Somit stellt sich die Frage: Ist die Welt vielleicht so komplex, dass es keine Muster gibt und diese Muster nur eine Vorstellung unseres begrenzten Verstandes sind? Wenn dies der Fall ist, dann würde es keinen Sinn ergeben, Muster zu erforschen, Muster in der Natur zu suchen. Hiermit wäre begründet, warum intelligente Menschen nicht notwendig erfolgreich sind. Das vollendete Wissen wäre dann schlicht eine Kopie der Welt und kein Muster, das Zusammenhänge erklärt.

Doch wir können auch den entgegengesetzten Fall annehmen: Die Welt ist vielleicht in ihren kleinsten Teile nicht qualitativ verschieden. Das heißt, es gibt vielleicht Dinge, die überall gleich sind, so dass sich die Welt doch als das Quantative, als Zahlband finden lässt. Dann wäre die Welt doch in allen ihren Teilen essentiell eine Welt und genau hier wäre Intelligenz angemessen. Es gäbe etwas, das die Welt essentiell zusammenhalten würde und somit wäre die Welt mit der Intelligenz, nämlich in Mustern erfassbar. Dann aber hieße es, dass Welterkennende vielleicht nicht unbedingt an Erfolg interessiert sind und genau hier lebt der gesunde Menschenverstand.

Home in Relation to Everything

Das wohlgeordnete, weil wohlverstandene Universum By Roland Winkler, Leibnitz Institution of Astrophysics, Potsdam CC-BY-SA-3.0, via wikicommons

Zum Problem der Komplexität

Um das Problem der Komplexität der Muster zu illustrieren, vergleichen wir es mit einem Schachspiel: Ich könnte anfangen alle Eröffnungen und Weisen des Schachspiels zu systematisieren, allerdings würde ich bald so viel aufgeschrieben haben, dass ich Probleme hätte diese Liste zu überblicken. Ich hätte eine unglaublich lange Liste an Zügen und mein Gegner müsste lange warten, bis ich ich meinen Zug finde (da kann ich auch gleich selber denken).

Wir wissen im Grund nicht viel über das Schachspiel, aber vielleicht ist das Schachspiel gar so komplex, dass jede Regel eine Ausnahme in sich wäre? Hätte ich dann eine Liste aller Eröffnungszüge, dann wäre ich ebenso verloren vor dieser Liste wie vor dem Schachbrett. Ich müsste genauso lange wie vor dem Schachbrett den richtigen Zug, so den richtigen Zug in dieser Liste suchen.

Aber halt vielleicht gibt es Muster im Schachspiel. Dann kommt es letztlich darauf an, Muster zu suchen und auch Muster für Muster zu finden.

Wir können daher schließen: Intelligenz heißt womöglich, Muster zu erfassen und dies ist unsere Hoffnung auf Erkenntnis. Bisher sind wir damit ganz gut durch die Menschheitsgeschichte gefahren und auch wenn wir nicht wissen, was die Welt im innersten zusammenhält, so können wir uns hin und wieder an der Schönheit von gelegentlich auftretenden Muster ergötzen. Die Hoffnung ist, dass das gesammelte Wissen der Menschheit nicht aus Fakten besteht, sondern aus der Kenntnis von Mustern.

Wenn dies alles nun gilt, dann sollte es möglich sein nach diesem Intelligenzbegriff die intelligentesten Menschen aller Zeiten zu bestimmen. Dann wäre nämlich der intelligenteste Mensch aller Zeiten jemand, der darin besonders gut war, Muster zu erkennen. Hierbei geht es allerdings nicht um die simplen Muster von Intelligenztests, sondern um reichlich komplexere Muster.

Wer war also der intelligenteste Mensch aller Zeiten?

