E-Pianos leisten mehr als Klaviere – Welches E-Piano kaufen? Wie mit Musik kostengünstig beginnen?

Mein Klavier kostete zunehmend mehr und schließlich klappte es ab. Statt einem neuen Klavier, habe ich mir jetzt ein E-Piano gekauft. Viele meiner Musikerfreunde zucken dabei kritisch mit der Augenbraue. E-Pianos sind jedoch keine billigen Kopien von Klavieren. Für Expertenohren lässt sich der Wohnzimmerklang eines guten E-Pianos kaum mehr von wirklich guten Flügeln unterscheiden.

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Es gibt ja so viele Gründe mit Musik zu beginnen, und ein E-Piano ist ein guter Beginn. Warum Klavierspielen so viel hilft nochmal hier ein paar Fakten:

  1. Musizieren hilft bei feinmotorischer Entwicklung, emotionaler Entwicklung Aufmerksamkeit, Angstmanagement, emotionaler Kontrolle (Studie, Magnetic Resonance (MRI) Study of Normal Brain Development)
  2. Nach einer MIT Studie ist der Cerebral Cortex von Konzertpianisten 30 Prozent größer als der von anderen Menschen, die als intellektuell bezeichnet werden (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  3. 75% aller Manager im Silicon Valley hatten Instrumentalunterricht als Kind (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  4. Lesen bedarf verschiedener Fähigkeiten wie Rhythmus und Zählen, was insgesamt der mathematischen Fähigkeit helfen kann. So zeigen Studien auch , dass Musikschüler häufiger besser in der Schule sind (Quelle: Friedman, B. (1959) An evaluation of the achievement in reading and arithmetic of pupils in elementary schools instrumental classes. Dissertation Abstracts International, 20, pp.s 3662-3663.) http://www.effectivemusicteaching.com/articles/directors/18-benefits-of-playing-a-musical-instrument/
  5. Musizieren verbessert Testscores, (nach Studien der University Texas und Georgia gibt es signifikante Korrelationen zwischen der Anzahl der Jahre, in denen ein Musikinstrument gespielt werde und den akademischen Leistungen in Mathematik (University of Sarasota Study, Jeffrey Lynn Kluball; East Texas State University Study, Daryl Erick Trent)
  6. Ebenso verbessert Musizieren die Sprachfähigkeiten  (Quelle weiter unten)
  7. Musizieren kehrt Stress auf der molekularen Ebene um. Zitat: “It can reverse stress at the molecular level.” (Studies conducted by Loma Linda University School of Medicine and Applied Biosystems; Medical Science Monitor)
  8. Musizieren beeinflusst unsere Hormone positiv.  Zitat: “[…] group keyboard lessons showed significantly higher levels of HgH than the control group people who did not play.” (University of Miami) Quelle: http://www.laphil.com/sites/default/files/media/pdfs/shared/education/yola/susan-hallam-music-development_research.pdf
  9. alles ausführlicher hier

Nun hindern uns viele Klassikfetischisten daran, unserem Interesse wirklich nachzugehen und es auszubauen, weil sie uns einerseits nur mit Klassik erschlagen (nicht falsch verstehen, ich spiele das mittlerweile fast ausschließlich, aber man muss dort auch erstmal hingelangen) und uns zum anderen mit grundlosen Mythen belästigen. Im Folgenden möchte ich zeigen, dass E-Pianos, doch ebenso viel und sogar mehr leisten können, als Klaviere zum gleichen Preis und dazu ermutigen sich ein günstiges E-Piano zu kaufen, um mit dem Musizieren zu beginnen.

Übrigens auch Stefan Malzew (ehemals Chefdirigent in meiner Heimatstadt) nutzt ein E-Piano in seiner neuen Serie, die den Zusammenhang zwischen klassischer Musik und moderner Musik erklärt.

So falsch kann ein E-Piano also nicht sein.

Ich spiele selbst in vielen Kirchen in Pittsburgh und mit Freunden zusammen Klavier. Musik ist ein bedeutender Teil meines Lebens. Die Diskussion ‘E-Piano oder Klavier’ war dabei immer irgendwie eine unnötig hitzige Kontroverse. Musikern nostalgisch-klassischer Prägung ging es hauptsächlich darum, dass E-Pianos aus Prinzip nichts taugen. Ein Klavier würde ganz andere Schwingungen produzieren. Dieses Vorurteil basiert leider auf sehr schlechten Informationen und ist zumeist ein Dogma.

Natürlich wenn Amaury Morales, ein Freund von mir spielt, dann macht es gerade mit dem stufigen Pedal bei einem richtigen Flügel einen gewichtigen Unterschied, wie er die Töne lagert und jeden Ton genau in seiner Stärke bestimmt. Das bekommt er nicht auf einem 500 Euro E-Piano hin:

Wer sich aber ein E-Piano um die 3000 Euro kauft, der kauft den Klang eines Flügels, bei weitem besser als jedes Klavier für 3000 Euro.

Kürzlich stand ich also wieder vor der Entscheidung, mir ein E-Piano oder ein Klavier zu kaufen. Unser altes Klavier hier ist abgeklappt und das ständige Stimmen war ohnehin viel zu teuer (200 Dollar pro Jahr). Die Entscheidung fiel daher endgültig für das E-Piano. 

Back to the future - olden days keyboard rig

Lieber den Flügel oder das E-Piano? By Daniel Spils (Flickr: Back to the future) CC BY-SA 2.0

E-PIANOS SIND QUALITATIV GLEICHWERTIG MIT FLÜGELN

Das liegt daran, dass der Klang eines Flügels aufgenommen wird und bei jedem Anschlag des E-Pianos dieser Klang reproduziert wird. Das heißt, man bekommt den Klang eines wirklich sehr guten Flügels geliefert und damit kann kein durchschnittliches Klavier mithalten. Ein E-Piano verstimmt sich auch nicht und liefert diesen Klang konstant. Beim Preis eines E-Pianos geht es daher weniger um den Klang, sondern eher um den Anschlag und die Lautsprecher. Auch aber weil die Mechanik an E-Pianos einfacher als an einem richtigen Klavier zu konstruieren ist, lässt sich das Spielgefühl hochklassiger Flügel kostengünstig nachbilden. Ein E-Piano ist unter keinen Umständen zu unterschätzen und im Folgenden gebe ich verschiedene Preisempfehlungen und worauf man beim Kauf achten sollte.

Verschiedene Preis-Levels bei E-Pianos

Nachdem ich nun ein Weilchen mit meinem Yamaha P-45B* geübt habe, kann ich sagen, dass die Anschaffung in jedem Fall lohnender war als mir zum gleichen Preis eine alte Klapperkiste, getarnt als Klavier, zu holen. Ein Klavier gehört in dieser Preiskategorie leider auf den Sperrmüll. Viele Leute wollen in Pittsburgh zwar alte Klaviere abgegeben. Nur der Transport müsste geregelt werden, die Klaviere sind allerdings zumeist verstimmt und brauchen Reparaturen. Daher muss bei Klavieren in diesem Rahmen gut 400 bis 1000 Euro für Reparaturen eingeplant werden. Ein befreundeter Klavierstimmer beschwert sich zunehmend über Leute, die ein schlechtes Klavier kaufen und von ihm erwarten, es schnell und kostengünstig zu reparieren. Nicht immer ist dies möglich.

Doch zurück zu den E-Pianos: Als absolutes Einstiegsinstrument ist ein E-Piano unter 500 Euro vor allem dann zu empfehlen, wenn noch ohnehin unklar ist, ob man selbst oder das Kind wirklich dem Hobby langfristig nachgehen will. Gerade bei Kindern im Alter von 5 bis 10 und im Hinblick auf das Klavierrepertoire sollte also ein 500 Euro E-Piano eine gute Investition sein. Sobald man aber seine künstlerische Entwicklung im klassischen Bereich fortsetzen möchte, müssen auch andere Spielalternativen gegeben sein. Es ist hierbei nicht so sehr der Klang, der problematisch ist, sondern die Anschlagsdynamik, die bei diesen E-Piano einen eher geringen, musikalischen Ausdruck ermöglicht. Sollten daher Ambitionen bestehen, muss man sich überlegen, dass man später womöglich doppelt kauft. Ich muss allerdings anmerken: Im Vergleich zum Klavier hat man das Geld jedoch nach 3 Jahren Nicht-stimmen schon wieder raus. Schauen wir uns E-Pianos im Detail an.

E-Pianos unter 500 Euro:

Ich habe mir das Yamaha P-45 geholt. Als Großhersteller produziert Yamaha einfach das beste Modell. Ein großer Nachteil ist, dass die meisten Klaviere in dieser Kategorie nur 32-stimmig arbeiten. Dies bedeutet, dass man nur 32 Töne gleichzeitig spielen kann. Da die Hand nur 10 Finger hat, erscheint ein 32-stimmiges E-Piano ausreichend, allerdings ist dies nicht richtig. Wir benötigen die verschiedenen Stimmen, wenn wir Tasten mit dem Haltepedal halten und das kommt gar nicht so selten vor. Dann kann es einem schon passieren, dass ein Basston plötzlich verschwindet. 64-stimmig reicht meines Erachtens für den Anfänger und das Yamaha P-45 hat das zum Glück.

Bei den E-Pianos unter 500 Euro ist ein weiterer Nachteil, dass in dieser Preiskategorie die Tasten nicht angemessen gewichtet sind und die Laufeigenschaften der Tastatur damit nicht die wirkliche Erfahrung am Klavier abbildet. Allerdings ist es beim Yamaha P-45 der Fall, dass die unteren Tasten schwerer sind als die oberen, was ein echtes Klavier nachbilden soll.

Natürlich: Mit der mangelnden Differenzierung der Lautstärken können wir nicht die dynamischen Grundeigenschaften erlernen, wie präzises lautes oder leises Spielen. Wer sich den Unterschied einmal dramatisch vor Augen führen möchte, kann sich an einem Keyboard probieren. Hier sind nämlich die Tasten überhaupt nicht gewichtet und es ist beinah unmöglich interessante Klänge zu produzieren. Die Dynamik erscheint für absolute Anfänger bei E-Pianos als sekundär. Mit fortschreitendem Können aber ist es frustrierend, den Stücken keine ansprechende Entfaltung im Bereich der Dynamik geben zu können (egal wie viel man daran versucht, zu arbeiten). Das Stück erhält kein Leben und der Spieler keine Bestätigung.

Die Differenzierung ist beim Yamaha gut gelungen. Im leisen Bereich könnten mehr Differenzierungen möglich sein. Wenn ich zum Beispiel in unserer Pittsburgh-Piano-Group an einem Steinway-Flügel spiele, merke ich immer, wie schlecht meine Interpretation ausgearbeitet ist. Ein besseres Klavier zum Üben würde mir viel helfen.

Ein paar weitere Details: Wer wirklich Klavier lernen will, der braucht nur den Klavierklang, das heißt Extra-Sounds sind nett, aber nicht notwendig. Bei der Einschätzung, ob das E-Piano qualitativ ist, spielt es dann auch keine Rolle, ob verschiedene Songs auf dem E-Piano abspielbar sind: Wie zum Beispiel hier angemerkt:

“Sie bietet Ihnen 128 verschiedene Sounds und 100 unterschiedliche Rhythmen, die ganz gut programmiert wurden. Sie kann Ihnen 50 Demo Songs bieten. Sie können auch Aufnahmefunktion benutzen.” Das billigste vom Billigsten: http://www.amazon.de/Klassische-Elektrosche-Klavier-Tasten-Notenablage/dp/B00TO0V00Q/ref=pd_sim_sbs_267_2?ie=UTF8&refRID=1WJFHVDH5YFM1BY5M2EX

Die Aufnahmefunktion bei einem E-Piano ist nicht sehr relevant, da die meisten Dinge, die man mit einem E-Piano machen will, auch mit einem normalen Computer ausgeführt werden können. E-Pianos verfügen nämlich über eine Midi-Buchse. Hier kann man den Umfang der Demosongs etc. dann auch unendlich erweitern. Ungeachtet dessen geht es aber vor allem darum, dass die Anzahl der eingespeicherten Melodien und Begleitrhythmen nahezu unbedeutend für das Erlernen von musikalischen Fähigkeiten ist.

Bei weiterführenden Interesse sollte man sich für ein teureres E-Piano entscheiden.

E-Pianos unter 1000 Euro

Es gilt ähnliches wie bei den Klavieren um die 500 Euro, obwohl man sich langsam der Qualität annähert. So hat das Yamaha 142B*
eine Polyphonie von 128 und auch bereits eine bessere Tastatur, bessere Soundkalibrierung als auch eine bessere Dynamik.

Das Gewicht ist mit 38 kg deutlich höher als das E-Piano unter 500 Euro, aber immer noch leichter als ein Klavier. Der Umzug bleibt einfach (ein Vorteil zum Klavier). Der Ständer ist zudem hier stabiler, was es leichter macht, schwere Stücke von Rachmaninoff zu spielen. Das Yamaha P-45 zittert doch bei diesen Stücken immer ein wenig.

Unter 2000 Euro

Das beste Preisleistungsverhältnis hat das Kawai ES 8B

Der Knackpunkt liegt in der Responsive Hammer III (RHIII) Mechanik mit Druckpunkt Simulation und Dreifach-Sensor, alles ermöglicht eine Anspieltechnik, die einem hochwertigen Flügel sehr nah kommt und das schafft kein Klavier. Darüber hinaus gibt es ebenso Saitenresonanz, was ja immer beim Klavier hervorgehoben wird, das heißt die anderen Seiten schwingen mit. In dieser Klasse ist das Kawai sicher ein Referenzpunkt für andere E-Pianos und die Qualität übersteigt bei Weitem jedes Klavier in diesem Bereich.

,Flügel im Trümmerschutt

Klavier brauchen keinen Strom und können auch bei Stromausfall betrieben werden!!! Klarer Vorteil. Grotrian-Steinweg CC BY-SA 2.0 de

Über 3000 Euro

Zu den E-Pianos über 3000 Euro kann ich nicht so viel sagen, außer, dass meine Tests im Musikladen wirklich phänomenal waren. Es macht wirklich Spaß, den Klang darauf zu spüren. Ich glaube hier, lassen sich selbst für Experten kaum mehr Unterschiede zu einem Klavier feststellen, außer, dass es bei weitem besser ist als ein Klavier zum gleichen Preis.

Alles in allem hat das Kawai ES8, das beste Preisleistungsverhältnis und ist unter 2000 Euro zu haben.

Und was ist jetzt mit echten Klavieren? Nun, ein richtiger Steinwayflügel, wie er in Konzertsälen steht, hat noch immer einige Vorteile. Vor allem die Lautstärke ist dabei relevant. Ein Steinwayflügel wurde gebaut, um von der Lautstärke einem Orchester in einem Konzertsaal gleich zu kommen. Was aber das Wonzimmer angeht, so gibt es kaum mehr Unterschiede zwischen elektrischen Pianos und richtigen Klavier und legt man nicht wert auf die Nostalgie, so ist ein E-Piano eine gute Investition. 

Nun, ich habe auch in vielen Foren geschaut und Fragen bei Quora zu dem Thema gepostet. Oftmals habe ich die Antwort bekommen, dass ein Klavier auf jeden Fall besser sei, dies waren aber oftmals Antworten, die sich nicht auf Recherche beriefen, sondern auf sehr selektive Einzelerfahrungen. Wenn ihr Meinungen zu dem Thema habt, dann in die Kommentare.

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Norman Schultz, Pittsburgh, Februar 2016 

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Du musst dein Leben ändern, du musst Klavierspielen. Warum Persönlichkeitsentwicklung durch Musizieren am effizientesten ist.

