Lernen und Ernährung – Wie das richtige Essen finden?

Die Nahrungssuche verschwand irgendwann vom Tagesplan unserer Kultur. Der Jäger und Sammler von heute beschränkt sich zumeist auf den Blick in den Kühlschrank. Bei all der übrigen Zeit eröffnet sich eine Sinnsuche, die wir mit der Tüte Chips vor dem Fernseher exzessiv begleiten. Es herrscht Endverbraucherstimmung und unter den Horizonten der Sinnlosigkeit verzehren und verbrauchen wir zumindest noch unseren Körper. Es lebe der Zuckerkick.

Frühstück (www.pusteblumenbaby.de)

Frühstück (www.pusteblumenbaby.de)

Doch es gibt natürlich auch andere Ernährer. Bei Ernährungsoptimierern geht es dann vor allem darum, den Körper als Instrument zu begreifen. Einerseits soll der Körper als Repräsentationsbollwerk die Muskeln unter den Augen weiblicher Zuschauerschaft spielen lassen. Auf der anderen Seite kommt beim bewussten Lernen der Körper als physische Grenze ins Spiel. Nicht die physische Attraktivität ist maßgeblich, sondern die Frage, was der Körper zu leisten im Stande ist. Von der Hormonbadewanne ist schließlich auch unser Leistungsempfinden abhängig. Ernährung wird hier zum Teil einer bewussten Lernstrategie.

Welche Nahrung für einen produktiven Tag? Nahrung und Lernen

Die Beschäftigung mit der Hungerfähigkeit des Körpers legt bei mir die Vermutung nah, dass der Geist durchaus ohne Nahrung klar bleiben kann. Auch ohne üppiges Frühstück bringe ich die Früchte meiner Arbeit nach Hause. Um also den Tag in optimale 8 Stunden Arbeit und 8 Stunden Genuss zu unterteilen, geht es nach dem Aufstehen nun auf die Haferflocken zu, die mit Wasser und Frucht gemischt, das Frühstück füllen, das Mittag ersetzen müssen und bis zum Nachmittag den Speiseplan dominieren. Bei diesem Ernährungsrhythmus bleibt der Hunger auf Anderes zwar nicht aus, aber die Konzentration bleibt erhalten und die Zeit verrinnt nicht bei den verschiedenen Genussleistungen. Die deftigeren, meines Erachtens arbeitshemmenden Mahlzeiten verlege ich in den Abend. Dann aber werden diese mit mehr Zeit und Vertrauen in das qualitative Essen (viel Gemüse und pflanzliche Proteine, Pilze, Soja) erlebt.

Gleichwohl ich diese Ernährungsform für richtig halte, habe ich diese Erkenntnisse nicht auf Studien zurückgeführt. Hier gehe ich vor allem auf die Selbsterfahrungen zurück, die ich mit dieser Ernährung sammeln konnte, und sicher auch auf die intuitiven Einsichten, die sich aus Jahren Vegetarismus und Veganismus ergaben. Meine Herangehensweise bedarf jedoch noch der Überarbeitung und da in diesem Feld keine wesentlichen Studien existieren, müssen Selbstexperimente herhalten. Hierum geht es in diesem Blogbeitrag. Es geht um die Frage, was wir über den Einfluss der Nahrung auf uns wissen können und woher wir dieses Wissen bekommen.

Tim Ferris` Einsichten zur Ernährung

Auf anderen Blogs finden sich bereits ähnliche Argumentationen, die allerdings in ihrem Wert fraglich sind (dazu am Ende mehr). Bei Tim Ferris (the worlds well-known Blogger überhaupt) findet sich eine Aufstellung von Nahrungsmitteln, die ihr zum Beispiel zur Muskelexplosion wie auch zur allgemeinen Gesundheit einsetzen solltet: http://www.fourhourworkweek.com/blog/2012/05/23/10-uncommon-superfoods-from-the-world-of-ultra-endurance/

Was empfiehlt Ferris also für einen aktiven Muskelaufbau?

Natto and Okra Sushi - Kamakura1. Natto – eine fermentierte Sojabohne, die euer Herz auf Pump und euren Kreislauf in Schuss hält. Aber seid gewarnt der Geschmack sei grässlich.

2. Cordyceps (Sinensis) Extracts – Hiermit bekommt ihr Durchhaltepower ohne Ende, weil überhaupt euer Blut-Metabolismus reguliert werde. Cordyceps hat alles, was ein richtiger Öko braucht, Antioxidantien, Flavonoide, Anti-Lipide, sogar euer Sexualtrieb nehme damit an Fahrt auf.  Chinesische Olympioniken würden auf diese Pilze (als bräuchten die neben ihren Dopingmitteln noch etwas anderes zum Frühstück) schwören, so Ferris.