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 007

Voila, der intelligenteste Mensch aller Zeiten, na, wenn man da als Deutscher nicht mal stolz sein darf (by Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (Public Domain))

Richtig, der Bildungsbürger springt von seinem Bürostuhl und ruft: “Dit war der Joethe!” Nun nach historischer Forschung, wobei eben jene Erfolge in der Mustererkennung einbezogen worden sind, sei es der gute, alte Goethe gewesen, der dank der Tatsache, dass er auf allen Hochzeiten tanzte, glatt mit einem IQ von 210 nach Hause ging. Goethe, ja er hat den Zwischenkieferknochen entdeckt, einen Farbkreis gemalt und in seiner Freizeit Gedichte geschrieben. Wir lernen, wer sich universal überall einmischt hat gute Chancen in der Geschichte eine Nummer zu bekommen. Schauen wir uns aber die Tabelle der intelligentesten Alleskönner an:

Historische Person Intelligenzquotient… Flynn-Effekt
Goethe 210 188
Leibniz 205 183
Grotius 200 178
Pascal 195 173
Sarpi 195 173
Arnauld 190 168
Berkeley 190 168
Laplace 190 168
Melanchthon 190 168
Newton 190 168
Schelling 190 168
Voltaire 190 168
Comte 185 163
Galileo 185 163
Humboldt, A. 185 163
da Vinci 180 158
Descartes 180 158
Dickens 180 158
Hume 180 158
Liebig 180 158
Michelangelo 180 158
Mill, J.S. 180 158
Milton 180 158
Calvin 175 153
Humboldt W. 175 153
Kant 175 153
Kepler 175 153
Spinoza 175 153
Dumas, A. 170 148
Faraday 170 148
Fichte 170 148

Quelle: http://www.die-besten-nennen.de/sites/texte/text3.htm#Liste 2 bei dem zweiten Wert handelt es sich um die Korrektur nach dem Flynneffekt

Goethe.elefant.schaedel2

Hier versteckt sich irgendwo der Zwischenkieferknochen (by Johann David Schubert Public domain Wikimedia Commons

Zugegeben womöglich hätte Goethe überhaupt nicht diesen Höchstwert in einem standardisierten Test erreicht. Anders als wir den tatsächlichen IQ messen, handelt es sich doch hier um die Beimischung von Leistung in die Wertung. Aber ungeachtet dessen, können wir ablesen: Wer sich den gesamten Tag mit Mustern beschäftigt, der ist irgendwann auf Muster geeicht. Diese Prinzip gilt natürlich für alle Beschäftigungen, die wir erlernen wollen. Das heißt, wenn wir etwas lernen wollen, dann müssen wir nach Mustern suchen.+

In diesem Sinne habe ich für mich eine neue Tagesaufgabe gebastelt: Es geht darum Muster zu erkennen und diese einmal am Tag aufzuschreiben, solange bis Mustererkennung ein tägliches Geschäft ist und sich die Intelligenz wie beim juten Joethe steigert.

Dies ist ein weiter Weg, denn was heißt es nun, ein Genie in der Mustererkennung zu sein?Vergleichen wir daher abschließend die Intelligenz der Supermenschen mit unserer. Wie machen wir das? Nehmen wir den Abstand von einem geistig Behinderten (das mag politisch inkorrekt formuliert sein und ich bitte dies zu entschuldigen) zum Durchschnittsabiturienten (der ist ja in der Regel schwer alkoholgeschädigt und damit auch nicht der Hellste), so haben wir schon ein Maß. Dies sollten ungefähr 40 Punkte von 70 zu 110 sein. Jetzt denken wir mal über die 85 Punkte Abstand zu Goethe nach. Gut oder? Für Goethe sind wir schwer geistig behindert. Schaut Goethe in die Welt und erkennt er all ihre Muster, so schaut Goethe auch auf uns und dann schauen wir ziemlich dumm aus der Wäsche.

Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809

Wer nen Farbkreis malen kann, der kann doch nicht doof sein (By Luestling at de.wikipedia Public domainWikimedia Commons

Zusammenfassung

Wir haben uns also bewusst gemacht, dass wir ganz schön dumm sind. Nach dieser ermutigenden Lektion haben wir den Grundstein gelegt, um zu verstehen, was Intelligenz sein könnte. Wir haben festgestellt, dass es um Mustererkennung geht. Wir haben uns demnach einer historischen Liste an Persönlichkeiten gewidmet, die diesen Umstand berücksichtigt. Wenn es also um eine allgemeine Intelligenzsteigerung gehen soll, so müssen wir im Mindesten lernen, Muster zu erkennen. Wie können wir dies schlussendlich erreichen? Nun darum geht es unter anderem auch in meinem Blog, deswegen könnt ihr diesen gerne abonnieren. Ein Patentrezept habe ich natürlich nicht, aber im Großen und Ganzen geht es in diesem Blog um die Fragen, der Intelligenz sowie um das Lernen.

Einen Hinweis zum Erlenen der Mustererkennung gibt jedoch eine Kurzanalyse des Physikers Feynman, was ich demnächst auf meinem popularphilosophischen Blog “Entgrenzen” vorstellen werde. Ansonsten werde ich in den nächsten Tagen, noch ein paar Daten zu den intelligentesten, lebenden Menschen bereit stellen (die sind ganz witzig).

In diesem Sinne wäre es nett, wenn ihr mir Feedback gebt, um genauer zu verstehen, worauf ich mein Augenmerk eigentlich noch richten muss. Wenn ihr mir weiter folgen wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine “gewaltig interessante” Pinterestwall zum Thema Lernen. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben, wenn ihr mal gemeinsame Projekte im Sinn habt.

Norman Schultz

Pittsburgh 2013

Auf das wir dann alle, irgendwann wie ein Dr. Faustus über das innerste Muster der Welt nachgrübeln
Jean Paul Laurens - Dr. Fausto

Süddeutsche IQ Test unzuverlässig – Überlegungen zum Intelligenz steigern

Zum Thema “Intelligenz steigern” durchforste ich ja im Moment diverse IQ-Tests im Internet. Hierbei bin ich natürlich auch nicht um den IQ-Test der Süddeutschen herum gekommen. Obwohl dieser Test, doch einige interessante Aufgaben vorgibt, erscheint am Ende das Ergebnis doch sehr fragwürdig. Wie an meinem Ergebnis zu sehen ist, habe ich in vier Bereichen jeweils einen Fehler und in zwei Bereichen keinen Fehler gemacht. Diese Leistung beläuft sich dann auf einen IQ von 130, was ca. 2 Prozent der Spitzengruppe entsprechen sollte.

Das heißt, ich bin knapp am Mensa-Kriterium vorgeschrammt, da der Test mit einer Standardabweichung von 16 verfährt. Standardabweichung 16 heißt hier unter anderem, dass der Test mit zwei Standardabweichungen vom Durchschnittswert eine Hochbegabung “diagnostiziert”. Bei einem Durchschnitt von 100 ist der Wert also 132. Aufgrund der verschieden verwendeten Standardabweichungen lässt sich im Übrigen auch erklären, warum die Amerikaner zumeist andere und zwar viel höhere IQs angeben. Es lohnt sich in diesen Fällen die Standardabweichung zu erfragen. Was heißt es nun zum Beispiel, dass Sharon Stone einen IQ von 154 ihr eigen nennt oder Madonna sich mit lockeren 140 schmückt? Ohne das Wissen über die Standardabweichungen bringt dies nicht viel. Und derweil ist wohl auch bekannt, dass Stone eher ein Fake als eine Intelligenzbestie ist. 

Aber nicht nur das. Zu dem ganzen IQ-Labyrinth kommt, dass einige Werte angeben, die im Kindesalter bestimmt worden sind, wobei dann der Wert aber entsprechend nach oben korrigiert wird. So kommt es zum Beispiel vor allem in Großbritianien sehr häufig vor, dass Mensa dreijährige Kleinkinder in den Club der geistig Schönen aufnimmt, die angeblich einen IQ von 159 oder gar 162 hätten. In den entsprechenden Redaktionen von immerhin Spiegel und Stern wundert sich allerdings niemand über diese Ergebnisse und liefert diese einfach an uns ohne kritische Rückfragen.