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Im letzten Artikel sprachen wir ja bereits über die Frage der Persönlichkeitsentwicklung und bis zu welchem Alter dies möglich sein sollte. Nun ist natürlich klar, dass tägliche Routinen diese Veränderung am Besten bewerkstelligen, denn nach Studien der Duke University machen Gewohnheiten circa 40 Prozent unseres Tages aus (Habits: A Repeat Performance by David T. Neal, Wendy Wood, and Jeffrey M. Quinn). Sloterdijk, der uns als Gewohnheitstier sieht, spricht gar von 99,9 Prozent. Das Leben ist Wiederholung. Es gibt so gut wie nichts, dass wir nicht irgendwie eingeübt hätten: Laufen, Essen, sogar Schlafhygiene oder früh Aufstehen sind Dinge, die auf Autopilot funktionieren können. In diesem Sinne muss dauerhafte Entwicklung über Gewohnheiten geschehen.

Exp Wachstum

Auf einigen Seiten heißt es immer wieder, dass 1 Prozent Verbesserung pro Tag, am Ende eine 37-fache Selbststeigerung bedeute. Verbesserung soll also nicht täglich auf ein Maß festgelegt sein, sondern von Vorhandenem ausgehen. Dieses heißt auch im Fachjargon "Kaizen". Natürlich setzt es voraus, dass wir uns nicht in schlechte Verhaltensmuster zurückfallen lassen, und natürlich auch dass Wachstum in diesem Sinne keine Grenzen hat. Zunächst bleibt das Argument daher leer, denn Veränderung ist keine Formel, sondern eine sehr weit gefasste Aufgabe für ein gelungenes Leben. By MarianneBirkholz (Own work) CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Aber wie sich am besten verändern? Wir hatten ja hierzu im letzten Artikel den Fall eines Mörders besprochen, der nun nach 20 Jahren Veränderung ein Yoga-Studio in Stralsund leitet. Zu der Frage der Persönlichkeitsentwicklung gibt hier natürlich sehr viele Websiten, aber trotz der vielen Informationen Erfolg kommt von einem Gehirn, das leider sehr träge sein will. Veränderung passiert in kleinen Schritten täglich und die sind mit unter sehr schwer zu machen. Wir beginnen daher mal mit einem klassischen Argument: Gemäß Aristoteles muss nun, wer mutig sein will, sich Situationen aussetzen, die Mut erfordern (Nikomachische Ethik). Daraus könne wir analogisch ableiten: Wer besser sein will, muss sich Situationen aussetzen, die Verbesserung erfordern. Und wo können wir diese Verbesserung am ehesten herbeiführen? Auch hier schauen wir in die klassische Erziehungslehre. Nach Platon gehen zunächst der Körper und die musikalische Bildung dem Aufstieg aus der Höhle zur Sonne voran (die Sonne ist die Selbstaktualisierung nach Masslow’s Bedürfnispyramide siehe Artikel dazu hier), 

Ich denke nun auch, dass ein Musikinstrument zu erlernen, ein gutes Modell für die Selbstverbesserung darstellt. Warum? Sobald man geringfügiges Wissen erworben hat, kann man sich in Zirkeln engagieren, die es genau darauf anlegen, am Instrument besser zu werden und man kommt mit Menschen in Kontakt, die vielfältige Interessen haben, wobei es ihnen häufig um positive Charakterentwicklung geht (vor allem im klassischen Bereich). Aber bringen wir noch ein paar andere Daten ins Spiel:

Musik ist ein intellektuelles Gesamt-Work-Out

Bei der Persönlichkeitsentwicklung bedeutet ein Musikinstrument ein komplettes Work-Out für den gesamten intellektuellen Organismus. Die Vielschichtigkeit der Musikpraxis erreicht kein anderes Interesse. Musizieren hat Effekte auf die Gesundheit, wirkt zu Teilen wie ein physisches Training auf den Körper, verbessert die Intelligenz als auch die emotionalen Fähigkeiten. Wer sich also verbessern will, der sollte damit beginnen, ein Instrument zu erlernen und es auch möglichst früh seinen Kindern nahe legen. Natürlich entspricht dies nicht meiner gesamten Konzeption des Lernens, denn Lernen zeichnet sich durch ein komplexes Netzwerk von täglichen Routinen aus. Ich behaupte aber, dass Musik einer der zentralen Punkte unseres Lebens sein sollte. Warum?

Ich selbst spiele seit vielen Jahren Klavier und werde regelmäßig gefragt, ob ich professioneller Pianist sei. Das verneine ich immer mit einem schüchternen Lächeln, aber ungeachtet der sozialen Ehrung und persönlichen Eitelkeit muss ich sagen, dass mich das Musizieren zu einem besseren, vor allem ausgeglicheneren Menschen gemacht hat, und dass es mir womöglich am Meisten im Leben gegeben hat, noch mehr als meine Profession, die Philosophie. Zudem habe ich so viele Freunde durch die Musik kennengelernt wie zum Beispiel meinen besten Freund Kiril Stankow. Nach Maslows Bedürfnispyramide erfüllt Musik alle Punkte und kann uns, wenn wir es denn erlernen, bis zur Selbstaktualisierung bringen. Schauen wir uns aber auch ein paar Studien hierzu an.

Woher wissen wir, was uns intelligenter macht?

Die letzten 20 Jahre bedeuten eine wissenschaftliche Revolution. Da Daten nun mittels des Internets geteilt werden, hat sich ein dichtes Netz von Studien ergeben, wonach nun der Einfluss von Musik auf die Bildung genauer bestimmt werden kann. Auch die Neurowissenschaft hat hierauf starken Einfluss genommen. Bevor sich diese beiden Felder entwickelt hatte, war dieser Einfluss von Musik oftmals nur sehr ungenau bestimmt. Im Folgenden werde ich die wesentlichen Fakten des Einflusses des Musizierens auf unsere Intelligenz darlegen und mit zunehmender Komplexität auflisten. Ich empfehle dabei, soweit zu lesen, wie es sinnvoll erscheint, es ansonsten als gute Basis für Argumente zu nutzen. Zu den Konsequenzen komme ich weiter unten. Reicht also die Geduld nicht aus, um sich durch die detaillierten Ergebnisse zu wühlen, empfehle ich ruhig zum Ende vorspringen.

Kurzfakten:

  1. Musizieren hilft bei feinmotorischer Entwicklung, emotionaler Entwicklung Aufmerksamkeit, Angstmanagement, emotionaler Kontrolle (Studie, Magnetic Resonance (MRI) Study of Normal Brain Development)
  2. Nach einer MIT Studie ist der Cerebral Cortex von Konzertpianisten 30 Prozent größer als der von anderen Menschen, die als intellektuell bezeichnet werden (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  3. 75% aller Manager im Silicon Valley hatten Instrumentalunterricht als Kind (child.http://www.keynotespianostudio.com/Tallahassee_Piano_Lessons/benefits-of-piano-study/)
  4. Lesen bedarf verschiedener Fähigkeiten wie Rhythmus und Zählen, was insgesamt der mathematischen Fähigkeit helfen kann. So zeigen Studien auch , dass Musikschüler häufiger besser in der Schule sind (Quelle: Friedman, B. (1959) An evaluation of the achievement in reading and arithmetic of pupils in elementary schools instrumental classes. Dissertation Abstracts International, 20, pp.s 3662-3663.) http://www.effectivemusicteaching.com/articles/directors/18-benefits-of-playing-a-musical-instrument/
  5. Musizieren verbessert Testscores, (nach Studien der University Texas und Georgia gibt es signifikante Korrelationen zwischen der Anzahl der Jahre, in denen ein Musikinstrument gespielt werde und den akademischen Leistungen in Mathematik (University of Sarasota Study, Jeffrey Lynn Kluball; East Texas State University Study, Daryl Erick Trent) 
  6. Ebenso verbessert Musizieren die Sprachfähigkeiten  (Quelle weiter unten)
  7. Musizieren kehrt Stress auf der molekularen Ebene um. Zitat: “It can reverse stress at the molecular level.” (Studies conducted by Loma Linda University School of Medicine and Applied Biosystems; Medical Science Monitor) 
  8. Musizieren beeinflusst unsere Hormone positiv.  Zitat: “[…] group keyboard lessons showed significantly higher levels of HgH than the control group people who did not play.” (University of Miami) Quelle: http://www.laphil.com/sites/default/files/media/pdfs/shared/education/yola/susan-hallam-music-development_research.pdf
 Konkretere Fakten Argumentationen nach: The power of music: its impact on the intellectual, social and personal development of children and young people” von Susan Hallam, Institute of Education, University of London Executive
Da Klavierspielen eine sehr komplexe Fähigkeit ist, hat es positive Effekte in vielen Bereichen. Wichtig ist festzuhalten: Einige Fähigkeiten werden von unserem Gehirn auch automatisch für andere Bereiche genutzt, andere Bereiche bedürfen Reflexion. Viele Lernprozesse laufen allerdings unbewusst ab und hier ist es wichtig, eine gute Strategie zu haben und nichts erzwingen zu wollen. Aus diesem Grund ist auch ein gutes, kritisches Coaching wichtig.
Im Folgenden finden sich einige Fakten, die ich nach Hallam zusammengetragen habe. Das Dokument ist wirklich sehr dicht und weist viele Studienergebnisse nach. Um das ganze noch detaillierter anzugehen, empfehle ich, dort nachzuschlagen (der Text ist allerdings auf Englisch)
Wir trainieren mit Musik auch unsere Sprache
Nach Hallam teilen Wahrnehmung, Sprache und Lesefertigkeiten sowie Musik viele Prozesse und wirken daher wechselseitig aufeinander ein. Aktives Musiktraining erhöhe daher die Aufnahmebereitschaft im linguistischen Bereich. 8-jährige mit nur 8 Wochen musikalischem Training zeigten hier bereits Verbesserung in der Wahrnehmung mit Kontrollgruppen. Was trainiert werde ist die “phonemische Bewusstheit”.
Ich kann dies aus meiner persönlichen Erfahrung bestätigen, ich bekomme immer wieder Komplimente für meine sehr korrekte Aussprache im Chinesischen, sicher auch ein Resultat meiner musikalischen Ausbildung.
Hallam argumentiert weiter: Ein Instrument zu erlernen, verbessert die Fähigkeit Wörter zu erinnern durch eine Vergrößerung der linken “cranial temporal regions”. Musikalisch trainierte Teilnehmer konnten so 17% mehr verbale Informationen aufnehmen. Auch hier kann ich auf meine persönliche Erfahrung zurückkommen, da mir bereits nach meinen ersten Aufenthalten in Amerika eine sehr gute Englische Sprachfähigkeit bescheinigt wurde und das obwohl ich in der Schule wirklich nicht zu den großen Leuchten gehörte. Ich denke, dass mich vor allem hier die Musik positiv beeinflusst hat.
Musiker sind größer UND intelligenter 
Desweiteren konnte in 15 Studien festgestellt werden, dass es eine starke vertrauenswürdige Verbindung (‘strong and reliable)’ von 2,54 cm Körpergrößenunterschied zu Gunsten der Musiker gäbeNach einer Studie die Theater- mit Musikunterricht verglich, hatten die Schüler der Theatergruppe einen durchschnittlich höheren IQ um 4,3 Punkte, während Kinder der Musikgrupe um 7 Punkte höher abschnitten. Zwei national repräsentative Studien in den USA mit 45.000 Kindern konnten weitere Zusammenhänge verdeutlichen: Höhere Kreativität, besonders wenn das Spielen des Instruments Improvisation enthielt – erhöhter Selbstwert, Durchhaltevermögen, um Frustrationen zu überkommen, und Selbstdisziplin sind nur einige der Ergebnisse. Im Weiteren hat die Teilnahme in Musikgruppen Freundschaften gefördert, soziale Fähigkeiten, soziales Netzwerken, Teamwork, einen Sinn der Dazugehörigkeitund erhöhte Konzentration. Und auch hier muss ich sagen, die meisten meiner Freunde in Pittsburgh kommen aus dem musikalischen Umfeld.
Musizieren wirkt schnell
Der Einfluss von Musik macht sich zudem sehr schnell bemerkbar. 25 Minuten Musiktraining für 7 Wochen ergab bereits höhere Gehirnaktivität bei 4 bis 6 jährigen. Nach Haley (2001) zeige sich, dass Studenten, welche vor dem vierten Schuljahr mit Musizieren begannen, bessere Resultate in Musik aufwiesen; insbesondere die Tasteninstrumente schnitten hier besser ab 
Auswirkungen auf die Schulleistung: Es sind nicht nur die besseren Schüler, die ein Instrument lernen, sondern das Musizieren macht sie besser.
Nach einer Studie von Morrison (1994) von 13.000 Studenten zeigte sich, dass High-School-Students bessere Noten in Matehmatik, Geschichte und anderen Wisssenschaften hatten. Natürlich ist die Frage, die sich den wissenschaftsgeneigteren Lesern aufdrängt, ob der Einfluss nicht durch die Musik, sondern durch die Eltern kommt oder aber, ob bessere Schüle eher dazu tendieren ein Instrument zu lernen. Hierzu wurde eine Studie durchgeführt: Nach Southgate and Roscigno  (2009) ist das Engagement in Musik zwar von den Eltern abhängig, aber auch nachdem der Einfluss der Eltern einbezogen wurde, zeigen sich immer noch die positiven Einflüsse von Musik.
 
Musik ist die höchste Form der Kunst
Musik im Vergleich mit Visual Art führte zu höherer Kreativität. Umso höher die Anzahl der Musikstunden, desto höher war die Kreativität (Hamann et al., 1991). Andere Studien betonen auch den Bezug zum kritischen Denken (NACCCE, 1999). Gerade Improvisation half signifikant beider Entwicklung des Kreativen Denkens. Broh (2002) zeigte ebenso, dass Musikschüler mehr mit ihren Eltern und Lehrern reden. Auch die Eltern sprachen vermehrt mit befreundeten Eltern. Das resultierende höhere Selbstwertgefühl war auch assoziiert mit größerem Erfolg in der Schule. In Studien aus der Schweiz fand man heraus, dass eine Erhöhung des Musikunterrichts keine negativen Effekte in Sprachen oder Lesefertigkeiten hatte, gegeben durch die reduzierte Stundenzahl in den anderen Bereichen.
Zäsur: Es gibt hier derartig viele Resultate und wir überspringen die emotionalen Einflüsse, dazu kommen wir nämlich noch am Ende. Interessant sind aber auch die Effekte auf physische Entwicklung und Gesundheit, sowie das Glücksempfinden.
Mit dem Musizieren verbesserte sich auch das Werfen, Fangen und Springen. vor allem wenn Kinder in Programmen teilnahmen, die Rhythmus enthielten. Bekanntermaßen ergeben sich aus dem Singen viele positive Einflüsse auf die Lungenfunktion, aber auch das Wohlebefinden, Entspannung und soziale Kontakte verbesserten sich (Clift and Hancox, 2001). Clift und Hancox fanden auch positive Ergebnisse für das Immunsystem und das Herz heraus. Clift et al. (2008)
Nach Parr (1985) würde Musizieren auf das Herz wirken wie ein flotter Spaziergang. Die Sterblichkeitsraten in Gesellschaften, die sich stärker auf Musik konzentrieren, sind angeblich sogar geringer. (Bygren, Konlaan & Johnansson, 1996; Konlaan, Bygren and Johansson, 2000; Johansson, Konlaan and Bygren, 2001; Hyyppa and Maki, 2001). Und das Musik der Entspannung hilft, brauchen wir wohl nicht erwähnen. Mir sind auch noch Dokumentationen im ‘Ohr’, die betonten, dass aktive Musiker seltener zu Alzheimer neigten, oder dass Alzheimer hier besser kompensiert werden konnte. Wen das alles nicht überzeugt, der kann sich das folgende Video anschauen (und dabei gleich ein bisschen English lernen).
Dies sind also die bisherigen Effekte des Musizierens und die Studien (auch wenn mitunter nicht ganz klar) legen nah, dass Eltern, die ihren Kindern, die besten Chancen ermöglichen wollen, auch über die richtige musikalische Ausbildungen nachdenken sollten. Der beste Grund aber, warum wir Musik machen sollen, ist nicht der Leistungsanspruch. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Musik Menschen zusammen bringt, Menschen, die Sinn in einer produktiven Tätigkeit finden. In der Musik kann man Freunde finden, das ist mir in meinem Leben häufig geglückt. Hierbei geht es nicht unbedingt darum, der Beste zu sein und wie oftmals beim Sport darum, sich hervor zu tun, sondern sich mit anderen gemeinsam an einem großen Werk zu versuchen. In diesem Sinne verspricht Musik einen idealen Beginn in der Persönlichkeitsentwicklung. Aber auch dies sind nur extrinsische Gründe, der einzige Grund, den ich anmerken kann: Es macht mir Spaß am Klavier zu sitzen und zu üben, zu sehen, wie ich mich verbessere und von Zeit zu Zeit, Musik, die ich selbst produziere zu genießen. Es macht mir auch Spaß, dieses weiterzugeben. In Pittsburgh habe ich einen Hochzeitsmarsch komponiert, der nun auf immer mehr Hochzeiten gespielt wird. Das ist schön und letztes Wochenende habe ich auf einer Talentshow gespielt, wonach mich viele Leute danach auf das Stück angesprochen haben und sehr begeistert waren. Und es geht noch sentimentaler: Eine meiner Freundinnen weint gerne, wenn sie Klaviermusik hört :)
Und wie geht es jetzt weiter? Es beginnt wohl damit, ein Musikinstrument zu kaufen, einen engagierten, guten Musiklehrer zu finden und auch seine Kinder zum Musikunterricht anzumelden. Klavier ist übrigens meine Empfehlung, weil es in allen Musikbereichen integrierbar ist, Flexibilität ermöglicht und vor allem auch immer eine Tür zum klassischen Bereich aufhält (es ist allerdings kein Muss). Gitarren sind transportabler, aber neuste Stage-Pianos sind auch leicht woanders unterzubringen und haben noch sehr hohe Qualität. Natürlich sind Klaviere teuer, hier in Pittsburgh habe ich mir jetzt gerade erst ein Yamaha P-45 gekauft, nachdem unser Klavier abgeklappt ist (spart auch die 200 Dollar stimmen jährlich und an Flügeln kann ich an der Uni üben).