3. Tumeric: Ja wir haben auch mal etwas, was bekannt ist. Gemeint ist die Gelbwurz, womit ihr Speisen nicht schmackhafter, sondern vor allem gelb bekommt. Tim Ferris hierzu: „Turmerics primärer Inhaltsstof ist die POWERFULLSTE Anti-Oxidanz  und Anti-Entzündungshemmenste-Dingse, was es auf diesem Planeten gibt.“ Da frage ich mich ehrlich gesagt, was die auf anderen Planeten so haben. Nach Ferris könnt ihr damit sogar Krebs ein Schnippchen schlagen. Tim Ferris selbst trinkt Curcuma im Tee (ein halber Löffel – mhhhh…. lecker).

4. Apricosen Samen und gekeimte Mungbohnen

Laut Tim Ferris ist in beiden eine ordentliche Portion Vitamin B276.454 zu finden, was angeblich Tumorzellen im Wachstum hindern kann. Ferris empfiehlt es als billige Prävention. Ferris mixt diese in seinen Morgensmoothie. Sicher ein Punkt der zu bezweifeln ist, da in Apricosen Samen auch jede Menge Blausäure zu finden ist (um diesen Punkt gibt es eine heiße Diskussion auf der Seite).

5. Grüne Kaffeebohnen

Wenn ihr noch ein bisschen Fett los werden wollt, dann könnt ihr hier zugreifen. Auch die grünen Bohnen (wie irgendwie so vieles Gemüse) wirken entzündungshemmend und gelten als Antioxidantien. Ein Vorteil sei, dass das Caffein geringer sei und dass auch die Säuren beim Rösten zerfallen. Für mich ist dieser Punkt irrelevant, da ich geträu Steve Pavlinas Ansicht keinen Kaffee trinke.

Mungbohnen, Tumeric und Ginseng-Pulver (meine Ausbeute aus dem Asiamarkt)

Mungbohnen, Tumeric und Ginseng-Pulver (meine Ausbeute aus dem Asiamarkt)

6. Elch-Geweih-Pulver

Da ich mich vor allem pflanzlich ernähre und mich zeitweise aus Idealen versuche, vegan zu ernähren, entfällt dieser Stoff komplett. Als Testosteron-Booster sicher interessant, aber auch Ferris wie Pavlina verzichten auf tierische Nahrung. Nach Ferris schadet die Entfernung beim Elch allerdings nicht dem Tier.

7. Suma Wurzeln – Ginseng-Mischung

Mit Suma-Wurzeln seid ihr ausgeglichen, mit der Ginseng-Mischung helft ihr eurem Immunsystem zu funktionieren. Kombiniert mit amerikanischem, chinesischem und sibierischem Ginseng (mir fehlt noch das Ginseng aus Timbuktu) seid ihr bereit für ein langes Leben und werdet Herr über euren Stress. Die Kapseln sollt ihr dann in einen Tee schmeißen.

8. Camu Camu:

Ist eine Art Orange, die ein Cocktail an tollen Substanzen liefert: Bioflavonoid, Amminosäuren, wahnsinnig viel Eisen, Vitamine und natürlich Potassium. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass ihr in keiner Pflanze so viel Vitamin C bekommt. Lecker.

Camu camu reduziert auch das Level von Cortisol und erhöht euren Serotoninspiegel.  Navitas Naturals Organic Camu Powder könnt ihr hier bestellen. Das ganze gebt ihr dann auch wieder als Puder in euren Tee oder mixt es in euren Smoothie.

9. Moringa (Olefiera):

Der Wunderbaum und die nahrhafteste Pflanze, die studiert wurde – JEMALS. Moringa ist so etwas wie ein Libero, der bei jeder Art von Mangelernährung zum Einsatz kommen kann. Über 90 Inhaltsstoffe haben es in sich, 46 Anti-Oxidantion und als absoluter Pluspunkt: Es hat Anti-Diabetes. Auch hier kommt das Pulver in euren Tee, der nun fast nur noch aus Puder besteht.

10. Pu-erh Tea:

Dieser Tee ist teuer. Da die Blätter irgendwie von Uraltbäumen (1700 Jahre alt) geerntet werden, kommt ihr 350.000 pro 250 Gramm Kuchen (kann sein, dass ich hier den englischen Sinn nicht verstehe). Eine wesentlich günstigere Version gibt es angeblich hier: TEE. Ansonsten hat das natürlich auch einige Wunderwirkungen.