So ist es wohl auch im Fall von Marylin Vos Savant zu erklären, dass der Test, den sie mit angeblich 10 Jahren abgelegt hatte, so extrapoliert wurde, dass sie vier Jahre im Guinessbuch als intelligentester Mensch der Welt stehen konnte. Doch die angeblichen 225 Punkte kamen nur zu Stande, weil Vos Savant bei der Berechnung reichlich geschummelt hatte. Und seien wir ehrlich, warum sollte die Leistung einer Dreijährigen, die einen Test von vielleicht 130 IQ-Punkten ablegt, mit einem Erwachsenen auf dem Niveau von 220 vergleichbar sein?

Gleich aber nun welche Standardabweichung der Test der Süddeutschen verwendet, auch gleich welches Alter der Test berücksichtig, die Zuverlässigkeit des Tests ist wie bei so vielen Internettests stark anzuzweifeln. Und wenn selbst Matthias Moel, Mitglied bei Mensa bezweifelt, dass Mensa Mitglieder alle Aufgaben richtig lösen würden, dann ist der Test wohl eher nicht ernst zu nehmen. Kommen wir daher zu den Fehlerquellen

Fehlerquellen des IQ-Tests der Süddeutschen

1. Schlechter Range, nur vier Fehler entscheiden über Genie oder nicht Genie Die vier Fehler, die ich gemacht habe, müssten sich ja in diesem Test auf den Bereich bis 150 verteilen, das heißt, hätte ich zum Beispiel zwei Fehler weniger gemacht, wäre ich bei 140. Dass dies tatsächlich der Fall ist, erscheint mir im Hinblick auf das schludrige Testdesign wahrscheinlich. Da es sich bei mir tatsächlich um minimale Fehler handelte, wäre ich also fast in den Geniestatus geadelt worden. Zugleich fragt sich daher aber auch, welche Abstürze zusätzliche minimale Rechenfehler gebracht hätten. Wie schnell wäre ich also an einer 130 vorbeigeschrammt und im Tal der Geistverlassenen gelandet? Berücksichtigen wir diese Überlegungen, so ist die Messgenauigkeit des Süddeutschen IQ-Tests doch stark vom Zufall abhängig. Nun will ich keinesfalls behaupten, dass ich einen höheren IQ verdient hätte, allerdings führt dieses Ergebnis schlicht in die Irre und dürfte andere durchweg frustrieren, insofern sie eigentlich in die Hochebene des Mensa-Vereins gehören. Selbst wenn die Skalierung im Hinblick auf die Standardabweichung stimmen sollte, so sollte doch ein solcher Test einen weiteren Range haben. Von 80 Aufgaben sollte bereits die Beantwortung von mindestens 80 Prozent den Bereich ab 130 abdecken, um bis zu dem Bereich 150 überhaupt noch eine Skalierung zu ermöglichen. Ich kenne gar Tests, wo eine Beantwortung von knapp 50 Prozent dafür ausreichen. Daher ist momentan die Wahrscheinlichkeit, dass der Test IQ-Freaks ebenso leicht durch simple Fehlklicks oder kleinere Rechenfehler in falsche Bereiche eingemisst.

2. Keine Steigerung des Schwierigkeitsgrades

Hinzu kommt nun auch, dass sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nicht sonderlich unterscheidet. Der Test misst meines Erachtens eher Genauigkeit und Geschwindigkeit. Obwohl diese Kriterien nicht zu vernachlässigen sind, müsste der Test schlicht Fragen aufbringen, die andere Schwierigkeitsgrade ausweisen und dafür einen weiteren Range erlauben. So macht auch James Flynn darauf aufmerksam, dass ein guter Intelligenztest eben jenen Anstieg der Schwierigkeitsgrade aufweisen muss. Würden wir zum Beispiel alle messen, wie gut wir uns die Schuhe binden können, würden wir womöglich alle recht ähnliche Werte aufweisen. Genau hier befindet sich also die Grenze des Tests: Die Zahlenreihen sind beispielsweise stets nach gleichem Prinzip gebaut, wobei es immer nur darum geht eine Reihe von wechselnden Operationen zu wiederholen. Die Logikaufgaben folgen simplen Ausschlussverfahren und der Sudokutest gibt geübten Sudokuspielern einen klaren Vorteil. Die immer gleichen Prinzipien, sprechen jedenfalls nicht für Fragen der Intelligenz, sondern stehen für Übung.