Das ist E-Piano sehr günstig, hat ein paar Limitierungen im künstlerischen Ausdruck, aber das Preisleistungsverhältnis ist unschlagbar. Für Anfänger kann es meines Erachtens keine andere Empfehlung geben, denn nach 3 Jahren ist das Geld schon wieder drin, weil man es nicht für das Stimmen eines Klavieres ausgegeben hat. Ich setze mich mal hin und werde einen Artikel über E-Pianos schreiben, denn auch unter Profis sind diese noch sehr unterschätzt.

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Frohe Weihnachten, Norman Schultz, Pittsburgh, Dezember 2015

Verändere dich – Wie am Besten?

In diesem Artikel geht es um einige Aspekte der Selbstveränderung. Ich folge hierbei keiner genauen Struktur, wer allerdings mitliest, kann einige neue Aspekte zur Persönlichkeitsentwicklung finden, die meines Erachtens so noch nicht anderer Stelle diskutiert werden. Am Ende komme ich auf mein Ziel, Klavier zu lernen, zu sprechen.
Als Dieter Gurkasch, selbst Gewaltverbrecher, auf der Intensivstation erwachte, empfand er nichts mehr von all dem Zorn, all der Wut, all der Verlassenheit. Nach einer Schießerei mit der Polizei und einer gefährlichen Schussverletzung im Rücken, an der Grenze zum Tod hatte sich etwas in dem brutalen Gewaltverbrecher geändert (Quelle).12 weitere Jahre Gefängnis für einen Raubüberfall und dies nach einer bereits verbüßten Gefängnisstrafe von 11 Jahren wegen eines Raubs mit Todesfolge des Opfers sollten ihn schließlich ganz verändern. 12 Jahre Zeit nun auch wirklich ein anderer zu werden (titelbild: By Felix Burton (Flickr) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons).
“Wir selbst sind zu einem wesentlichen Bestandteil Veränderung” (Alfred Eisleben)

Wie entwickeln wir uns? Können wir uns bis ins hohe Alter verändern, lernen? Die allgemeine Auffassung verliert sich hier in der Ratgeberliteratur, den endlosen Botschaften von der Kraft des Willens. Die Gegenwart hat sich in einen Selbstentwicklungsoptimismus hineingesteigert, wobei das glückliche Leben im endgültigen Sieg über eine minderwertige Hunderasse erreicht werden soll. Der Kampf mit dem Schweinehund, mit der dunklen Seite der Macht in uns, ist unsere Seele geworden. Nachdem wir das Moralgebot dieses Kampfes internalisiert haben und unsere Aggressionen in uns einsickern lassen haben, müssen wir alles Potenzial gegen den Gegner als Selbst richten. In uns sind wir dem Feind ganz nah, dem Schweinhund, dem schlechteren Selbst. Was in archaischen Gesellschaften die Unterdrückung durch den König war, ist in modernen Gesellschaften die Selbstunterdrückung durch Produktivität geworden.

“Veränderung ist Aufstieg von den niederen Bedürfnissen zum höheren Geist” (Alfred Eisleben)

Was also bedeutet Entwicklung die dieser Leistungsdynamik entkommt? Entgegengesetzt der gängigen Meinung entwickeln sich Menschen nicht nur in ihrer Kindheit. Wir können uns bis zum Alter von 50 verändern, danach bleibe unsere Persönlichkeit allerdings stabil. Veränderung selbst – jedoch nicht notwendig nach moralischen Geboten – ist unser Weg. Ein Weg, der aufwärts und abwärts führen kann.

Bei Veränderung kommt es nun darauf an, die Maslow’sche Bedürfnispyramide wirklich zu verstehen, denn wir sollten bei aller Veränderung die Maslow’sche Bedürfnispyramide aufwärts steigen.

MaslowsHierarchyOfNeeds

Erfüllung aller Sehnsüchte liegt in der Selbstaktualisierung, eine letzte Stufe die bereits Platos Aufstieg aus der Höhle zur Sonne symbolisierte. Wichtig aber ist, dass wir, bevor wir diese Selbstaktualisierung erreichen, nämlich ein Gut, dass unbegrenzt zur Verfügung stehen kann und deswegen erfüllt, dass wir hiervor die Fallen der Selbstentwicklung verstehen: Wer einen Baustein erreicht, ist unglücklich und will zum nächsten. In diesem Sinne sollten wir uns hüten, etwas für das Ziel unseres Glückes zu erklären, ohne es vorher bereits zu kennen. Haben wir unsere materiellen Bedürfnisse befriedigt, werden wir sogleich in das nächste Bedürfnis nach Materiellem getrieben. Wer sein gesamtes Leben daher darauf ausrichtet, eine bestimmte materielle Grundlage zu erreichen, wird sodann finden, dass sich danach die Sinnfrage um so drängender stellt. Wer Liebe zum Beispiel im Partner zu finden hofft, wird mit dem Partner an seiner Seite unzufrieden sein, wenn er nicht vorher glücklich war.

Studien zeigen, dass Lotteriegewinner nach anfänglicher Euphorie nicht glücklicher sind als andere (wobei die Studien viele Schlüsse zulassen, warum das der Fall ist). Das Level des Glücks fällt bald wieder auf das Ursprungsniveau zurück. Ganz im Gegensatz geht es bei der Bedürfnispyramide daher darum, die beständige Chance, Dinge zu ändern zu erkennen und hierin die eigentliche Aufgabe zu entdecken. Hierin in der Selbstveränderung liegt der höchste Punkt unserer Bedürfnisse, nämlich ganz wir selbst zu sein, allerdings nicht eine starre Identität, sondern ein Ich zu sein, das in den Bewusstseinsstrom niemals zweimal steigt, sondern als diese Veränderung des Wassers selbst Wasser ist. Was ich meine? Ich kann es nur noch kryptischer ausdrücken:

Seele bleibt ein Wasserwort

Und es ist jene Selbstaktualisierung, die die Seele in ihrem Wesen antreibt, eine Bewegung von ihrem Sein durch ihre Distanzierung als Seiendes zurück zu ihrem Sein (das ist Hegelianismus).

Zurück zu dem Mörder Gurkasch: Heute leitet der verurteilte Mörder Gurkasch ein Yogastudio in Stralsund. Doch er hatte einen langen Weg der Veränderung hinter sich. Er durchschritt viele Erfahrungen, um zu erkennen, was höheres Glück bedeutet. Doch dieser Weg war lang und beschwerlich. Hierzu sagt Gerhard Roth:

“In der menschlichen Entwicklung gibt es alles, nur eines nicht: Dass ich mir vornehme, mich zu bessern, und von Stund an ein besserer Mensch bin. Wenn ich mich wirklich bleibend ändern will, müssen vor allem die tieferen Schichten verändert werden.” (Selbe Quelle)

Das heißt, wer Raucher ist, bleibt aller Wahrscheinlichkeit nach Raucher. Das Selbst verändert sich nur langsam und nur durch täglich kleine Routinen können wir ein anderer werden (hier in einem Blogbeitrag nach Prof. Fogg beschrieben). Nach Prof. Foggs Theorie verändern uns  Kleinigkeiten über die Jahre hinweg und lassen uns wachsen. Daher muss die Veränderung nicht über große Ziele erschlossen werden, sondern über Planung und kleine Schritte. Jeder, der ein Instrument spielt, weiß, dass Lernen zumeist nicht aus Erleuchtungsschritten und Aha-Erlebnissen besteht, sondern auch Konsequenz in der täglichen, kleinen Selbstveränderung bedarf.

“Das Gehirn ist kein träger Stein, der mit Sicherheit auf sein Ziel zusteuert. Wir leben mit diesem Gehirn in unserem Kopf und können es verändern.” (Avid Graf)

Es gibt allerdings auch noch eine andere Seite. Wir müssen auch bedenken, wenn Roth von der Trägheit unseres Gehirnes ausgeht, so macht er dies aufgrund von Schlüssen, die empirischen Quellmaterial entspringen. Sein Schluss ist induktiv. Das heißt, entgegen Roths Auffassung mag es dennoch individuelle Situation geben, die einen vollständigen Richtungswechsel ermöglichen und die er aufgrund der überwältigenden Anzahl von normalen Studienobjekten nicht sehen kann.Steve Pavlina, einer der erfolgreichsten Personal-Development-Autoren, wäre ein solches Beispiel. Nach einer Nacht im Gefängnis gab er sich das Versprechen, sein Leben zu ändern und machte sogleich zwei Abschlüsse innerhalb eines Jahres und leitete nebenbei ein erfolgreiches Computerbusiness.

Sicher bleibt das Gehirn dasselbe, wie Roth eben vermutet, aber der Hebel zur Veränderung legt sich manchmal spontan um und dann werden wir durch tägliche Routinen ein anderer. Der zweite Ansatz besteht daher in der Konfrontationstherapie und geht daher über die Schlüsse von Fogg und Roth hinaus.

Der Psychologe Birbaumer Quelle kann von vielen solcher Fälle berichten: Ein Mann hatte mehrere schwere Autounfälle, doch nach 30 irrsinnigen Fahrten mit dem Psychologen lernte dieser Mann, dass ihm nichts passiert. Er war partiell geheilt.

Aus Birbaumers Geschichten könnte man Filme drehen. So nahm er, “wenn nötig”, einen Patienten auch mal mit auf Reisen, schlief mit ihm in einem Bett und kettete ihn mit Handschellen an sich, damit dieser nicht, von seinen Ängsten getrieben, abhaute. (Quelle)

Schoktherapien sind Aha-Erlebnisse, die ein ganzes Gehirn schnell restrukturieren können, andere Wege aufzeigen. In diesem Sinne ist es immer günstig, andere Ansätze zu suchen, nicht alles ist stupides Wiederholen. Deswegen muss ein holistischer Ansatz auf beides, Wiederholung und Kreativität zielen. Eine Gesamtstrategie allerdings kostet viel Geduld und Unterstützung.

Wer den falschen Freundeskreis hat, sich mit Couch-potatos umgibt, die ausbremsen, wird nicht weit kommen (eine Studie zeigt, dass die Veränderung des Lebensstils des Partners auch in uns etwas bewirken kann, andere Studien zeigen aber, dass eher der Partner mit den negativen Eigenschaften auf das Verhalten des Anderen einwirkt). Es ist schwer, dem falschen Partner in negativen Eigenschaften zu widerstehen. In diesem Sinne gehören zu Persönlichkeitsveränderung viele Faktoren und womöglich ist ein Coach wie im Sport unabdingbar (hier ein anderer Artikel von mir dazu).

Das Klavier ist die Nummer 1 unter den Veränderungsdevices

Bei meinem Coaching-Ansatz möchte ich gerne extrinsische Motivationen ausklammern. Hierzu gehören auch negative Anreize wie Strafen, da häufig nach dem Wegfall der Restriktionen, das Verhalten, schlechter ausfällt als zuvor. Langfristig möchte ich allein intrinsische Motivationen entwickeln. Ich will mich daher vorrangig auf den Abbau von Hemmnissen konzentrieren. Hemmnisse sind Dinge, die mich von einem guten Lebensstil abhalten, zum Beispiel, wenn mein Zimmer ungeordnet ist und ich viel Zeit vergeude, mit dem Arbeiten zu beginnen. Hier ist es natürlich auch eine Frage wie organisiert, der Alltag bereits ist. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, zu analysieren, welche intrinsischen Motivationen bereits bestehen und diese zu verstärken. Was macht mir wirklich Spaß?

Selbstveränderung muss schrittweise in intrinsische Veränderung überführt werden, nur so werden wir einerseits langfristig glücklich werden, denn Veränderung ist etwas, was als Ziel selbst immer unabhängig von äußeren Umständen möglich ist und andererseits werden wir nur so Veränderung erreichen. Veränderung wird nicht unmittelbar erreicht, sondern besteht aus vielen Schritten der Vermittlung am Materiellen. Wir müssen die Bedürfnispyramide durchsteigen und so auch erfahren, dass zum wirklichen Glück auch wirklicher Verlust gehört. Wer riskiert, kann daher langfristig nur gewinnen. Das allerdings am Rande. Hier geht es mir darum, mein Klavier zu nutzen, denn wer sich in einer Eigenschaft verbessert, so behauptet ebenfalls Prof. Fogg, der verbessert sich gleichzeitig auch in anderen Bereichen.

Ich habe Jahre lang Klavier gespielt und werde immer wieder von Menschen in Pittsburgh gefragt, ob ich professioneller Pianist bin. Ich habe in meinen Kursen auch hin und wieder Musikstudenten, die natürlich bei Weitem besser sind, aber ich interagiere mit ihnen häufig. Für mein persönliches Projekt habe ich mich einer Pianogruppe in Pittsburgh von Professoren im Ruhestand angeschlossen und werde langfristig viele Klavierstücke meinem Repertoire hinzufügen. Klavierspielen bedeutet langsame Veränderung des Gehirns. Und das ist es worauf ich mich konzentrieren muss.

Klavierspielen lehrt uns, dass Veränderung nur in der täglichen Routine erfolgt.

 Beim Klavierlernen geht es mir nun vor allem darum klassische Stücke zu erlernen, die das Klavier in den Mittelpunkt stellen. Ich spiele im Moment zusammen mit Haruka und Christa das Doppelviolinconcerto von Bach, was wirklich viel Spaß macht. Vom Popkulturellen nehme ich im Gegensatz mehr und mehr Abstand. Zumeist kann ich es ohnehin vom Blatt spielen und es sind keine besonderen, musikalischen Linien zu erkennen. Ich weiß, das wirkt herablassend, aber wer wirklich in die klassische Musik irgendwann einsteigt, erkennt, wie die klassische Musik um Sprache und Ausdruck ringt und im Vergleich zur Pop-Musik in tiefere Tiefen eintaucht. 