Resultate?

Wenn ihr euch nun in dieser Form doped, dann werdet ihr schließlich wie hier:

Natürlich stellt sich bei dieser Art der Ernährung die Frage, ob es sich hier nicht um Doping mit natürlich Substanzen handelt. Gesunde Ernährung erscheint mir plausibel, wenn dann aber Substanzen nur noch reduziert als Pulver in die Körper gepumpt werden, dann mutet es etwas merkwürdig an. Gleichwohl erscheint es mir so, als würden die Substanzen nicht isoliert ein Ziel verfolgen und dafür negative Wirkungen in Kauf nehmen, sondern vor allem die Gesamtgesundheit erhöhen. Zugleich soll es in diesem Text nicht um diese ethische Frage gehen.

Wo liegt an der gewählten Argumentation nun das Problem (Ein Problem, das auch schon meine Argumentation allerdings deutlich stärker belastete)? Nun auch Tim Ferris merkt an, dass all seine Anführungen kein Beweis sind. Nur weil bestimmte Pflanzen bestimmte Inhaltsstoffe enthalten und wir für bestimmte Stoffwechselvorgänge diese Stoffe benötigen, heißt es nicht gleich, dass die bloße Aufnahme der einzelnen Stoffe auf derartige Stoffwechselprozesse einwirkt. Wir konstruieren eine Kausalkette, die allerdings nicht der Realität entsprechen muss.

Das erkenntnistheoretische Problem wird an einer anderen Argumentationen noch wesentlich deutlicher und es kann auch nicht schaden, diese vorzuführen, denn wir lassen uns zu häufig von Plausibilitätsargumenten verwirren. Ein billiger Tim Ferris-Abklatsch-Blog stellt hier seine Nahrung vor, die das Gehirn auf Extra-Touren bringen soll (http://www.pickthebrain.com/blog/foods-for-mental-energy-and-focus/) Dort heißt es:

„Choose the right foods to eat and you will be able to concentrate, feel alert, and get things done. Eat the wrong things and youíll lack focus, feel sluggish, and want to take a nap. Unfortunately, no one teaches us which foods help or hurt our ability to focus better.“

Sinngemäß übersetzt ergibt der Kram hier noch Sinn: „Die richtige Nahrung auszuwählen, wird dich konzentrierter und wacher machen und dir ermöglichen Dinge endlich fertig zu kriegen. Das falsche Essen wird dir die Konzentration rauben, dich niederschlagen und du willlst „ständig“ ein Nickerchen. Unglücklicherweise lehrt uns niemand welches Essen hilft oder unserer Konzentration schadet.“

In der Folge hat der Blogger nun erkannt, dass er lange Zeit irgendetwas falsch machte. Nach einigen Monaten aber (Überraschung, Überraschung) hat er nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ endlich herausgefunden, wie er 60 Stunden die Woche hart arbeiten kann, indem er einfach eine „Diät“ einhält. Also wie boostet ihr eure Brainpower? Hier die Liste

Blueberries

Studien (aha!) zeigen, dass diese Blaubeeren deine Konzentration anheizen, obwohl niemand weiß, warum. Der Herr Blogger hat natürlich festgestellt, dass schon wenige Stunden nach diesem gehirnfreundlichen Essen, das ganze wirkt, wirkt, wirkt. Ein Widerspruch findet sich dabei allerdings. Zunächst behauptet er:

„I find that my energy stays consistent for several hours after eating them, especially when added to a protein shake or plain yogurt“

Am Ende des Textes heißt es dann aber:

„Don’t expect to see instant brain-boosting benefits. The benefits are more likely to occur over time.“

Das heißt, erst ist er überzeugt von seinem Test, wo er Resultate sofort feststellt, dann aber sollen wir vor allem eine Zeite warten, während wir täglich (!) unsere Tasse Blaubeeren essen.

Dark Chocolate

Vom Zuckerlevel schweigen wir mal, bei ganz dunkler Schokolade ist ja davon angeblich nicht mehr  so viel enthalten. Wieder zeigen übrigens Studien, dass ihr hellwach seid, wenn ihr die Schokolade in euch reinstopft.