3. Eventuelle Messfehler?

Wie sich auch schon in einigen Forendiskussionen über den Süddeutschen-IQ-Test zeigt (wo sich übrigens irgendwie nur 140 IQler tummeln), ist der Test der Süddeutschen nicht zuverlässig. Viele vergleichen dabei andere Ergebnisse mit dem Test und kommen zu enormen Abweichungen. Dies mag durch verschiedene Faktoren begünstigt sein: Zum Ersten weiß ich nicht genau, ob der Test eigens geeicht worden ist oder ob er im Hinblick auf die bisherigen Testteilnehmer bestimmt wird. Sollte dieses der Fall sein, so muss davon ausgegangen werden, dass eher die intelligentere Klientel den IQ-Test getestet hat, so dass eine Verzerrung nach unten stattfindet. Das heißt, wenn im Durchschnitt, die Teilnehmer IQ-Kanonen von 110 sind, dann ist die 110 das neue 100. Hinzukommt, dass somit auch eine Mehrfachabsolvierung des Tests durch die Teilnehmer im Internet keine Seltenheit ist, um zum Beispiel eventuellen Abweichungen zu verfolgen und die Skalierung zu verstehen. Der Test wird also durch mehr Teilnehmer keineswegs reliabler, sondern immer ungenauer.

Persönliche Notiz und Intelligenz steigern

Zu meinen bisherigen Testungen muss ich hinzufügen, dass ich immer einen Bereich von 125 – 135 erreicht habe (Das gilt in einigen IQ-Kreisen wie zum Beispiel der Tripple Nine Society noch als ziemlich blöd). Als ich eine Klasse in der Schule dankenswerter Weise wiederholen durfte, wurde dieses amtlich wie eine Krankheit bescheinigt. Ich sollte also eigentlich zufrieden mit dem Test sein, doch für eine Mensa-Aufnahme, die ich gerne anstreben möchte, sollte es für mich sehr knapp werden. Allerdings haben Kiril (Dirigent in Tübingen) und ich beschlossen uns langfristig darauf vorzubereiten. Intelligenz zu steigern stellt sich im Hinblick solcher Tests nicht als das Problem heraus. Der sogenannte G-Faktor, wie auch der Psychologe Flynn diese Ansicht vertritt, lässt sich durchaus trainieren.

Intelligenzsteigerung notwendig?

Es ist fragwürdig wie wir allerdings eine solche Intelligenzsteigerung bewerten sollen, vielleicht üben wir dabei vor allem solche Tests gut zu absolvieren. Rick Rosner zum Beispiel, der momentan auf Platz 2 mit einem IQ von 192 rangiert, gibt selbst an teilweise 20 Stunden Intelligenztests zu absolvieren, um wieder Platz 1 einzunehmen. Wenn ich mir dann von dieser Liste die geistigen Resultate anderer IQ-Heroen anschaue, dann komme ich schon ins Grübeln. Ich glaube, dass wir bei der Intelligenzsteigerung im Hinblick auf IQ-Tests ab einem bestimmten Punkt nur noch das Lösen dieser Aufgaben trainieren. Ich kann natürlich dabei nicht leugnen, dass mir das permanente Lösen solcher Aufgaben viel Freude bereitet, wobei mir im Doktorstudium eher wenige solcher Denkleistungen abverlangt werden, dennoch mag ab einem bestimmten Punkt dieses Spiel wie das Bauen von Intelligenzsandburgen sein und hat abgesehen vom künstlerischen Wert des Rätselns selbst wenig mit unserer Gesellschaft gemein. So ist zum Beispiel bemerkenswert, das Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman auf der High School einen IQ von 125 erreichte (Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Overachiever).[3] Selbst ein Physikgenie braucht also nur die Grundausstattung. Dabei heißt es ja auch so schön, bei bestimmten Reisezielen sei es beinah egal, ob wir mit einem Ferrari oder einem VW fahren, denn in der wirklichen Welt sei nur die Kontinuität des Denkens wichtig.