Nun, ich sage nicht, dass Pop-Musik immer schlecht sein muss. Auf unseren Parties hier in Pittsburgh ist das immer noch ein wichtiges Element und wir haben viel Freude dabei, aber es geht dabei um den Effekt, in einer vielleicht zu oberflächlichen Kultur? Um einen niederen Teil der Bedürfnispyramide? Kürzlich haben wir auf einer Halloweenparty eine “Komposition” über das Hippiedasein performt, da ich selbst als Hippie “Moon” verkleidet war. Der Song hieß “Oceans of Emotions”. Das war so erfolgreich und offenbar witzig, dass mich Severin, der Co-Founder von Duolingo, glatt für die Weihnachtsfeier von Duolingo buchen wollte. Ich hielt das natürlich für einen Witz, aber er fragte mich drei Tage später nochmals. Das macht mich natürlich ein bisschen stolz. Was will ich aber sagen: Pop-Musik macht Spaß, so wie Hot Dogs schmecken und ich niemanden dafür direkt verurteile, aber mentale Gesundheit bekommen wir woanders her genauso wie physische Gesundheit langfristiger glücklicher macht.

Tatsache für mich ist, dass es bei Pop-Musik nicht die enormen Entwicklungsschübe gibt, wie bei klassischer Musik. Immer nach den Phasen, in denen ich klassische Musik lernte, konnte ich mit Pop-Musik noch besser umgehen. Ich halte Pop-Musik für eine Unterforderung unseres Gehirns, es kommt allerdings darauf an, sich zu überfordern. Nun ich werde mich künftig mehr mit dem Klavierspiel auseinandersetzen und ein E-Piano für unser Haus besorgen.

Lumosity und Braintrainer helfen nicht

Es sei noch eine Sache angemerkt, warum ich mich auf Klavierspielen fokussiere. In einem Statement von 70 renommierten Neuroforschern heißt es, dass all die angebotenen Braingames nicht die magische Kugel sind, um seine kognitiven Fähigkeiten zu verbessern (Quelle). Nach einer relativ aggressiven Marketingcampagne hatten diese eine wesentliche Verbesserung der Gehirnleistung und so zum Beispiel Schutz vor Alzheimer versprochen. Es kommt allerdings nicht auf einen Schritt an, sondern darauf, viele Veränderungen langfristig ins Visier zu nehmen. Es ist wie bei der Ernährung, es kommt nicht auf eine neu-entdeckte Pflanze an, sondern auf die Gesamtheit der Ernährung. Stattdessen heißt es daher in der Forschung, dass das Erlernen einer neuen Fähigkeit, die Intelligenz am ehesten befördert. Ich behaupte, dass das Klavier oder ein anderes klassisches Instrument hierzu die beste Möglichkeit bietet, uns vor Alzheimer im Alter bewahrt, Kinder schlauer werden lässt und mehr. Zu den Belegen aber in einem der folgenden Artikel mehr. Hier geht es zunächst nur um die Selbstentwicklung.

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Norman Schultz

Nie wieder ein Fenster öffnen – Mit den richtigen Pflanzen weniger krank sein und produktiver werden

In diesem Artikel geht es um Pflanzen, die als gute Luftfilter, ein ideales Arbeitsklima erschaffen. Wer mein unendliches Gelaber zu, wie, warum und weshalb nicht ertragen kann, der kann hier direkt zu den Informationen, um welche Pflanzen es sich handelt. Ansonsten gibt es im Folgenden ein paar Argumente für Pflanzen im Zimmer und wie ich zu meinen grünen Freunden gekommen bin.

Grib skov

Für mehr grüne Lunge

Einmal Luftfilter bitte

Im Saturn haben mir die Verkäufer ja schon so vieles erzählt. Ich wollte mal ein Diktiergerät kaufen und erklärte die Funktionen, worauf der Mitarbeiter mir mit felsenfester Überzeugung versicherte, dass es so etwas nicht geben würde.

Nun, nehmen wir nun mal folgendes Szenario an. Ich gehe zu Saturn und sage, dass ich etwas mit folgenden Eigenschaften haben möchte:

1) Es soll für ein gutes Raumklima sorgen und Schadstoffe aus der Luft filtern

2) kostensparend arbeiten möglichst in der Energieklasse A+++

3) pflegeleicht sein und auch nicht so schnell kaputt gehen

4) und, alles in allem vielleicht für unter 100 Euro zu haben sein und sich am besten vermehren

Nun, tatsächlich ich bin jetzt unter die Sauerstoffproduzenten gegangen und lasse mir in meinem Zimmer gesunde Luft einfach wachsen. Es geht um Hauspflanzen, die die Luft säubern. Ich selbst habe mir kürzlich Pflanzen gekauft und haben das Sauerstofflevel in meinem Kabuff derart erhöht, dass ich schon seit fünf Tagen kein Fenster mehr geöffnet habe und es womöglich auch nie wieder muss. Ich sage nur: Fukushima soll kommen! Und nachdem wir den Waldbestand in den letzten 10 Jahren um 1,5 Millionen Quadratmeter kostensparend reduziert haben (eine Fläche größer als Deutschland), ist es wohl an der Zeit, sich ein eigenes Klima zu bauen.

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Bogenhanf gibt nachts Sauerstoff

Aber Ernst bei Seite: Pflanzen verbessern das Raumklima und die richtigen Pflanzen filtern giftige Stoffe und geben jede Menge Sauerstoff selbst bei schlechten Lichtbedingungen. Doch nicht nur das, einige tun das selbst nachts.

Warum ich das aber hier bespreche? Nun, es verbessert unsere Lebensqualität und so letztlich auch unsere Arbeitsleistung. Dies sei, so heißt es auf allen Seiten, die ich dazu lese, wissenschaftlich belegt. Nur die Quelle zu den “wissenschaftlichen” Studien nennen sie leider recht selten, daher reicht uns an dieser Stelle heute mal ein bisschen Plausibilität: Da frische Luft mehr Sauerstoff bedeutet und unser Gehirn Sauerstoff mag, muss das gut sein. Es heißt zudem, dass die Innenluft 2 bis 5 mal schlechter als draußen ist, so dass wir draußen prinzipiell besser arbeiten. Warum also nicht das Draußen nach Innen holen?

Nun bleibt die Frage, ob es Pflanzen gibt, die unsere folgenden Kriterien tatsächlich erfüllen:

  1. Möglichst pflegeleicht, weil wir ohnehin wenig Zeit haben und sie uns auch aus Effizienzgründen anschaffen
  2. Die Pflanze sollte selbst bei schlechten Lichtbedingungen Sauerstoff produzieren, wenn möglich gar nachts
  3. Die Pflanze sollte Giftstoffe filtern.
  4. Sie sollte relativ günstig sein.
Bei dieser Kombination würde uns jeder Saturnmitarbeiter auslachen, denn so etwas gibt es schließlich nicht. Ich meine, wenn Diktiergeräte technisch nicht möglich sind, dann müssen Pflanzen wohl ein Wunder Gottes sein. Aber entgegen aller Erwartung, Pflanzen können tatsächlich Sauerstoff produzieren und das nicht einmal, wie viele denken, in minimalen Mengen.
Übrigens habe ich tatsächlich lange Zeit gedacht, dass Pflanzen in der Regel nur zu dekorativen Zwecken am Fenster stehen oder dass Pflanzen bei einigen von uns soziale Qualitäten für Besucher vortäuschen sollen. Klar, wir haben uns schließlich aus Herzenswärme entschieden einer armen Adoptiv-pflanze ein Zuhause zu geben. Ich dachte auch, dass andere von der beherzteren Natur gerne jemanden zum Reden haben, jemand, der nicht widerspricht und sie auch nicht auslacht, wenn sie mal wieder weinen, weil Flipper gestorben ist. Ungeachtet dieser Tatsachen, doch es gibt einige Pflanzen, die richtig Sauerstoff produzieren und um meiner Rumrederei ein Ende zu machen um diese geht es hier:

Pflanzen, die Saures geben (also stofflich meine ich)

Haha, ich weiß, schlechter Witz. Nun es liegt nicht am Sauerstoffmangel, seitdem ich fünf der folgenden Pflanzen hier zu stehen habe, ist die Luft in meinem Zimmer tatsächlich wesentlich frischer. Bevor wir aber zu den Fakten kommen, hier mal ein Video aus der Abgasnation Indien, wo die Pflanzen nun in Büroräume zu Wellnesscenter umfunktionieren.

Also die Daten mal zusammengefasst. Es geht um die: 1) Areca Palm, 2) Mother-in-Law’s Plant (Bogenhanf), und 3) die Money Plant (ich glaube dabei handelt es sich um die “Efeutute“)

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6 mal Bogenhanf und ihr müsst nie wieder ein Fenster öffnen

Nach dem Video zu urteilen werden ungefähr 6 bis 8 dieser Gefährten pro Person benötigt (zu anderen Daten kommen wir weiter unten). In dem vorgestellten Bürogebäude sind es daher 1200 solcher Pflanzen auf 300 Leute. Als Resultat der Pflanzen geht der Blutsauerstoff mit einer Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent um ein Prozent nach oben, wenn man sich mehr als 10 Stunden in dem Gebäude aufhält. Wenn ich es im Weiteren richtig richtig verstanden habe, gab es zudem 52 Prozent weniger Augenreizungen, 43 Prozent weniger Kopfschmerzen und 9 Prozent weniger Asthma. Aber kommen wir mal zu den Pflanzen im Einzelnen.

In anderen Quellen heißt es zudem, dass der Anblick von Pflanzen die Kreativität um 20 Prozent steigern könne (Quelle). Zudem tragen Pflanzen der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit bei, was die Staubkonzentration in der Luft vermindert und die Schleimhäute feuchter hält, so dass Krankheiten seltener sind.


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Einer der besten Sauerstoffliferanten, die Arecepalme

Die besten Pflanzenfilter

1) Die Arekapalme 

entfernt Toluen und Xylen. Nun, ich weiß zwar nicht, was diese Stoffe bedeuten, aber ich möchte sie gerne nicht in meinem Zimmer haben. Darüber hinaus wandelt die Pflanze signifikante Mengen an CO2 in Sauerstoff um. Vier schulterhohe Pflanzen würden Sauerstoff für einen ganzen Tag produzieren. Das gute, die Arekapalme verträgt kein direktes Sonnenlicht, das heißt ihr könnt der Palme auch ruhig ein schattiges Plätzchen zuweisen.

2) Die Efeutute

Die Efeutute (epipremnum aureus) erreicht einen CO2-Abbau von 75% und baut dabei auch Benzol (90 Prozent innerhalb von 24 Stunden) und Formaldehyd ab (einige Stoffe, die sich gerne in Büroräumen sammeln und auch aus einigen Klebstoffen ausdünsten) (Quelle).  

3) Bogenhanf

Bogenhanf (Sansevieria) produziert vor allem nachts frischen Sauerstoff. Zudem ist die Pflege äußerst leicht und seltenes Gießen tut dieser Pflanze einen Gefallen. Sie mag es vernachlässigt zu werden (dies gilt übrigens auch für die anderen Pflanzen). Wem es allerdings um die psychisch stabilste Pflanze dieses Planeten der kann sich mit der so genannten Idiotenpalme begegnen, denn selbst Idioten können sie nicht umbringen. Es handelt sich um die:

Chlorophytum comosum

Grünlilien sind unkaputtbar

4) Grünlilie

Die klassische Grünlilie (Chlorophytum Elatum) reduziert nach Studien den Kohlenstoffdioxidgehalt um 96 Prozent (Ich vermute, dass sich ähnlich der NASA-Studie hierzu um einen Raum mit erhöhter Konzentration handelt (Quelle). Im Film “Gravity” glaube ich übrigens diese Idiotenpalmen auf der chinesische Raumstation entdeckt zu haben.

In anderen Quellen heißt es:

“Die Grünlilie, eine beliebte Ampelpflanze, schafft es beispielsweise, den Formaldehydgehalt einer geschlossenen Kammer (der 10mal höher als in normaler Wohnraumluft war) innerhalb von 24 Stunden um 86 Prozent zu reduzieren.”

5) Sprossen

Wer darüber hinaus noch viel Sauerstoff in seine Umgebung pumpen will, der könnte zusätzlich noch Sprossen anbauen: Buchweizen, Sonneblumen und Erbsen sollen hierbei sehr effizient sein. Insgesamt müssen wir aber wohl sagen, dass eine Vielzahl von Pflanzen unterschiedlich vorbeugt, als Anfängerpflanzen sind allerdings Grünlilie, Bogenhanf und Efeutute sicher unschlagbar.

Epipremnum aureum vine

Reduziert viele giftige Stoffe, die Efeutute

Wieviele Pflanzen brauchen wir nun für ein optimales Klima?

Die Nasa empfiehlt circa 15-18 Pflanzen bei 1800 Squarefoot. Das müssten umgerechnet ungefähr 170 Quadratmeter sein. Nehmen wir also eine normale Singelbude von sagen wir 30 Quadratmetern, so sollten 3 – 4 dieser Pflanzen ihren Platz finden. Ihr müsst also nicht alles überfrachten. Wenn ihr allerdings noch bessere Effekte wünscht, so kann eine weitere Begrünung nicht schaden.

Alles in allem muss nun niemand etwas überstürzen. Ich habe begonnen, ein paar dieser Pflanzen zu kaufen und züchte nun verschiedene Ableger, das spart ein wenig Geld und es macht Spaß. Ich hatte lange Zeit keine Pflanzen, weil ich viel umgezogen bin, immer in verschiedenen Städten studierte und viel reiste, nun da ich in Pittsburgh ein langfristiges Stipendium habe, finde ich, dass es sich lohnt damit zu beginnen. Falls ich dann wieder nach Deutschland ziehe, so habe ich auch gute Abschiedsgeschenke. Zu Weihnachten verschenken eignen sich die Grünlilien wohl auch als Geschenke (wie wohl auch die anderen Pflanzen). Gerade mit einer beigefügten Notiz über die verschiedenen Funktion könnte sich so mancher Bürohocker freuen. 

Snake plant

Auch Schwiegermutterzunge genannt, Bogenhanf

Weitere Informationen

Tabelle einiger Pflanzen, die giftige Substanzen filtern: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_air-filtering_soil_and_plants

Die NASA Clean Air Study, die angefertigt wurde, um die Reinigung von Weltraumstationen zu untersuchen. Neben der Absorption von Carbondioxide und Sauerstoffproduktion (Oxygen), eliminieren diese Pflanzen BenzeneFormaldehyde und Trichloroethylene.

Die Top 10 der NASA-Studie:

Infoblatt von “Gesundes Österreich” mit einigen Gründen, was für Pflanzen im Haus und Büro spricht

Hier sind einige Links zu Amazon (Affiliate Links). Ich habe mal ein paar nachgeschlagen, die es günstig gibt. Ich habe meine Pflanzen auch über Amazon ersteigert, allerdings von der amerikanischen Seite. Ich habe mir 2 Grünlilien besorgt, die wirklich wundersam wachsen, einen Bogenhanf, eine Efeutute und noch einen Philodendron. Die Qualität war gut im Vergleich zum Preis und ich sehe das auch als Investment in viele Ableger, denn die Pflanzen wachsen sehr schnell.





Nun da sind ein paar günstige, also auch größere dabei, je nach Wunsch. Ich selbst habe mir eher kleinere um die 10 Euro geholt und werde über Weihnachten anfangen umzutopfen und erste Aleger produzieren. Wenn ihr mir weiter folgen wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz

Pittsburgh

Titelbildnachweis: Ireen Trummer (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wer war der intelligenteste Mensch der Welt, was ist Intelligenz und können wir sie steigern?