Eggs

Kommen wir nun zu der Bequemlichkeitstheorie: Das einfache Ei ist ein „awesome“ Nahrungsmittel. Es „boostet“ deine Fähigkeiten konzentriert zu bleiben. Das ist dann auch der Grund, warum unser Autor, diese die ganze Zeit ist. Die Begründung, die uns alle überzeugt? Jedes Ei ist reich an Proteinen, B-Vitaminen und Cholinen. Choline kenne ich natürlich nicht, aber das macht auch nichts, denn der Autor erklärt mir, dass jede dieser Substanzen eine Schlüsselrolle in der Braingesundheit spielt. Das Argument über Choline geht dann so weiter:

„The choline in eggs is especially important since itís a component in the cells of your brain. Itís also used to make acetylcholine, a compound that helps your brain send messages from one cell to another.“

Glücklicherweise zeigen uns dann Studien (!) noch, dass die Eier natürlich nicht schlecht für das Herz sind. Ihr merkt schon, dass der Mann schlicht nach einer Begründung sucht, die er dann sofort ins Weltbild integriert. Dies ist ein Problem, denn etwas plausibel machen, das ist zumeist sehr einfach. Bevor wir das hier nun unnötig in die Länge ziehen, kommen wir noch zu den anderen Empfehlungen, die eigentlich das selbe Argumentationsmuster enthalten. Esst Fatty Fish, Nuts And Seeds (wer hätte das für möglich gehalten) und womöglich am Wichtigsten für den Autor esst:

Steak

Eine nette Scheibe davon ist voll von Ingredienzen, die gut für euer Gehirn sind. Vitamin B ist da drin, welches euer Gehirn als Treibstoff und für die reibungslose Funktion braucht. Jede Mahlzeit enthält dann Creatin, die euer Körper auch als Treibstoff braucht. Ihr bekommt außerdem eine Dosis der Amminosäure l-tyrosine, welche für euch auch noch Dopamin herstellt (dann seid ihr fröhlich und so). Wieviel braucht ihr davon? Nun, das weiß der Autor auch nach dem aufzehrenden Selbstversuch: „You can eat steak as often as you like.“

Nach diesem erleuchtenden Ernährungsdiskurs den Teil noch zu beschreiben, dass ihr Wasser braucht, ist mir zu aufwändig, deswegen hier:

As you know, water is required for your body to stay hydrated. This is important to our brains since being even a little dehydrated compromises our brains ability to function properly. This means instead of being able to focus you will instead feel lethargic and short of mental energy. Become dehydrated enough and you will find yourself feeling depressed and really out of sorts.

Most experts recommend drinking 8 glasses of water a day. Depending on your activity levels, you may require more or less for optimal results.Since I work out daily, I need to drink 12 or more glass every day. When I drink less my mental energy really wanes.“

Womöglich glaubt ihr nun, dass ich irgendeinen Artikel von irgendeinem Pansen aus dem Internet herausgegriffen habe, aber der Herr verdient mit solchen Artikeln sein Geld:

„Curt is the founder of Stayfitcentral.com, a website which features reviews, guides, and other information to help people buy the right nutritional supplements and fitness products for their specific needs. Curt has published numerous fitness, nutrition, and health related articles online at leading online publications including: eDiets, iVillage, and Askmen.“

Argumentationsfehler

Was ist das grundlegende Problem? Das Problem ist die Plausibilitätsargumentation. Diese Argumentation finden wir in der Ernährungslehre, wie auch in der Medizin besonders häufig. Das Argument verfährt ungefähr so.

These 1: Lernen benötigt Vitamin B12.

These 2: Vitamin B12 ist in Steak.

Konklusion: Also musst du Steak essen.

Diese Konklusion ist formal logisch richtig und diese formale Richtigkeit nutzen wir permanent, um uns zu überzeugen. Aber nur weil ein Argument eben formal richtig ist, muss es noch nicht wahr sein. Dies wird deutlich, wenn wir ein entschleiertes Argument nehmen:

These 1: Lernen benötigt Alluminium.

These 2: Alluminium ist in Steak.

Konklusion: Also iss Steak.

Gleichwohl das Argument deduktiv-gültig ist, durchschauen wir sofort, dass es nicht schlüssig ist. Bei der Ernährungslehre hinterfragen wir die Schlüssigkeit jedoch zumeist nicht, weil sie oftmals viel plausibler daher kommt. Wir lassen uns stets von den wildesten Plausibilitätsargumenten verzaubern (um nicht „verarschen“ zu sagen). Dies trifft auf die Ernährungslehre, genauso wie auf Feng Shui, Homöopathie oder viele esoterische Ansätze zu. Womöglich vergraule ich nun schon alle, die bis hierhin gefolgt sind, aber die Globuli im Schrank zu stehen haben. Ich möchte gerade diese Leser bitten, in Zukunft darauf zu achten, warum sie eigentlich glauben, dass genau die Globuli wirken und welchen Argumenten sie dabei vertrauen (ich bin mir sicher, es sind vorrangig Plausibilitätsargumente oder aber Schlüssigkeit, die aufgrund von Beobachtungsfehlern entstanden sein kann).