Nachdem also Feynman den Nobelpreis gewann, bot ihm Mensa dann doch eine Mitgliedschaft an. Feynman lehnte das Angebot des Hochbegabtenvereins ab, schließlich hatte er das Aufnahmekriterium von mindestens 2 Standardabweichungen nicht erreicht. 

Weitere IQ-Tests

Wer weiter IQ-Tests trainieren möchte (und Denken kann ja zur Abwechslung nicht schlecht sein) so sind hier noch ein paar zu finden.

IQ-Test.dk

Einen meines Erachtens ganz guten IQ-Test liefert http://www.iqtest.de/test.php, wobei die Aufgabenschwierigkeiten schon stark steigen und die Lösungen nicht veröffentlicht werden. Zudem wurde dieser Test angeblich an 250.000 Personen geeicht. Zugegeben das hört sich eigentlich sehr teuer an und hört sich aus diesem Grund wieder nach einer unangenehmen Interneteichung an. Genauere Angaben sind hierzu allerdings nicht zu finden und mir erscheint der Test plausibel. Hier mein Ergebnis:

 

 

IQ-Out

Dieser Test ist wohl vom Schwierigkeitsgrad her am schwersten. Angeblich solle dieser auch in hohe Bereiche gut hineinmessen und wurde so erstellt, dass er kulturneutral sei. Ich muss zugeben, dass ich diesen Test zusammen mit Kiril viel geübt habe, um folgendes Ergebnis zu erzielen. Auch hier dachten die Testingenieure wohl, dass eine internetbasierte Auswertung den tatsächlichen IQ abbilden würde, allerdings haben sich die Autoren vertan, denn allein der Fakt, dass Kiril und ich diesen Test mindestens 20 mal gemacht haben, zeigt, dass wohl auch andere den Test nicht nur einmal machten und ihre Ergebnisse konstant gesteigert haben. Ich erachte den Test gar als gutes Training, dass man sich ab und an mal gönnen sollte. Verschiebungen sind daher zu erwarten. Und nochmal: IQ-Tests, die aufgrund des Internets geeicht werden, sind daher nicht zuverlässig. Wer bei diesem Internettest allerdings auf Anhieb einen IQ von 150 erreicht, darf sich wohl als Genie feiern, denn der Test ist meines Erachtens wirklich schwierig.

  Mich würde mal interessieren, was ihr so auf Anhieb erreicht, ich war wohl irgendwie bei 120, was nicht dolle ist.

Intelligenz bei Bild

So und wer nun noch einen Test für Blöde machen will, wo der IQ eher sich nach unten verzerrt, weil es eher von IQ-Kanonen um die 90 absolviert wird, der kann auch gerne bei der Bildzeitung reinschnuppern. Wer dort gut ist, kriegt dann auch die der IQ-Erwartung entsprechende Messgenauigkeit. Mir sagte der Test nämlich: “Sie sind wirklich schlau.” Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht.

 

Ich hoffe der Artikel regte zum Nachdenken und Trainieren an und hat einige interessante Informationen zusammengetragen, wenn ja dann bitte teilen oder kommentieren. Mich würden ja mal die Ergebnisse, die ihr erzielt interessieren. Ansonsten werde ich die nächsten Tage noch einen anderen Artikel auf meinem anderen Blog zum Thema Intelligenzquotient und den intelligentesten Menschen der Welt zusammen stellen. Added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine “gewaltig interessante” Pinterestwall zum Thema Lernen. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben, wenn ihr mal gemeinsame Projekte im Sinn habt. Norman Schultz Pittsburgh 2013

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