Zur Intelligenzsteigerung heißt es, dass selbst das Universum als gigantisches Gehirn  in eins genommen, hätte dann noch immer eine Grenze (Quelle: Artikel über die intellgentesten Menschen der Welt). In diesem Artikel geht es nicht um die Grenze des Universums aber um die äußere Grenze der menschlichen Intelligenz und eine etwaige Intelligenzsteigerung. Dabei schauen wir einerseits auf die intelligentesten Menschen ALLER ZEITEN, aber kümmern uns auch um die weniger ironische Frage, warum Menschen, die doch auf ihre Intelligenz so stolz sind, gleichzeitig so dumm sein können. (Titelbildnachweis: Public domain)

Katarrhaktes ouroboros

Das Universum,als gigantisches Gehirn. Was ist die Grenze der Intelligenz? (By Katarrhaktes (www.katarrhaktes.com CC-BY-3.0 Wikimedia Commons

Jawohl wir sind dumm und glauben doch die Welt sei wie die Aufgabe eines Intelligenztest leicht “berechenbar”. Doch vielleicht ist die Welt nicht lösbar. Vielleicht ist die Welt nicht durch ein geheimes Zahlenband verbunden. Bevor wir also zur Intelligenzsteigerung kommen stellen wir zunächst die Frage: Wohin reicht also überhaupt unsere Intelligenz?

Wer sich schon einmal in einen Intelligenztest vertieft hat, der bemerkt schnell, dass die Aufgaben eigentlich sehr einfach sind (Wer das noch nicht hat, ich habe hier ein paar Intelligenztests  zusammengestellt wie auch eine etwas genauere Auswertung von einigen Intelligenztests vorgenommen. Weitere sollen noch folgen). Das Paradoxe ist nun: Selbst bei einfahcen Intelligenztests scheitern wir mit unserer Intelligenz und die Welt ist wesentlich komplexer.

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Wenn ein Fuchs in ein Buch hineinschaut, kann dann ein Gelehrter herausblicken? By Master of Catherine of Cleves, Public domain,

Warum wir so blöd sind
Wir scheitern in Intelligenztests und bemerken oftmals später die verblüffende Einfachheit der gestellten Aufgaben. Um dies zu demonstrieren hier ein Beispiel:

“Versuchen Sie die folgende Frage zu beantworten, bevor Sie weiterlesen. Jack schaut Anne an, aber Anne schaut George an. Jack ist verheiratet, aber George nicht. Schaut eine verheiratete Person eine unverheiratete an?”

a) Ja      b) Nein    c) Kann nicht entschieden werden

Über 80 Prozent der Menschen beantworten diese Frage falsch. Falls Ihre Antwort war, dass die Frage nicht entschieden werden kann, gehören Sie zu auch zu ihnen. (Wie ich.) Die korrekte Antwort ist: Ja, eine verheiratete Person schaut eine unverheiratete an. http://giordano-bruno-stiftung.ch/blog/warum-kluge-menschen-dumme-dinge-tun/

Obwohl die Aufgabe meisterbar ist, ist es uns in irgendeiner Weise unangenehm logisch zu denken. Wir sparen Energie und fahren unsere Kapazitäten nicht hoch. Wir haben ein Denkorgan, aber intelligent sind wir deswegen noch lange nicht. Wir müssen also lernen, im Richtigen Moment unsere Kapazitäten zu nutzen.

Keulemans common fox

Fuchsintelligenz By Mivart, St. George Jackson, 1827-1900 Public domain, via Wikimedia Commons

Doch halt, selbst wenn wir dies tun, könnte es sein, dass Menschen von Natur aus dumm sind und wir eigentlich nicht unsere Intelligenz messen, sondern nur Potentiale zwischen den Menschen, nämlich ihre Dummheit. Das heißt, wir geben den Wert für die Intelligenz immer nur relativ zur Durchschnittsblödheit an.

Nun aber genug mit dem Menschheitsbashing. Kommen wir zur Frage: Was testen denn nun Intelligenztests?

Was Intelligenztests messen – Zum Problem der Mustererfassung

Was testen Intelligenztests? Nun Intelligenztests messen, was Intelligenztests messen. So kommentieren es zumeist Menschen, die ihr Ressentiment nicht zügeln können. Sie haben einen Argwohn auf Menschen, die besser sind und machen die Ergebnisse von Intelligenztests schlecht. Im Bild-Intelligenztest (der wahrlich nur von Bildlesern gemacht werden sollte) kommentiert dann zum Beispiel ein Nutzer:

Ich habe mein Vermögen ohne Abi und Studium gemacht. Bin ich jetzt blöder als ein Professor? Ist mir eigentlich wurscht. Lieber ein reicher Blöder als ein armer Akademiker. Es lebe der gesunde Menschenverstand. (Quelle: Bild)

Ganz kurz: Ja, der Herr ist blöder als ein Professor. Was der Kommentar aber demonstriert, ist dass unsere Gesellschaft wie eine Lotterie funktioniert und dies mag gar für akademische Bereiche gelten. In der Regel interessieren uns nicht die Intelligenten, sondern die Erfolgreichen. Erfolgreich ist aber nur jemand, der sich durchsetzt und nicht unbedingt jemand, der intelligent ist. Unter Umständen bekommen die Erfolgreichen ihren Erfolg auch durch das Geburtsglück zugesprochen. Wir müssen schon in einer ersten Welt geboren sein, um aufsteigen zu dürfen oder besser gesagt, die Klasse halten zu dürfen.

Univers flammarion 1888 nach Fabris

Der Griff nach der Wirklichkeit, By Sergio Fabris (Own work), CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Aber nochmal: Was testen dann Intelligenztests, wenn sie keine Aussage über Erfolg machen? Die Antwort ist schlicht: Intelligenztests testen die Fähigkeit Muster zu erkennen.

Ist es uns aber eine Hilfe Muster zu erkennen? Offenbar nicht, denn es führt nicht unbedingt zum Erfolg oder es ist keine notwendige Voraussetzung für Erfolgt. Somit stellt sich die Frage: Ist die Welt vielleicht so komplex, dass es keine Muster gibt und diese Muster nur eine Vorstellung unseres begrenzten Verstandes sind? Wenn dies der Fall ist, dann würde es keinen Sinn ergeben, Muster zu erforschen, Muster in der Natur zu suchen. Hiermit wäre begründet, warum intelligente Menschen nicht notwendig erfolgreich sind. Das vollendete Wissen wäre dann schlicht eine Kopie der Welt und kein Muster, das Zusammenhänge erklärt.

Doch wir können auch den entgegengesetzten Fall annehmen: Die Welt ist vielleicht in ihren kleinsten Teile nicht qualitativ verschieden. Das heißt, es gibt vielleicht Dinge, die überall gleich sind, so dass sich die Welt doch als das Quantative, als Zahlband finden lässt. Dann wäre die Welt doch in allen ihren Teilen essentiell eine Welt und genau hier wäre Intelligenz angemessen. Es gäbe etwas, das die Welt essentiell zusammenhalten würde und somit wäre die Welt mit der Intelligenz, nämlich in Mustern erfassbar. Dann aber hieße es, dass Welterkennende vielleicht nicht unbedingt an Erfolg interessiert sind und genau hier lebt der gesunde Menschenverstand.

Home in Relation to Everything

Das wohlgeordnete, weil wohlverstandene Universum By Roland Winkler, Leibnitz Institution of Astrophysics, Potsdam CC-BY-SA-3.0, via wikicommons

Zum Problem der Komplexität

Um das Problem der Komplexität der Muster zu illustrieren, vergleichen wir es mit einem Schachspiel: Ich könnte anfangen alle Eröffnungen und Weisen des Schachspiels zu systematisieren, allerdings würde ich bald so viel aufgeschrieben haben, dass ich Probleme hätte diese Liste zu überblicken. Ich hätte eine unglaublich lange Liste an Zügen und mein Gegner müsste lange warten, bis ich ich meinen Zug finde (da kann ich auch gleich selber denken).

Wir wissen im Grund nicht viel über das Schachspiel, aber vielleicht ist das Schachspiel gar so komplex, dass jede Regel eine Ausnahme in sich wäre? Hätte ich dann eine Liste aller Eröffnungszüge, dann wäre ich ebenso verloren vor dieser Liste wie vor dem Schachbrett. Ich müsste genauso lange wie vor dem Schachbrett den richtigen Zug, so den richtigen Zug in dieser Liste suchen.

Aber halt vielleicht gibt es Muster im Schachspiel. Dann kommt es letztlich darauf an, Muster zu suchen und auch Muster für Muster zu finden.

Wir können daher schließen: Intelligenz heißt womöglich, Muster zu erfassen und dies ist unsere Hoffnung auf Erkenntnis. Bisher sind wir damit ganz gut durch die Menschheitsgeschichte gefahren und auch wenn wir nicht wissen, was die Welt im innersten zusammenhält, so können wir uns hin und wieder an der Schönheit von gelegentlich auftretenden Muster ergötzen. Die Hoffnung ist, dass das gesammelte Wissen der Menschheit nicht aus Fakten besteht, sondern aus der Kenntnis von Mustern.

Wenn dies alles nun gilt, dann sollte es möglich sein nach diesem Intelligenzbegriff die intelligentesten Menschen aller Zeiten zu bestimmen. Dann wäre nämlich der intelligenteste Mensch aller Zeiten jemand, der darin besonders gut war, Muster zu erkennen. Hierbei geht es allerdings nicht um die simplen Muster von Intelligenztests, sondern um reichlich komplexere Muster.

Wer war also der intelligenteste Mensch aller Zeiten?

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 007

Voila, der intelligenteste Mensch aller Zeiten, na, wenn man da als Deutscher nicht mal stolz sein darf (by Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (Public Domain))

Richtig, der Bildungsbürger springt von seinem Bürostuhl und ruft: “Dit war der Joethe!” Nun nach historischer Forschung, wobei eben jene Erfolge in der Mustererkennung einbezogen worden sind, sei es der gute, alte Goethe gewesen, der dank der Tatsache, dass er auf allen Hochzeiten tanzte, glatt mit einem IQ von 210 nach Hause ging. Goethe, ja er hat den Zwischenkieferknochen entdeckt, einen Farbkreis gemalt und in seiner Freizeit Gedichte geschrieben. Wir lernen, wer sich universal überall einmischt hat gute Chancen in der Geschichte eine Nummer zu bekommen. Schauen wir uns aber die Tabelle der intelligentesten Alleskönner an:

Historische Person Intelligenzquotient… Flynn-Effekt
Goethe 210 188
Leibniz 205 183
Grotius 200 178
Pascal 195 173
Sarpi 195 173
Arnauld 190 168
Berkeley 190 168
Laplace 190 168
Melanchthon 190 168
Newton 190 168
Schelling 190 168
Voltaire 190 168
Comte 185 163
Galileo 185 163
Humboldt, A. 185 163
da Vinci 180 158
Descartes 180 158
Dickens 180 158
Hume 180 158
Liebig 180 158
Michelangelo 180 158
Mill, J.S. 180 158
Milton 180 158
Calvin 175 153
Humboldt W. 175 153
Kant 175 153
Kepler 175 153
Spinoza 175 153
Dumas, A. 170 148
Faraday 170 148
Fichte 170 148

Quelle: http://www.die-besten-nennen.de/sites/texte/text3.htm#Liste 2 bei dem zweiten Wert handelt es sich um die Korrektur nach dem Flynneffekt

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Hier versteckt sich irgendwo der Zwischenkieferknochen (by Johann David Schubert Public domain Wikimedia Commons

Zugegeben womöglich hätte Goethe überhaupt nicht diesen Höchstwert in einem standardisierten Test erreicht. Anders als wir den tatsächlichen IQ messen, handelt es sich doch hier um die Beimischung von Leistung in die Wertung. Aber ungeachtet dessen, können wir ablesen: Wer sich den gesamten Tag mit Mustern beschäftigt, der ist irgendwann auf Muster geeicht. Diese Prinzip gilt natürlich für alle Beschäftigungen, die wir erlernen wollen. Das heißt, wenn wir etwas lernen wollen, dann müssen wir nach Mustern suchen.+

In diesem Sinne habe ich für mich eine neue Tagesaufgabe gebastelt: Es geht darum Muster zu erkennen und diese einmal am Tag aufzuschreiben, solange bis Mustererkennung ein tägliches Geschäft ist und sich die Intelligenz wie beim juten Joethe steigert.

Dies ist ein weiter Weg, denn was heißt es nun, ein Genie in der Mustererkennung zu sein?Vergleichen wir daher abschließend die Intelligenz der Supermenschen mit unserer. Wie machen wir das? Nehmen wir den Abstand von einem geistig Behinderten (das mag politisch inkorrekt formuliert sein und ich bitte dies zu entschuldigen) zum Durchschnittsabiturienten (der ist ja in der Regel schwer alkoholgeschädigt und damit auch nicht der Hellste), so haben wir schon ein Maß. Dies sollten ungefähr 40 Punkte von 70 zu 110 sein. Jetzt denken wir mal über die 85 Punkte Abstand zu Goethe nach. Gut oder? Für Goethe sind wir schwer geistig behindert. Schaut Goethe in die Welt und erkennt er all ihre Muster, so schaut Goethe auch auf uns und dann schauen wir ziemlich dumm aus der Wäsche.

Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809

Wer nen Farbkreis malen kann, der kann doch nicht doof sein (By Luestling at de.wikipedia Public domainWikimedia Commons

Zusammenfassung

Wir haben uns also bewusst gemacht, dass wir ganz schön dumm sind. Nach dieser ermutigenden Lektion haben wir den Grundstein gelegt, um zu verstehen, was Intelligenz sein könnte. Wir haben festgestellt, dass es um Mustererkennung geht. Wir haben uns demnach einer historischen Liste an Persönlichkeiten gewidmet, die diesen Umstand berücksichtigt. Wenn es also um eine allgemeine Intelligenzsteigerung gehen soll, so müssen wir im Mindesten lernen, Muster zu erkennen. Wie können wir dies schlussendlich erreichen? Nun darum geht es unter anderem auch in meinem Blog, deswegen könnt ihr diesen gerne abonnieren. Ein Patentrezept habe ich natürlich nicht, aber im Großen und Ganzen geht es in diesem Blog um die Fragen, der Intelligenz sowie um das Lernen.

Einen Hinweis zum Erlenen der Mustererkennung gibt jedoch eine Kurzanalyse des Physikers Feynman, was ich demnächst auf meinem popularphilosophischen Blog “Entgrenzen” vorstellen werde. Ansonsten werde ich in den nächsten Tagen, noch ein paar Daten zu den intelligentesten, lebenden Menschen bereit stellen (die sind ganz witzig).

In diesem Sinne wäre es nett, wenn ihr mir Feedback gebt, um genauer zu verstehen, worauf ich mein Augenmerk eigentlich noch richten muss. Wenn ihr mir weiter folgen wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine “gewaltig interessante” Pinterestwall zum Thema Lernen. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben, wenn ihr mal gemeinsame Projekte im Sinn habt.

Norman Schultz

Pittsburgh 2013

Auf das wir dann alle, irgendwann wie ein Dr. Faustus über das innerste Muster der Welt nachgrübeln
Jean Paul Laurens - Dr. Fausto

Süddeutsche IQ Test unzuverlässig – Überlegungen zum Intelligenz steigern

Zum Thema “Intelligenz steigern” durchforste ich ja im Moment diverse IQ-Tests im Internet. Hierbei bin ich natürlich auch nicht um den IQ-Test der Süddeutschen herum gekommen. Obwohl dieser Test, doch einige interessante Aufgaben vorgibt, erscheint am Ende das Ergebnis doch sehr fragwürdig. Wie an meinem Ergebnis zu sehen ist, habe ich in vier Bereichen jeweils einen Fehler und in zwei Bereichen keinen Fehler gemacht. Diese Leistung beläuft sich dann auf einen IQ von 130, was ca. 2 Prozent der Spitzengruppe entsprechen sollte.

Das heißt, ich bin knapp am Mensa-Kriterium vorgeschrammt, da der Test mit einer Standardabweichung von 16 verfährt. Standardabweichung 16 heißt hier unter anderem, dass der Test mit zwei Standardabweichungen vom Durchschnittswert eine Hochbegabung “diagnostiziert”. Bei einem Durchschnitt von 100 ist der Wert also 132. Aufgrund der verschieden verwendeten Standardabweichungen lässt sich im Übrigen auch erklären, warum die Amerikaner zumeist andere und zwar viel höhere IQs angeben. Es lohnt sich in diesen Fällen die Standardabweichung zu erfragen. Was heißt es nun zum Beispiel, dass Sharon Stone einen IQ von 154 ihr eigen nennt oder Madonna sich mit lockeren 140 schmückt? Ohne das Wissen über die Standardabweichungen bringt dies nicht viel. Und derweil ist wohl auch bekannt, dass Stone eher ein Fake als eine Intelligenzbestie ist. 