Wie können wir nun überprüfen, ob ein Nahrungsmittel wirkt? Nun wir brauchen keine Erklärungen (denn diese sind auch wieder nur formal richtig, aber material nicht bestätigt). Wir brauchen gute Studien. Wenn ich zum Beispiel wissen will, ob Fisch die Gehirntätigkeit erhöht, dann designe ich eine Studie mit – wenn ich ganz sicher sein will – 2000 Probanden (je höher desto besser) und versuche alle möglichen Einflussfaktoren zu messen und schaue mir dann aus diesen Befunden an, bei wievielen Teilnehmern sich das Lernen signifikant verbessert hat. Mehr noch ich kann sogar andere Störgrößen (wie emotionaler Stress etc.) isolieren und, insofern ich sie vorher messe. Ähnlich erfolgt unser Wissen über Medikamente und ob diese wirken oder nicht. Ich glaube niemand möchte nur eine Medikament schlucken, weil ihm ein Mediziner erklärt, dass dort das und das drin enthalten ist und so oder so einen Mechanismus beeinflussen könnte. Nein, die Medizin muss auf Erfahrungswerte zurückgreifen und diese erhält sie aus Studien. Nur so schließen wir möglich Placebo-Effekte (Achtung: Viele wissen nicht, dass ein Placeboeffekt schlicht alle gewünschten Folgen, die nicht auf die zugeführte Substanz zurückgehen bedeutet. Viele verwechseln Placebo mit dem Suggestionseffekt oder Beobachtungseffekt).

Nun haben wir in der Ernährungslehre allerdings ein grundlegendes Problem, überhaupt Studien zu erhalten, was Tim Ferris, durchaus reflektiert, so darlegt:

„All well and good, I hear you saying. But where’s the proof? Herein lie the rub. To be sure, studies of varying legitimacy exist to substantiate the above. But large-scale, peer-reviewed research requires substantial funding. This funding is often provided by for-profit corporations that have little interest in validating natural products that cannot be protected via patents.

That said, I’m not asking you to take my word for it. Do your own research (Ray Sahelian, M.D.’s website is a good place to start). Experiment on yourself. Start conservatively, document your findings, and tweak your way to success.“

Tim Ferris nimmt seine Argumente und Selbstversuche eben nicht als Beweis. Stattdessen verweist er darauf, dass erste Studien zwar existieren, aber auch dass diese noch nicht umfangreich genug sind, um die Wirkung der angeführten Substanzen tatsächlich vollständig zu beweisen. Für großangelegte Studien fehle schlicht das Geld und das Interesse der Industrie. Klar, Nahrungsmittel können nicht patentiert werden.

Im Gegenzug empfiehlt Tim Ferris daher eine gute Selbstdokumentation mit der ich nun auch beginne. Vor allem, wenn keine Studien existieren, müssen wir auf Plausibilitätsargumente zurückgreifen, wir sollten sie allerdings nicht überhöhen und die Dokumentation und das Experiment in den Mittelpunkt stellen. Diese Selbstdokumentation will ich im Laufe der Zeit auch verbessern.

Zumindest habe ich gestern damit angefangen, die Produkte im Asiamarkt zu kaufen und habe mein morgendliches Frühstück mit Mandeln ergänzt (der Soja-Joghurt als Wasserersatz erscheint mir im Nachhinein falsch, weil darin doch 16% Zucker enthalten sind und es erschien mir heute so, als hätte ich mittagliche Konzentrationsschwankungen).

Nun gut, ich erwarte gespannt weitere Hinweise, die eine wirkliche Auseinandersetzung mit Ernährung darlegen. Ernährung erscheint mir, muss abwechslungsreich gestaltet werden, wobei ich die Industrieprodukte, die wir heute haben nach und nach aus meinem Sortiment verbannen muss. Interessant wird das ganze in Amerika, wo ich mich nach und nach erst wieder auf geänderte Ernährungsbedingungen einstellen muss.

Welche weiteren Vorschläge und vor allem, welche weiteren Argumente habt ihr?

Norman.

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