Aber nicht nur das. Zu dem ganzen IQ-Labyrinth kommt, dass einige Werte angeben, die im Kindesalter bestimmt worden sind, wobei dann der Wert aber entsprechend nach oben korrigiert wird. So kommt es zum Beispiel vor allem in Großbritianien sehr häufig vor, dass Mensa dreijährige Kleinkinder in den Club der geistig Schönen aufnimmt, die angeblich einen IQ von 159 oder gar 162 hätten. In den entsprechenden Redaktionen von immerhin Spiegel und Stern wundert sich allerdings niemand über diese Ergebnisse und liefert diese einfach an uns ohne kritische Rückfragen.

So ist es wohl auch im Fall von Marylin Vos Savant zu erklären, dass der Test, den sie mit angeblich 10 Jahren abgelegt hatte, so extrapoliert wurde, dass sie vier Jahre im Guinessbuch als intelligentester Mensch der Welt stehen konnte. Doch die angeblichen 225 Punkte kamen nur zu Stande, weil Vos Savant bei der Berechnung reichlich geschummelt hatte. Und seien wir ehrlich, warum sollte die Leistung einer Dreijährigen, die einen Test von vielleicht 130 IQ-Punkten ablegt, mit einem Erwachsenen auf dem Niveau von 220 vergleichbar sein?

Gleich aber nun welche Standardabweichung der Test der Süddeutschen verwendet, auch gleich welches Alter der Test berücksichtig, die Zuverlässigkeit des Tests ist wie bei so vielen Internettests stark anzuzweifeln. Und wenn selbst Matthias Moel, Mitglied bei Mensa bezweifelt, dass Mensa Mitglieder alle Aufgaben richtig lösen würden, dann ist der Test wohl eher nicht ernst zu nehmen. Kommen wir daher zu den Fehlerquellen

Fehlerquellen des IQ-Tests der Süddeutschen

1. Schlechter Range, nur vier Fehler entscheiden über Genie oder nicht Genie Die vier Fehler, die ich gemacht habe, müssten sich ja in diesem Test auf den Bereich bis 150 verteilen, das heißt, hätte ich zum Beispiel zwei Fehler weniger gemacht, wäre ich bei 140. Dass dies tatsächlich der Fall ist, erscheint mir im Hinblick auf das schludrige Testdesign wahrscheinlich. Da es sich bei mir tatsächlich um minimale Fehler handelte, wäre ich also fast in den Geniestatus geadelt worden. Zugleich fragt sich daher aber auch, welche Abstürze zusätzliche minimale Rechenfehler gebracht hätten. Wie schnell wäre ich also an einer 130 vorbeigeschrammt und im Tal der Geistverlassenen gelandet? Berücksichtigen wir diese Überlegungen, so ist die Messgenauigkeit des Süddeutschen IQ-Tests doch stark vom Zufall abhängig. Nun will ich keinesfalls behaupten, dass ich einen höheren IQ verdient hätte, allerdings führt dieses Ergebnis schlicht in die Irre und dürfte andere durchweg frustrieren, insofern sie eigentlich in die Hochebene des Mensa-Vereins gehören. Selbst wenn die Skalierung im Hinblick auf die Standardabweichung stimmen sollte, so sollte doch ein solcher Test einen weiteren Range haben. Von 80 Aufgaben sollte bereits die Beantwortung von mindestens 80 Prozent den Bereich ab 130 abdecken, um bis zu dem Bereich 150 überhaupt noch eine Skalierung zu ermöglichen. Ich kenne gar Tests, wo eine Beantwortung von knapp 50 Prozent dafür ausreichen. Daher ist momentan die Wahrscheinlichkeit, dass der Test IQ-Freaks ebenso leicht durch simple Fehlklicks oder kleinere Rechenfehler in falsche Bereiche eingemisst.

2. Keine Steigerung des Schwierigkeitsgrades

Hinzu kommt nun auch, dass sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nicht sonderlich unterscheidet. Der Test misst meines Erachtens eher Genauigkeit und Geschwindigkeit. Obwohl diese Kriterien nicht zu vernachlässigen sind, müsste der Test schlicht Fragen aufbringen, die andere Schwierigkeitsgrade ausweisen und dafür einen weiteren Range erlauben. So macht auch James Flynn darauf aufmerksam, dass ein guter Intelligenztest eben jenen Anstieg der Schwierigkeitsgrade aufweisen muss. Würden wir zum Beispiel alle messen, wie gut wir uns die Schuhe binden können, würden wir womöglich alle recht ähnliche Werte aufweisen. Genau hier befindet sich also die Grenze des Tests: Die Zahlenreihen sind beispielsweise stets nach gleichem Prinzip gebaut, wobei es immer nur darum geht eine Reihe von wechselnden Operationen zu wiederholen. Die Logikaufgaben folgen simplen Ausschlussverfahren und der Sudokutest gibt geübten Sudokuspielern einen klaren Vorteil. Die immer gleichen Prinzipien, sprechen jedenfalls nicht für Fragen der Intelligenz, sondern stehen für Übung.

3. Eventuelle Messfehler?

Wie sich auch schon in einigen Forendiskussionen über den Süddeutschen-IQ-Test zeigt (wo sich übrigens irgendwie nur 140 IQler tummeln), ist der Test der Süddeutschen nicht zuverlässig. Viele vergleichen dabei andere Ergebnisse mit dem Test und kommen zu enormen Abweichungen. Dies mag durch verschiedene Faktoren begünstigt sein: Zum Ersten weiß ich nicht genau, ob der Test eigens geeicht worden ist oder ob er im Hinblick auf die bisherigen Testteilnehmer bestimmt wird. Sollte dieses der Fall sein, so muss davon ausgegangen werden, dass eher die intelligentere Klientel den IQ-Test getestet hat, so dass eine Verzerrung nach unten stattfindet. Das heißt, wenn im Durchschnitt, die Teilnehmer IQ-Kanonen von 110 sind, dann ist die 110 das neue 100. Hinzukommt, dass somit auch eine Mehrfachabsolvierung des Tests durch die Teilnehmer im Internet keine Seltenheit ist, um zum Beispiel eventuellen Abweichungen zu verfolgen und die Skalierung zu verstehen. Der Test wird also durch mehr Teilnehmer keineswegs reliabler, sondern immer ungenauer.

Persönliche Notiz und Intelligenz steigern

Zu meinen bisherigen Testungen muss ich hinzufügen, dass ich immer einen Bereich von 125 – 135 erreicht habe (Das gilt in einigen IQ-Kreisen wie zum Beispiel der Tripple Nine Society noch als ziemlich blöd). Als ich eine Klasse in der Schule dankenswerter Weise wiederholen durfte, wurde dieses amtlich wie eine Krankheit bescheinigt. Ich sollte also eigentlich zufrieden mit dem Test sein, doch für eine Mensa-Aufnahme, die ich gerne anstreben möchte, sollte es für mich sehr knapp werden. Allerdings haben Kiril (Dirigent in Tübingen) und ich beschlossen uns langfristig darauf vorzubereiten. Intelligenz zu steigern stellt sich im Hinblick solcher Tests nicht als das Problem heraus. Der sogenannte G-Faktor, wie auch der Psychologe Flynn diese Ansicht vertritt, lässt sich durchaus trainieren.

Intelligenzsteigerung notwendig?

Es ist fragwürdig wie wir allerdings eine solche Intelligenzsteigerung bewerten sollen, vielleicht üben wir dabei vor allem solche Tests gut zu absolvieren. Rick Rosner zum Beispiel, der momentan auf Platz 2 mit einem IQ von 192 rangiert, gibt selbst an teilweise 20 Stunden Intelligenztests zu absolvieren, um wieder Platz 1 einzunehmen. Wenn ich mir dann von dieser Liste die geistigen Resultate anderer IQ-Heroen anschaue, dann komme ich schon ins Grübeln. Ich glaube, dass wir bei der Intelligenzsteigerung im Hinblick auf IQ-Tests ab einem bestimmten Punkt nur noch das Lösen dieser Aufgaben trainieren. Ich kann natürlich dabei nicht leugnen, dass mir das permanente Lösen solcher Aufgaben viel Freude bereitet, wobei mir im Doktorstudium eher wenige solcher Denkleistungen abverlangt werden, dennoch mag ab einem bestimmten Punkt dieses Spiel wie das Bauen von Intelligenzsandburgen sein und hat abgesehen vom künstlerischen Wert des Rätselns selbst wenig mit unserer Gesellschaft gemein. So ist zum Beispiel bemerkenswert, das Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman auf der High School einen IQ von 125 erreichte (Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Overachiever).[3] Selbst ein Physikgenie braucht also nur die Grundausstattung. Dabei heißt es ja auch so schön, bei bestimmten Reisezielen sei es beinah egal, ob wir mit einem Ferrari oder einem VW fahren, denn in der wirklichen Welt sei nur die Kontinuität des Denkens wichtig.

Nachdem also Feynman den Nobelpreis gewann, bot ihm Mensa dann doch eine Mitgliedschaft an. Feynman lehnte das Angebot des Hochbegabtenvereins ab, schließlich hatte er das Aufnahmekriterium von mindestens 2 Standardabweichungen nicht erreicht. 

Weitere IQ-Tests

Wer weiter IQ-Tests trainieren möchte (und Denken kann ja zur Abwechslung nicht schlecht sein) so sind hier noch ein paar zu finden.

IQ-Test.dk

Einen meines Erachtens ganz guten IQ-Test liefert http://www.iqtest.de/test.php, wobei die Aufgabenschwierigkeiten schon stark steigen und die Lösungen nicht veröffentlicht werden. Zudem wurde dieser Test angeblich an 250.000 Personen geeicht. Zugegeben das hört sich eigentlich sehr teuer an und hört sich aus diesem Grund wieder nach einer unangenehmen Interneteichung an. Genauere Angaben sind hierzu allerdings nicht zu finden und mir erscheint der Test plausibel. Hier mein Ergebnis:

 

 

IQ-Out

Dieser Test ist wohl vom Schwierigkeitsgrad her am schwersten. Angeblich solle dieser auch in hohe Bereiche gut hineinmessen und wurde so erstellt, dass er kulturneutral sei. Ich muss zugeben, dass ich diesen Test zusammen mit Kiril viel geübt habe, um folgendes Ergebnis zu erzielen. Auch hier dachten die Testingenieure wohl, dass eine internetbasierte Auswertung den tatsächlichen IQ abbilden würde, allerdings haben sich die Autoren vertan, denn allein der Fakt, dass Kiril und ich diesen Test mindestens 20 mal gemacht haben, zeigt, dass wohl auch andere den Test nicht nur einmal machten und ihre Ergebnisse konstant gesteigert haben. Ich erachte den Test gar als gutes Training, dass man sich ab und an mal gönnen sollte. Verschiebungen sind daher zu erwarten. Und nochmal: IQ-Tests, die aufgrund des Internets geeicht werden, sind daher nicht zuverlässig. Wer bei diesem Internettest allerdings auf Anhieb einen IQ von 150 erreicht, darf sich wohl als Genie feiern, denn der Test ist meines Erachtens wirklich schwierig.

  Mich würde mal interessieren, was ihr so auf Anhieb erreicht, ich war wohl irgendwie bei 120, was nicht dolle ist.

Intelligenz bei Bild

So und wer nun noch einen Test für Blöde machen will, wo der IQ eher sich nach unten verzerrt, weil es eher von IQ-Kanonen um die 90 absolviert wird, der kann auch gerne bei der Bildzeitung reinschnuppern. Wer dort gut ist, kriegt dann auch die der IQ-Erwartung entsprechende Messgenauigkeit. Mir sagte der Test nämlich: “Sie sind wirklich schlau.” Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht.

 

Ich hoffe der Artikel regte zum Nachdenken und Trainieren an und hat einige interessante Informationen zusammengetragen, wenn ja dann bitte teilen oder kommentieren. Mich würden ja mal die Ergebnisse, die ihr erzielt interessieren. Ansonsten werde ich die nächsten Tage noch einen anderen Artikel auf meinem anderen Blog zum Thema Intelligenzquotient und den intelligentesten Menschen der Welt zusammen stellen. Added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine “gewaltig interessante” Pinterestwall zum Thema Lernen. Ansonsten könnt ihr mich gerne anschreiben, wenn ihr mal gemeinsame Projekte im Sinn habt. Norman Schultz Pittsburgh 2013

Wie Monitoring uns hilft – Schach-lernen mit System

Ich habe nun damit begonnen, intensiver Schach zu lernen. Dort gibt es noch einige Fortschritte, die sich eindeutig messen lassen (im Gegensatz zu den elitären Geisteswissenschaften). Mein näheres Ziel ist es eine Wertzahl von 2000 zu erreichen, die ich in Pittsburgh bereits besitze, allerdings entspricht dies einer zufälligen Berechnung und nicht meiner Spielstärke. Ich hatte an einem Turnier teilgenommen und bisher nicht verloren.

Um nun diese Wertzahl zu rechtfertigen, will ich in Zukunft systematischer an das Spiel herangehen. Nach meinem Doktorstudium ist mein Ziel dann eine nationale Meisternorm zu erreichen. Ich weiß nicht, ob dies utopisch ist, aber dies werde ich noch herausfinden. Während der Doktorarbeit ist dafür noch nicht der “Spielraum” gegeben.

Wie lernen?

Neuere Studien beweisen nun, dass ein regelmäßiges Monitoring, zum Beispiel das regelmäßige Erfassen vom Gewicht während einer Diät, tatsächlich den Erfolg wahrscheinlicher machen. Die Folgende Studie hat vor allem eine Abnehm-app für das Smartphone untersucht und konnte diesen Zusammenhang nachweisen. Für Erfolg ist also Monitoring erforderlich und dies will ich in Zukunft verstärken (wie ich dies in der Philosophie erreichen will, weiß ich noch nicht, denn es erscheint mir, hier geht es nur um Eliten).

Chess.com hat nun ein gutes Monitoring entwickelt. Die Taktik-App kostet 7 Dollar im Monat (wobei darin viele andere Dinge inbegriffen sind. Es ist auch möglich das Ganze für 49 Dollar im Jahr zu buchen). Nun sitze ich hier also und löse eine Taktik-Aufgabe nach der anderen. Seit zwei Tagen mache ich das nun und heute morgen, habe ich eine 1900-1950 im Taktikbereich erreicht. Am Abend ging es dann regelmäßig bergab (ich kann also gleichzeitig meine Leistungskurven feststellen). Der Vorteil gegenüber dem Buch zeigt sich klar. Chess.com listet darüber hinaus meine Fortschritte und Schwächen in den verschiedenen Taktikfeldern auf. Ich wünschte ich hätte eine solche App für jeden Bereich. P.S. Der Chess.com Zugang kostet mich sieben Dollar im Monat, für ein konsequentes Monitoring in diesem Bereich ganz gut und günstiger als ein Lehrer. Über ein ähnliches Programm zur Intelligenzsteigerung, nämlich Lumosity, habe ich ja bereits berichtet.

Im Übrigen kann ich meine Wertzahl bei Chess.com auch vergleichen. Im Bereich einer Wertzahl von 1850-1950 bin ich unter den besten 3500 Spielern von 90.000 Mitgliedern. Damit gehöre ich zu den besten fünf Prozent. Da nun aber sicher viele mal nur aus Neugier reingeschaut haben, können wir diese Zahl vielleicht auf die Hälfte von Nutzern reduzieren. Ich schätze mich selbst dennoch zu den besten 15 Prozent. An Duquesne University bin ich womöglich der zweitstärkste Spieler, was aber nicht viel zählt.

Um die nationale Meisternorm anzupeilen, müsste ich wohl im taktischen Bereich eine 2200 erreichen und ebenso im Wertzahlbereich. Das wird sehr schwer werden, aber ich wäre sehr froh, wenn ich dies erreichen könnte und es ist gut, Dinge mit einem Ziel zu spielen.

Kommentiert! Nutzt ihr auch solcherlei Apps? Irgendwelche Erfolge? Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine Pinterestwall zum Thema Lernen.

Norman Schultz

Intelligenzsteigerung mit Lumosity – Ein Programm für den Alltag um schlauer zu werden?

Wie steigern wir also unsere Intelligenz? Am 20. November erscheint ja hierzu Tim Ferriss neues Buch, worin er viele Methoden erklärt, wie wir uns Techniken vor allem durch gute Methodik aneignen. Er hat dazu schon angekündigt, mit einigen Mythen um aufzuräumen wie etwa der 10.000 Stunden Regel, welche besagt, dass es 10.000 Stunden benötigen würde, um Expertenniveau zu erreichen. Tim Ferriss wurde in kürzester Zeit Kickboxchampion, hat bei der Tangoweltmeisterschaft das Halbfinale erreicht (innerhalb eines Jahres Tangotanzen) und darüberhinaus viele Methoden zum Bodybuilding und zur Ernährung entwickelt. (Titelbild: Public Domain. Quelle: Wikimedia)

Albert Einstein violin

Mit kleinen Übungen durch den Alltag. By E. O. Hoppe (1878-1972). Published on LIFE Public domain von Wikimedia Commons

Bevor wir uns aber Tim Ferris in einem anderen Post widmen, geht es heute um Lumosity,einem Programm, das ebenfalls verspricht, die Intelligenz zu steigern. Hierbei geht es vor allem um simple Übungen, die wie kleine Spiele nebenbei im Internet gespielt werden können.

Das Problem mit der Leistung

Leistungsgedanken werden in Deutschland in der Regel argwöhnisch betrachtet. Die Kritik an den Eliten bezieht sich dabei allerdings nicht auf ein unangemessenes Verhalten derer, die ohne produktive Eigenleistung in privilegierte Kreise vorgedrungen sind, sondern auf jedwede Form von Leistung. Wenn einer also davon redet, seine Intelligenz steigern zu wollen, dann dreht sich die Diskussion sogleich um die Tatsache, dass wir derlei Intelligenz ja überhaupt nicht benötigen würden. Hier in Amerika ist dies anders, jeder, der Erfolg hat, hat es von Gottes Gnaden her verdient. Das eine Extrem löst das andere ab. Die Mittellösung ist schlicht und einfach: Leistungsgerechtigkeit.Intelligenzsteigerung ist nun durchaus möglich. Ob dies wünschenswert ist oder nicht, mag jeder für sich selbst entscheiden, ich zumindest habe nichts dagegen, wenn ich ein wenig intelligenter wäre. (An der Bildbeschriftung unten seht ihr übrigens die gegenwärtige Unart sich um das Copyright kümmern zu müssen. Eine praktische Verwendung ist hier so gut wie ausgeschlossen, aber das nur nebenbei).

Scientists montage

Weltverschwörung der Eliten - Was planen sie als nächstes? By Archidamos III MAN Napoli Inv6156.jpg‬: Marie-Lan Nguyen ‪Aristotle Altemps Inv8575.jpg‬: Jastrow ‪Possible Self-Portrait of Leonardo da Vinci.jpg‬: OldakQuill ‪Galileo.arp.300pix.jpg‬: Justus Sustermans ‪Jan Verkolje - Antonie van Leeuwenhoek.jpg‬: Jan Verkolje (I) ‪Sir Isaac Newton (1643-1727).jpg‬: Sir Godfrey Kneller ‪Hutton James portrait Raeburn.jpg‬: Henry Raeburn ‪Antoine lavoisier.jpg‬: Matanya ‪John Dalton by Charles Turner.jpg‬: Charles Turner ‪Charles Darwin 01.jpg‬: J. Cameron ‪Gregor Mendel.png‬: NIH ‪Louis Pasteur, foto av Félix Nadar.jpg‬: Nadar ‪James Clerk Maxwell.png‬: G. J. Stodart ‪Henri Poincare.jpg‬: unknown ‪Sigmund Freud LIFE.jp‬g: Max Halberstadt ‪Tesla3.jpg‬: Napoleon Sarony ‪Marie Curie c1920.png‬: Christie's ‪Ernest Rutherford.jpg‬: unknown ‪Albert Einstein Head.jpg‬: Oren Jack Turner ‪Niels Bohr.jpg‬: AB Lagrelius & Westphal ‪Schrodinger.jpg‬: Nobel foundation ‪Enrico Fermi 1943-49.jpg‬: Department of Energy. Office of Public Affairs ‪Robert Oppenheimer 1946.jpg‬: Ed Westcott (U.S. Government photographer) ‪Alan Turing photo.jpg‬: 2 Richard Feynman Nobel.jpg‬: The Nobel Foundation ‪E. O. Wilson sitting, October 16, 2007.jpg‬: Ragesoss ‪Jane Goodall GM.JPG‬: Floatjon ‪Stephen Hawking.StarChild.jpg‬: NASA CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) Wikimedia Commons"

Intelligenz ist steigerbar

Dennoch das Supergehirn ernährt sich nicht vom Sitzfleisch. Es zeigt sich zunehmend, dass Intelligenz auch das Resultat konstanter Leistung ist. Hieß es lange, dass Intelligenz durch Gott oder die Gene gegeben wäre, so hat sich dieses Bild in den Wissenschaften nun gewandelt. Es zeigt sich durch mehr und mehr Studien, dass vor allem intellektuelle Anstrengung das Gehirn trainiert.

Jedoch auch die kleinen Übungen verrichten ihren Beitrag. Tatsächlich können wir mit kleinen Aufmerksamkeitsübungen über kleine Berge kommen und so eine gewisse Ausdauerintelligenz entwickeln. Die Internetanwendung “Lumosity” macht sich diesen Umstand nun zu Nutze. Natürlich haben Eliteprofessoren von Camebridge und Harvard sich zum zusammengehockt und ein Programm entwickelt, dass uns im Alltag hilft unsere intellektuelle Leistung durch kleine Spiele zu verbessern. Vor allem durch eine kontinuierliche Aufzeichnung der eigenen Leistung soll hier Motivation geschaffen werden.

Ich habe das Programm einen Monat genutzt und konnte mich ins 99 Perzentil der Nutzergemeinde steigern. Es hat mich 15 Euro im Monat gekostet, wäre aber mit einem Jahresabo auf nur 6 Euro gekommen. Insofern halte ich es für sehr sinnvoll. Vor allem, wenn ich ein Smartphone hätte, wäre es wohl nützlich in den vielen Momenten, da ich einfach nur sinnlos warte.

Mein Profil bei Lumosity

Ich kann das Programm durchaus empfehlen und kann sogar sagen, dass es mir mit einem wenig Ehrgeiz auch viel Spaß machte, meine tägliche Verbesserung zu beobachten. Zudem weiß ich nun, wo meine Schwächen liegen. Ich möchte auch hinzufügen, dass ich mich zwar für das Partnerprogramm angemeldet hatte, aber leider den Zuschlag nicht bekam, daher ist dieser Hinweis auf Lumosity tatsächlich ohne direkten Nutzen für mich.

Kritik an Lumosity

Scientist

Ein böser Wissenschaftler forscht. Intelligenz macht böse. By Marretao22 (Own work) Public domain vie Wikicommons

Die einzelnen Programmteile von Lumosity könnten durchaus noch Verbesserungen unterzogen werden, da ich nicht jedes Spiel auf die Dauer als sinnvoll empfinde und einiges verbesserter Leistung durchaus auch auf Gewöhnungseffekte zurückzuführen ist. Dies aber scheint nach Aussage der Programmerfinder auch Sinn der Sache zu sein. Gerade die kleinen Aufgaben bilden wichtige Bausteine, um dann bei komplexeren Aufgaben, wo Intelligenz gefragt ist, zu bestehen. Es heißt, dass dies gerade die Neuerung in der Intelligenzforschung wäre, dass uns die kleineren Aufgaben, insofern sie abwechslungsreich wären, zu besseren Intelligenzleistungen bringen würden.

Ich werde in weiteren Posts mehr über dieses Programm berichten, wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann added mich doch bitte bei Google+, abonniert mich per E-mail oder tretet der Facebookgruppe oben rechts bei. Ein RSS-Feed ist natürlich auch vorhanden sowie eine schöne Pinterestwall zum Thema Lernen.

Norman Schultz.

Geniefilme – Smartassfilme schaue ich immer gern

(Bild By Emiichann Public Domain) Früher habe ich immer Filme gesucht, die in irgendeiner Weise das Thema “Genie” in den Fokus nahmen. Vor allem bei den unzähligen Filmen über das Klavierspiel, konnte ich tatsächlich einiges für meine eigene Technik am Klavier mitnehmen. Ansonsten war es immer der Anreiz andere Denkweisen in Auseinandersetzung zu erhalten. Dokumentationen sind hier tatsächlich nicht zu knapp:

El cerebro según Fludd

Attribution: Genialität By Robert Fludd (1574-1637), sabio inglés, médico seguidor de Paracelso, alquimista, astrólogo y rosacruz. Con su gran capacidad para traducir en bellísimos grabados la filosofía rosacruz, influyó grandemente en el polígrafo Athanasius Kircher y, a través de él, en Alejandro Fabián, Carlos de Sigüenza y Góngora y Sor Juana Inés de la Cruz, en la Nueva España. Public domain via Wikimedia Commons

Zu den Dokumentationen mache ich bei Gelegenheit noch einen eigenen Post. Hier aber geht es um Filme. Überraschenderweise gibt es nicht so viele Filme, die sich in vollem Umfang dem Genie-Thema widmen. Das Genie ist wie beispielsweise Dr. Emmet Brown aus “Zurück in die Zukunft” immer einer Art Sidekick, Kuriosität, ein zerstreuunggewordener Witz und ein liebenswertes Stück Wahnsinn. Selten ist das Genie wirklich in seiner Größe zentral, sondern wird für eine Dramaturgie verkleinert. Oftmals charakterisiert es dann nur noch einen vom Größenwahn Besessenen, der vor allem die Grundpfeiler der Ethik nicht verstanden hat und gerne Gehirne isst oder gleich die ganze Welt zerstören will.

Hinzu kommt, dass die Definition eines Genies in einer arbeitsteiligen Gesellschaft etwas komplex geworden ist und wir Genies zumeist nur in einzelnen Teilbereichen finden. Es kommt heutzutage mehr und mehr auf Gruppen an, als das ein Genie noch die Welt verändern könnte. Die einzelne Intelligenz löst sich im Schwarm auf. Niemand brilliert heute mehr wie angeblich Leipniz auf allen Gebieten und so ist es auch mittlerweile schwierig, Filme über Genies zu veranstalten.

In dieser Serie handle ich dennoch die Filme zum Thema “Genie” ab, leider sind das meiste Klugscheißerfilme. Meine Top Ten steht schon, aber ich gehe mal über einen längeren Zeitraum alle Filme ab, die in irgendeiner Weise das Thema Genie miteinfließen lassen.

Searching for Bobby Fischer (Das Königsspiel):

Searching For Bobby Fischer (auf Deutsch: Das Königsspiel) – Dieser Film, gemacht aus Schmalz, handelt eher von ehrgeizigen Vätern, die die Brut ihrer Gene auf Erfolg trimmen wollen. Mit der gesunden Portion “Happy End” bringt der Film kaum mehr für das Gehirn als der Biss in eine hochgepriesene, vitaminreiche Möhre. Warum der Film bei Rotton Tomatoes daher eine Wertung von 100 Prozent erhält, ist mir ein Rätsel. Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Zuschauer kaum die Bauern im Schach richtig führen können. Womöglich lässt sich eine Zuschauerschaft dann auch faszinieren, wenn angebliche Wunderkinder wie jeder Amateurspieler im Schachverein mit viel Energie auf die Schachuhren kloppen. Blitzschach gibt immer was her und auch wenn einer gegen mehrere Opponenten gleichzeitig spielt (das kann jeder, der im Schachverein ein bisschen Praxis hat), dann staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Anstatt wirkliche Leistungen zu demonstrieren, werden so zum Beispiel in diesem Film schnell mal schlecht gespielte Blitzpartien zu einer Partie zusammengeschnitten:

Der Film führt also vor allem den Schein vom Schach vor. So bedarf zum Beispiel auch das angeführte Endspielproblem aus der Endszene keiner Wunderkinder, sondern ist in jedem Endspielbuch für Anfänger zu finden. Den inszenierten Bauernsprint muss jeder halbwegs Eingeweihte als siegreich bewerten, ansonsten ist er etwas blöd. Den Videobeweis führe ich daher nur an, um noch die schlechte, schauspielerische Leistung in den Fokus zu rücken:

Das obligatorische böse, andere Kind, dem es eigentlich nur um den Erfolg geht, lässt sich also nicht so leicht auf die gute Seite der Macht zerren, um dann das Unentschieden einer geteilten Weltmeisterschaft im Geniesport zu genießen. “Du hast verloren, du weißt es nur noch nicht!” ein Klugscheißerspruch durfte hier natürlich nicht fehlen, während das Klugscheißerkind gutmütig und treuherzig Muttiherzen erobern darf.

Bei diesem schmalzigen Ehrgeizthema bleibt der Film dann auch stehen. Damit ist der Film kein Film über Genies, sondern eher ein Sportlermelodram und dazu noch eins von der schlechteren Sorte. Der Film instrumentalisiert hierfür Schach und Wunderkinder, aber wirft keine Fragen über die Sache auf.

Für alle, die sich nun von meiner Kritik nicht abschrecken lassen – in Amerika ist der Film schließlich so etwas wie Allgemeinbildung – gibt es den vollen Film auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=DQzaOSfCfK4&feature=related.

Anwaltsgenies

Während es der Film “Searching for Bobby Fischer” nicht schafft, die Dramatik des Denkens selbst ins Licht zu rücken, beherrscht Hollywood das dramatische Denken eigentlich schon. Vielleicht aber sieht es nur in Schwarz-Weiß gut aus:

Honoré Daumier 018

Anwälte als Genies. Attribution: Honoré Daumier Public domain via Wikimedia Commons

In diesem Sinne sind es auch schon die Anwaltsfilme, die Genialität irgendwie auf den Drehbuchplan rufen. Columbo (okay der ist Ermittler, aber Anwälte ermitteln ja zumeist in Hollywoodfilmen) hatte stets in einem siffigen Mantel immer in die falsche Richtung geschaut und mit seinen nervigen Nachfragen den Mörder eines nahezu perfekten Verbrechens in ihr Geständnis getrieben, hätte er nicht zuvor stets mit Zigarre im Mundwinkel durch schärfste Beobachtung DEN BEWEIS gefunden (Glasauge sei wachsam!). Auch mit Matlock erlebten wir einen störrischen Greis, der ungern ein Problem ungelöst ließ und so noch jeden vertrackten Fall knackte. Von diesen Seriengenies gab es viele Kombinierer.

In den moderneren Filmen geht es bei Recht und Gesetz dann allerdings häufig um Anwälte, die vom Ehrgeiz zerfressen sind. Dann aber tritt irgendwann ein genialer Verbrecher auf den Plan, der bei Weitem den Ehrgeiz der Anwälte überragt und nicht nur seinen Plan verfolgt, sondern darüberhinaus noch den arroganzen Fatzke sowie die Welt zerstören möchte. Eine gute Portion Katharsis gibt es dann am Ende gratis.

Das Gesetz der Rache

Das Gesetz der Rache ist ein toller Film und erfüllt genau diese Kriterien. Problem ist nur: Je mehr man über den Film nachdenkt, desto lächerlicher wird er. Der Film greift den Standard auf: Ein Anwalt, der andere korrigiert, wenn sie seine Erfolgsquote auf 95 Prozent schätzen (es sind nämlich 96 Prozent), der aber karrieristisch dubiose Deals mit Mördern und Vergewaltigern aushandelt. Kein Wunder (Achtung Spoiler, nicht weiter lesen, wenn keine Überraschung genommen werden soll), dass er eines Tag den falschen Deal schließt, wodurch er den tatsächlichen Mörder von Frau und Kind laufen lässt. Zu dumm auch, dass der in Tränen versunkene Familienvater Clyde Shelton (Achtung Spoiler) ein Genie im Geheimdienst ist und so etwas wie perfekte Pläne schmiedet.

Nach 10 Jahren ist der Plan schließlich perfekt und das Rachegenie darf schlachten, Selbstjustiz durchführen, Rachegelüste befriedigen und seine totale Kontrolle demonstrieren. Seinem Gegner schwört er eine Vernichtung biblischen Ausmaßes. Einem mysteriösen Plan nach erwischt er mehr und mehr Charaktere der Justiz, während er selbst geduldig in seiner Zelle mit dem Staranwalt verhandelt. Einem mysteriösen Plan folgend, wird der Film damit auch immer unglaubwürdiger. Sollte es wirklich jemals ein Genie geben, der so etwas kann, dann Hut ab. Der Trash ist es allerdings wert geschaut zu werden.

Fracture – Das perfekte Verbrechen

Im diesem Anwaltsfilm “Fracture” (Deutsch: Das perfekte Verbrechen) erreicht der jüngliche Anwalt gar 97 Prozent Verurteilungen und sieht daher auch keine Probleme als er den Mörder seiner Frau verknacken soll. Es liegt ein Geständnis vor und die Tatwaffe wurde gefunden. Würde er vermutlich wissen, dass es sich um Anthony Hopkins (er wird ja seit Hannibal immer dann gerufen, wenn es eines Genies bedarf) handelt, würde er den Fall wohl ernster nehmen, denn Anthony hat sogleich seine Schwachstelle entdeckt: “Sie sind ein Gewinner, Willy!” Überraschenderweise interessiert sich der Angeklagte “Hannibal” nicht für den Prozess, denn er hat das perfekte Verbrechen verübt. Der Film überrascht zwar nicht durch viele Wendungen, Anthony Hopkins ist aber immer irgendwie ein Genie.

Soviel also erstmal von den besten Klugscheißerfilmen aller Zeiten. Weitere Filme, die es in meine engere Auswahl geschafft haben, sind 21 – Poker, Pirates of Silicon Valley, The Social network, Inside Man, Phenomenon, Be Cool (Schnappt Shorty), Rounders, Schlafes Bruder, Das Wunderkind Tate, Oscar Wilde, Real Genius, Iron Man, Einstein Junior, Liebe ist relativ, Das Piano, Der talentierte Mr. Ripley, Das Parfum, Inception, Aviator, Der Mann, der die Frauen liebte, A beautyful mind, Forrester, Ridicule – Von der Lächerlichkeit des Scheins, Dr. Frankenstein, Der verrückte Professor, Oceans Filme, Watchmen. Es wäre schön, wenn ihr den Blog weiter verfolgt und einfach mal abonniert, wenn ihr mehr von so etwas sehen wollt. Oben rechts findet ihr meine Facebookgruppe.

Norman Schultz.

Das Genie in uns mit Ritalin aufspüren – Erster Teil der Artikelrecherche zum Thema Ritalin

 (Bildquelle:By Jens Langner (http://www.jens-langner.de/) (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons). Das Internet ist nicht unbedingt wie bei Bildern die Quelle von Qualität. Ich habe mich nun durch gut 50 Artikel und Erfahrungsberichte zu Ritalin hindurchgewühlt und bin nicht wesentlich schlauer als vorher. Internetrecherche werde ich daher wohl in Zukunft wieder reduzieren und mich auf Buchempfehlungen verlassen.

Worum geht es? Es geht um eine Pille, die unser Gehirn vom Standbymodus in den Genie-Modus umschaltet. Es geht um eine Pille, die unsere Neuronenenden im Gehirn sprießen lässt und alle Enden miteinander verknüpft. Es geht um eine Chemiekeule, die aus uns das anerkannte Genie macht, das überall geachtet wird und das wir für uns selbst verdient haben. Dieses kleine aufgeregte Genie würde sich dann an die Arbeit machen und wir würden im Fluss des kreativen Schaffens stehen, der durch uns hindurchströmt. Wir würden wie Menschen aus Dynamit Sprachen lernen, Instrumente virtuos bespielen, mathematische Probleme an Fensterscheiben lösen, Kunst in neue Dimensionen führen, wir würden wie ein Stern der Erleuchtung explodieren. Der kleine Tagtraum vom besseren Menschen in uns, würde endlich zu der Geschichte, die nur wir selbst sein sollen. Unser Neuronetranskript von der Welt, unser Gehirn, würde endlich den Weg freimachen und aus uns das größte Buch machen, dass jemals geschrieben worden ist. Wir wollen, der interessanteste Mensch der Welt sein:

Academic studentsMachtphantasien, die ein träumendes Gehirn bekommt, wenn es sich wie ein Streichholzkopf an der Welt entfacht. Dies soll alles geschehen. Gibt es daher vielleicht die Droge, die einzige Grenze uns selbst überwindet? Ritalin, so lautet der Stand meiner Recherchen, kann diese Träume nicht erfüllen. Das mittlerweile als Kinderkoks verspottete Medikament helfe angeblich nur den Blöden auf den Weg. Im Beistand für die Blöden sehen Wissenschaftler den Traum von der Gleichheit des Menschen damit realisiert. Die, die eben von der Evolution mit dem schlechteren Intelligenzbolzen ausgestattet worden wären, dürfen nun endlich zur Elite aufschließen. Kommen wir aber zur Auswertung von einigen wenigen qualitativeren Artikeln.

Ritalin den Blöden

Der Autor des ersten Artikels war wohl zu sehr auf Ritalin oder wie kommt es, dass er uns sogleich mit kränkelnder Logik belästigt:

“Körperliche Leistungsdaten lassen sich leichter verbessern. Das Gehirn ist schon ein optimiertes System. Wenn es einen einfachen Weg gäbe, mehr herauszuholen, hätten wir das evolutionär wahrscheinlich schon erreicht.” (http://www.zeit.de/2007/42/Vor_der_Klausur_zur_Urinprobe/seite-2)

  • These 1: Wenn es einen einfachen Weg gibt, dann hätten wir diesen evolutionär schon erreicht.
  • These 2: Wir haben noch nicht den Weg erreicht.
  • Konklusion: Es gibt keinen einfachen Weg.
  • Stützargument: Das Gehirn ist schon ein optimiertes Gehirn.
Wie das Gehirn verstehen?

Mit Ritalin unser Gehirn verstehen? User-FastFission-brain.gif http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:User-FastFission-brain.gif&filetimestamp= 20050718175139

 

Nun allein aus der Tatsache, dass wir einen Weg nicht kennen, können wir nur sehr schlecht schlussfolgern, dass es diesen Weg nicht gibt. Das Argument breitflächig angewandt, würde schließlich einen Stillstand der Forschung bedeuten. Es kann nicht geben, was es nicht gibt, warum also forschen? Zudem ist es höchst fragwürdig, ob unser Gehirn tatsächlich optimiert ist. Wenn wir gerade den Zustand der Welt auf ethische Vertretbarkeit hinterfragen, kommen wir doch zu einem recht eindeutigen Ergebnis. Wir wollen besser nicht den Zustand der Welt auf unsere angeblich evolutionär bestoptimierten Gehirne zurückführen.

Dennoch die bisherigen Ergebnisse deuten daraufhin, dass Ritalin nicht die versprochene Wunderdroge ist, nach der sich alle sehnen. Demnach führe nach einer Studie Ritalin im ersten Durchgang dazu, dass Studenten zwar besser abschneiden würden, im zweiten hingegen würden die Studenten ohne Ritalin punkten. Der Artikel stellt daher die Frage, warum so viele auf Ritalin schwören. Die Antwort besteht darin, dass die Einnahme eines Medikaments dazu führt, dass wir eher an uns glauben. Selbstbewusstsein gibt Stärke vor allem im intellektuellen Bereich. Besonders bei Placebogaben, die angeblich die Intelligenz erhöhen, gibt es in Studien immer wieder außergewöhnliche Suggestionseffekte (diese Studien werde ich in einem anderen Artikel nachrecherchieren). (http://www.zeit.de/2007/42/Vor_der_Klausur_zur_Urinprobe/seite-2)

Ritalin  den Selbstüberschätzern

Im Gespräch mit dem Psychater und Professor Klaus Lieb gibt sich genau diese Sicht der Dinge preis. Die Gabe von Intelligenzdrogen hilft, aber nicht chemisch, sondern psychisch.

“Weil die Einnahme von Substanzen wie Modafinil oder Amphetaminen dazu führen kann, die eigenen Fähigkeiten falsch einzuschätzen. Das zeigte etwa eine Studie 2008: Die Probanden erhielten nach einer durchwachten Nacht Modafinil, dann wurde ihre Fahrleistung im Simulator getestet. Auch wenn ihre Fahrfähigkeit gut war, überschätzten die Studienteilnehmer ihre Leistungen deutlich. Bei Chirurgen könnte die Einnahme der Substanz demnach zu einer erhöhten Risikobereitschaft und Gefährdung von Patienten führen.”http://www.zeit.de/2010/11/M-Neuro-Enhancement/seite-2

Es ist hinreichend bekannt, dass schon die Einnahme eines angeblichen Leistungssteigerers vor allem im intellektuellen Bereich zu besseren Leistung führt (Quellen hierzu werde ich anderen Artikeln nach recherchieren). Doch auch wenn Ritalin beispielsweise mehr als nur ein Placebo ist, so warnt der Professor: “There is no such thing as a free lunch.” Leistungen seien nicht unbegrenzt steigerbar. Unser Gehirn würde bei einer dauerhaften Medikamentation, das zu einer durchgängigen Wachheit führen würde, nicht so gerne mitmachen (Belege bleiben aus, das Plausibilitätsargument erscheint mir allerdings als tragfähig, da analoge Studien bekannt und nicht allzuweit entfernt sind). Zu dem durchgängigen Optimierungsstreben gibt der Professor daher zu bedenken, dass wir nicht an den Erfolgen wachsen, sondern dass eben Niederlagen der Persönlichkeitsentwicklung beitragen. (http://www.zeit.de/2010/11/M-Neuro-Enhancement/) Klar, denn wer seine Schwächen aus eigener Kraft überwindet, gewinnt etwas in sich.

Ecuadoran Students

Ritalin als Gleichmacher in einer Demokratie? By Underwood & Underwood via David Shapinsky from Washington, D.C., United States Public domain via Wikimedia Commons

Ritalin und die Abhängigkeit

 

In einem besser recherchierten Beitrag dokumentiert der Spiegel die Veränderung bei Maria Westermann. Nach der Zufuhr von Ritalin gerät sie selbst zu einer Produktionsmaschine bis sie in völliger Abhängigkeit bei 15 Tabletten pro Tag schließlich zusammenbricht und ihre Tage nach kaltem Entzug letztlich in nüchterner Zerstreutheit verbringen muss. Der Traum zerreißt an der Schwelle zur physischen und psychischen Gesundheit. Dennoch stellt sich bei einer Leistungsgesellschaft die Frage, ob es erlaubt wäre unsere Kinder kontrolliert zu dopen? Eine Risikoabschätzung könnte ihnen wohl ein besseres Leben ermöglichen. Die Bildungslotterie muss ausgetrickst werden und so steht die Frage aus, ob wir Süchte kontrollieren könnten.

 

Zugleich aber stellt sich ein gesellschaftlicher Dopingverdacht ein. Gibt es vielleicht schon eine Wunderdroge, die einige Wissenschaftler bereits benutzen? Die Autoren beschreiben schließlich folgendes Szenario: Unter Tränen gesteht der frisch gebackene Leipnizpreisträger seine Arbeit unter Einfluss von illlegalen Substanzen geschrieben zu haben. Sein Ruf ist ruiniert. (http://www.spiegel.de/spiegel/a-657868.html)

Wohin führen Leistungsdrogen unsere Gesellschaft?

Als normaler Mensch fällt der Mann schon lange hinter die aufgeputschten Anabolikaboliden zurück. Unehrliche Männlichkeit macht heute im selben Maße den Schönheitswettbewerb kaputt wie eine durchschnittliche Frau heute nicht mehr mit den Designerbrüsten mithalten kann. Die Frage ist, ob Vernunft -und Leistungsdrogen letztlich auch noch den letzten Zufluchtsort der Hässlichen verstellen – die Intelligenz und Vernunftleistung. Sehen Nerds in Zukunft wie Vin Diesel aus? Aus den Erfahrungen mit Olympia und Radsport schlussfolgern auch die Autoren der Zeit:

“Wenn man das Prinzip der Fairness aufrechterhalten möchte, gibt es zwei Möglichkeiten: Man müsste die Medikamente entweder allen zugänglich machen, wie Traubenzucker oder Koffein, oder allen verbieten. Und dann sollte man die Schüler vor der Abiturprüfung zur Urinprobe schicken.” http://www.zeit.de/2007/42/Vor_der_Klausur_zur_Urinprobe/seite-2

Ritalin bereits in Massen verkonsumiert

Nach Angaben der Zeit ist Gehirndoping in der Wissenschaft im Übrigen schon an der Tagesordnung. Es heißt:

“Überraschend viele Akademiker nehmen Medikamente, um ihre Hirnleistung zu steigern, ergab eine Online-Umfrage des Fachblatts Nature unter seinen Lesern. Von den 1400 Teilnehmern räumte jeder fünfte ein, die konzentrationsfördernden Mittel Ritalin und Provigil oder angstlösende Betablocker mehr oder weniger regelmäßig geschluckt zu haben (Nature, Bd. 452, S. 674). Mehr als 80 Prozent plädierten für eine Freigabe dieser Form von Hirndoping für gesunde Erwachsene.” (http://www.zeit.de/2008/17/ERFORSCHT_UND_ERFUNDEN)

 

CathedralofLearningLateAfternoonNatürlich sind die Informationen der ZEIT dramatisch ins Licht gerückt. Ein Fünftel habe schon mal etwas probiert, heißt eben nicht regelmäßiger Konsum und angstlösende Betablocker, wie in der Stelle erwähnt, können auch aus guten Gründen verschrieben worden sein. Viel dramatischer erscheint dabei eher Tatsache, dass sich 80 Prozent für eine Freigabe von Neuroenhancement aussprechen. So wie sich immer mehr vorstellen können, leichte Schönheitskorrekturen durchführen zu lassen, so erscheint auch die Medikamentation in den Bereich des Wünschenswerten zu rücken.

“Ich wäre gerne etwas aggressiver, Herr Doktor!” Unsere Seele unterscheidet sich wohl von dem Vehikel, dass ihr die Natur mitgegeben hat. Die Ungerechtigkeit besteht doch darin, dass die einen Ferrari zum Geburtstag (!) geschenkt bekommen haben und andere mit einer Ente zur Welt kamen. Da hilft nur in der hauseigenen Garage tunen oder Geld für einen geilen Mechaniker sparen.

Bis hierher also die ersten Ergebnisse meiner Sammlung (es folgen noch ein, zwei mehr). Wenn ihr in Zukunft mehr Informationen haben wollt und ihr noch mehr zu den Themen um bewusstes Lernen erfahren wollt, dann abonniert mich doch per E-mail oder werdet Fan der Facebookgruppe, wo wir regelmässig weitere Artikel rund um das Thema lernen posten. Über einen Kommentar freue ich mich natürlich auch.

Alles Gute Norman Schultz

Auch meine anderen Artikel zu Ritalin könnten interessant sein:

Bei netzwerkB geht es um die Ursache des Wunsches, ein anderer sein zu wollen: http://netzwerkb.org/2012/06/04/die-sorglose-reduzierung-des-menschlichen-korpers/

In meinem vorherigen Artikel geht es um Ritalin im Vergleich zur Selbstdisziplin

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